14. November 2013
14.11.2013

SEPA: Warten auf die Supernummer

Der einheitliche Zahlungsraum in der EU bringt Mallorca-Residenten ab Februar viele Vorteile. Doch es gibt noch ein paar Stolpersteine

14.11.2013 | 01:15
Überweisungen wie im Flug: Mit den internationalen IBAN-Nummern soll dies möglich sein

Zuversicht klingt anders: Dass es pünktlich zum 1. Februar mit dem Bankeinzug vom deutschen Konto klappen wird, wollen Unternehmen auf Mallorca nicht spontan bestätigen. Man habe jetzt eine Sitzung, bei der man alle Fragen zum einheitlichen europäischen Zahlungsraum (SEPA) klären werde, heißt es etwa beim Stromversorger Endesa. Und bei Palmas Stadtwerken geht der Finanzdirektor gleich ganz auf Tauchstation. Eine Stellungnahme gab es auch nicht nach Tagen.

„Die Umstellung dürfte holprig ablaufen", warnt Carlos Hernández von der balearischen Verbraucher­schutzvereinigung ACUIB. Obwohl nur noch drei Monate bis zur Umstellung fehlten, hätten die Banken bislang kaum informiert, sodass etliche kleine Firmen wie auch Kunden von der verbindlichen IBAN, die die bisherige CCC-Kontonummer (código cuenta cliente) ersetzt, überrumpelt werden dürften. Die Fristen seien schon seit Langem bekannt.

Dabei bietet die nächste Stufe des sogenannten einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums zahlreiche Vorteile: Europaweite Überweisungen (transferencia) wie zum Beispiel die Miete fürs Ferienhaus sollen so bequem und sicher wie im Inland sein. Dasselbe gilt für Lastschriften (domiciliación): Für die Grundgebühren bei Stadtwerken, Stromversorger oder Telefon­anbieter ist theoretisch gar kein spanisches Konto mehr nötig, stattdessen kann auch die IBAN eines Kontos in Deutschland angegeben werden. Ähnlich beim Gehalt. Und: Die Überweisung soll in einem Geschäftstag über die Bühne gehen.

Dafür müssen freilich die Unternehmen ihre Informatiksysteme umstellen und vor allem ihre eigenen Mitarbeiter über die neuen Möglichkeiten informieren. Laut Hernández sind neben den technischen und kommunikativen Stolpersteinen aber auch noch rechtliche Schwierigkeiten zu bedenken. So dürfte es beispielsweise für spanische Unternehmen schwieriger sein, bei einem säumigen Kunden an ausstehende Zahlungen zu kommen, wenn dieser kein Konto in Spanien angebe. Da es sich aber um die Umsetzung von EU-Vorgaben handle, könnten EU-Residenten auf ihrem Recht bestehen – auch wenn sie zunächst Geduld haben sollten.

Bevor sich Bankkunden nun aber über „typisch" spanische Probleme aufregen – Vorsicht: Die Europäische Zentralbank bescheinigt Spanien „gute Fortschritte" bei der Umstellung. Deutschland dagegen zählt nicht zu den Musterschülern.

Kontonummer mit 22 bis 24 Stellen

Das Kürzel SEPA steht für Single Euro Payment Area und sieht die Standardisierung von Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen vor. Zur SEPA gehört neben den 28 EU-Staaten unter anderem auch die Schweiz.

Während Verbraucher für eine Übergangsfrist von zwei Jahren die alte Kontonummer national noch nutzen dürfen – und ihre Bank sie in die IBAN (International Bank Account Number) umrechnet –, müssen Unternehmen, Vereine sowie die öffentliche Verwaltung das neue System ab 1. Februar verwenden. Daueraufträge werden automatisch umgestellt, Einzugsermächtigungen behalten ihre Gültigkeit.

Die IBAN-Nummern sind zwar europaweit nach demselben System aufgebaut, je nach Land aber unterschiedlich lang. In Deutschland hat sie 22 Stellen, in Spanien sogar 24. Die IBAN ist auf Kontoauszügen, aber auch auf den meisten EC-Karten angegeben.

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