24. Juni 2010
24.06.2010

Amtsstube und Kartenhaus

In der „Casa del Mapa" in Palma dreht sich alles um die Vermessung der Welt

24.06.2010 | 03:00
Die Hüterinnen der Karten: Xana Coll (li.) und Laura Ruiz.

Ein schlichter Name – „Haus der Karten" (La Casa del Mapa) – und auf den ersten Blick unspektakuläre Schaufenster verbergen in der Nähe des Parlaments in Palma eine wahre Fundgrube für Kartenmaterial aller Art. Und auch besondere Geschenkideen, die auf die eine oder andere Weise mit Kartografie zu tun haben, gibt es hier.

Mallorca und die Vermessung der Welt – das ist eine lange Geschichte. Vor 635 Jahren erstellten Abraham Cresques und sein Sohn Jehuda auf der Insel den im Pariser ­Louvre zu besichtigenden Katalanischen Weltatlas – bis heute ein kartografisches Meisterwerk. Auch schon zuvor war die Insel bekannt für ihre Kartografen.

„Darauf sind wir auch sehr stolz", erzählt Félix Lucas de Pedro (59), Leiter der Abteilung Kartografie und Kataster im „Instituto Municipal de Informática" des Rathauses von Palma, kurz IMI genannt. Die „Casa del Mapa" ist sozusagen seit 16 Jahren eine publikumsorientierte Außenstelle des Amtes. Zu den Aufgabenbereichen des Instituts gehört vor allem die kartografische Erfassung und Archivierung aller Daten des Stadtgebiets von Palma. Dies beinhaltet auch exzellente Luftbilder, die von eigens ausgerüsteten Flugzeugen systematisch seit vielen Jahren erstellt und regelmäßig aktualisiert werden. Für 49 Euro erhält man einen zertifizierten Detail-Ausdruck, der im Gegensatz zu Google-
Kartenprints auch in Gerichtsstreitigkeiten als Beweis anerkannt wird, um zum Beispiel darzulegen, wann was gebaut wurde. So etwas könnte man sich aber auch als außergewöhnliches, hochoffizielles Mitbringsel zu einer Hauseinweihung vorstellen.

Ursprünglich wurden hier fast ausschließlich topografische Karten verkauft, die zum Beispiel für Architekten bei der Projektierung nahezu unerlässlich sind. „Mittlerweile haben wir unser Angebot erheblich erweitert – auch um Karten für Seefahrt, Wandern, Radfahren €", erzählt Mitarbeiterin Laura Ruiz, seit Gründung der IMI im Jahr 1982 dabei.

Es gibt hier auch Drucke von historischen Karten sowie eine Auswahl von thematisch passenden Büchern in diversen Sprachen. Praktisch auch der detaillierte Stadtplan von Palma auf CD (6 Euro). Die großen Stadtviertelkarten (7,40 Euro) dienen hingegen eher der Dekoration von Büros.
Anders dekorativ sind die Reproduktionen antiker kleiner Sonnenuhren oder Sextanten (12 bis 45 Euro) sowie die große Globen-Auswahl (8 bis 150 Euro). Den berühmten ­Cresques-­Atlas gibt´s auch in der Variante eines 1.000-Teile-Puzzles (12,50 Euro). Und so ist in diesem Kartenhaus – das übrigens nur vormittags geöffnet hat: Amtsstube bleibt Amtsstube – viel zu entdecken. Eingepackt wird das Gekaufte übrigens in Packpapier mit historischem Kartenlook – stilgetreu bis ins letzte Detail €

La Casa del Mapa, nur Mo - Fr 9.30 - 14 Uhr, im Gässchen am Ende der Jaume II: C/. Sant Domingo, 11, Palma, Tel.: 971-22 59 45.

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