06. August 2009
06.08.2009
40 Años

Schöne Gärten mit wenig Wasser

07.05.2009 | 18:25
Leben im Süden: Zu einer schönen Finca gehört auch ein mediterraner Garten.

Gärtnern im Süden – was kann man sich als Mensch mit grünem Daumen Schöneres vorstellen! Bereits im Januar blühen die ersten Büsche und Bäume, und im Gemüsegarten sprießen bald darauf Salat- und andere Köpfe. Wer auf der Insel gärtnert, weiß aber auch um die klimatischen Tücken. Zwischen langen Trockenperioden fallen oft kräftige Regenschauer, und auch orkanartige Winde sind keine Seltenheit.

Man ist daher gut beraten, seinen Garten sorgfältig zu planen, um Anfängerfehler und unnötige Ausgaben zu vermeiden und möglichst lange Freude an ihm zu haben. Wenn Manuel Sauer vom Planungsbüro Terramanus Landschaftsarchitektur (www.terramanus.de) einen Park oder Garten anlegt, analysiert der Landschaftsarchitekt zuerst die Rahmendaten. Dazu gehören Standort (Boden, Wasser, Licht, Schatten), Umgebung (Geländeverlauf, Anschlusshöhen, Architektur) und die Nutzungsanforderungen. „Wer ohne Gesamtplan gärtnert, arbeitet sich meist in kleinen Teilbereichen voran, die dann schnell etwas unglücklich aneinandergereiht wirken", so der bekannte Gartendesigner, der bereits Gärten in Italien gestaltet hat und auch auf Mallorca beratend tätig war. Das sei wie bei einem Haus, dessen Obergeschoss erst überlegt wird, nachdem das Erdgeschoss schon steht. „Das kann man machen, ist sicher auch sehr individuell." Ein Gesamtkonzept ist seiner Meinung nach allerdings klüger. Also erst die Nutzungsbereiche festlegen, vielleicht mit schönen Blickachsen und interessanten Details, dann die raumbildenden Strukturpflanzen und später das Flächenbild.

Eine der wichtigsten Fragen vorab ist die, wo das Oberflächenwasser hinlaufen kann, wenn es regnet. Terrassierungen sind im mediterranen Garten besonders sinnvoll, um das Regenwasser aufzufangen. Zudem lassen sich die Gärten auch mit wenig Wasser mit mediterranen Pflanzen sehr vielseitig gestalten. Schönmalve, Zylinderputzerstrauch, duftende Ölweide und Strauchveronika können sehr trockene Sommer überstehen, entweder weil sie gut Wasser speichern – wie etwa Agaven und Kakteen – oder vorübergehend eintrocknen. Sie benötigen aber auch feuchtere und kühlere Jahreszeiten, allerdings keine längeren nass-kalten Wintermonate, dann versumpfen sie. Je besser die gewählten Pflanzen diesen Bedingungen entsprechen, desto pflegeleichter sind sie.

Was das Gießen angeht, empfiehlt Manuel Sauer, konstant in kleinen Gaben zu wässern, möglichst nahe am Wurzelbereich der Pflanzen. Denn die Wasserspeicherung spielt vor allem in den tiefer gelegenen Bodenzonen eine Rolle – da, wo die Wurzeln sich ausbreiten. Am besten ist daher die Tröpfchenbewässerung. Wassersparend wirken Vertiefungen in der Erde, die man um Sträucher und Bäume anlegt. Streng verboten ist es natürlich, mit einem dicken Wasserschlauch zu gießen, wegen der Verschlämmungen, sowie die Pflanzen bei intensiver Sonnenbestrahlung zu gießen, wegen der Verbrennungsgefahr.

Gut gegen Verdunstung ist eine möglichst vollständige Bodenbedeckung. Das können zum Beispiel dichte Gräsergruppen oder Sträucher mit Stauden sein, unter denen zusätzliche Bodendecker, wie Steinkraut, gepflanzt werden. Auch Unkraut wird auf diese Weise dezimiert. Alle mediterranen Pflanzen benötigen außerdem viele Nährstoffe, also guten Kompost.

Wer keine allzu große Lust aufs Gärtnern hat, dem empfiehlt Manuel Sauer, große Terrassen und Kiesflächen anzulegen mit einigen wenigen Solitärpflanzen. „Oder sie gönnen sich gleich einen Gärtner und genießen einfach den gepflegten Gartenblick." Denn eines ist klar: Schöne Gärten ohne Arbeit gibt es nicht, selbst wenn sie gut geplant wurden. „Ein Garten ist ein sensibel kultivierter Lebensraum, der eine gewisse Aufmerksamkeit benötigt, damit er seine Vitalität erhalten kann." Manuel Sauers Lieblingsgarten auf Mallorca ist der Botanische Garten in Sóller. „Dort stehen alle Pflanzen, die für mediterrane Gärten in Frage kommen." Sein Tipp: den Botanischen Garten in jeder Jahreszeit einmal besuchen. „Erst dann erleben Sie seine echte pflanzliche Vielfalt."

Inselgärten zum Besichtigen

Jardines de Alfabia

Tel.: 971-61 31 23 www.jardinesdealfabia.com Crta. Palma-Sóller, km 17

Mo - Sa 9.30 - 18.30 Uhr

Eintritt: 4,50 Euro, Kinder bis zehn Jahre gratis

Botanicactus

Tel.: 971-64 94 94 Crta. Ses Salines-Santanyí, km 1

Mo - So 9 - 18 Uhr

Eintritt: 6,50 Euro, Kinder 4 Euro

Jardí Botanic de Sóller

Tel.: 971-63 40 14 www.jardibotanicdesoller.org Crta. Palma-Sóller, km 30,5

Di - Sa 10 - 18 Uhr, So 10 - 14 Uhr

Eintritt: 5 Euro, Kinder bis zwölf Jahre gratis

Jumaica

Tel.: 971-83 33 55 Ctra. Portocolom-Porto Cristo, km 4,5

Mo - So 9 - 18 Uhr

Eintritt: 7 Euro, Kinder 4 Euro

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