Außerordentliche Regulierung von Migranten: 70 Prozent der Antragsteller auf Mallorca aus Lateinamerika
Am 30. Juni endete die Frist, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Jetzt sind erste Zahlen bekannt

Lange Schlangen: Antragsteller für die außerordentliche Regulierung von Migranten in Palma. / Luana Caridad López
Zweieinhalb Monate hatten Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung in Spanien Zeit, um über die von der Zentralregierung initiierten, außerordentlichen Regulierung an Papiere zu kommen. Diese erlaubt jedem Migranten ohne Vorstrafen, der vor dem 1. Januar 2026 in Spanien war und sich dort nachweisbar mindestens fünf Monate lang aufgehalten hat, eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis über zunächst ein Jahr zu erlangen. Am Dienstag (30.6.) endete die Frist. Und die Anzahl an Anträgen hat alle Erwartungen übertroffen. Spanienweit wurden rund 1,17 Millionen Anträge gestellt – deutlich mehr als die maximal 750.000, von denen die Regierung vorab ausgegangen war.
Die Balearen fallen mit 34.166 Antragstellern im Vergleich zu anderen Regierungen kaum ins Gewicht. In Katalonien meldeten sich 257.602 Personen, in der Region Madrid 202.424, in Valencia 167.286 und in Andalusien 161.557. Aber wenn man bedenkt, dass die Behörden auf den Inseln von maximal 10.000 Gesuchen ausgegangen waren, wird deutlich, wie viele Menschen hier den Wunsch nach einem geregelten Aufenthaltsstatus haben.
Die hohe Nachfrage war bereits in den vergangenen Wochen deutlich geworden. Allein die Sozialdienste der Stadt Palma stellten 7.819 Bescheinigungen über Bedürftigkeit aus – eines der Dokumente, das in bestimmten Fällen für den Zugang zum Verfahren erforderlich war. Die Bescheinigung über Bedürftigkeit war jedoch nicht in allen Fällen obligatorisch, weshalb die Zahl der ausgestellten Bescheinigungen nicht dem Gesamtvolumen der Anträge entspricht.
Rund 70 Prozent aus Lateinamerika
Bei der Herkunft der Antragsteller überwiegen auf Mallorca und den Nachbarinseln die lateinamerikanischen Länder. Rund 70 Prozent der Antragsteller kamen von dort. Kolumbianische Staatsbürger stellen allein 38,3 Prozent aller registrierten Anträge – ein deutlich höherer Anteil als bei allen übrigen Nationalitäten. Auf Kolumbien folgen Marokko mit zehn Prozent der Vorgänge, Paraguay mit 9,3 Prozent, Argentinien mit 6,8 Prozent, Venezuela mit 5,6 Prozent und Peru mit 4,6 Prozent. Dahinter kommen Ecuador und Senegal mit jeweils 2,5 Prozent, Brasilien mit 2,3 Prozent und Indien mit 2,1 Prozent. Die übrigen Nationalitäten machen zusammen 16 Prozent der Anträge aus.
Die Zahlen zeigen außerdem, dass es sich bei den Antragstellern überwiegend um junge Menschen im erwerbsfähigen Alter handelt. Die größte Gruppe bilden die 25- bis 34-Jährigen mit einem Anteil von 31,3 Prozent. Es folgen die 35- bis 44-Jährigen mit 22,5 Prozent und die 16- bis 24-Jährigen mit 16,5 Prozent. Minderjährige unter 16 Jahren machen 10,2 Prozent des Gesamtvolumens aus. Ab 45 Jahren sinkt der Anteil: Die 45- bis 54-Jährigen kommen auf 12,9 Prozent, die 55- bis 64-Jährigen auf 5,2 Prozent und die über 65-Jährigen lediglich auf 1,5 Prozent. Bei den Geschlechtern liegen die Männer mit 56 Prozent der Antragsteller vorn.
Die meisten Antragsteller sind zwischen 25 und 34 Jahre alt
Damit deckt sich das Bild auf den Balearen mit der landesweiten Statistik. Hier bildeten die größte Gruppe die 25- bis 34-Jährigen mit 31,3 Prozent der Anträge, gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen mit 21,6 Prozent und den 16- bis 24-Jährigen mit 17 Prozent. Nach Geschlechtern entfallen 57 Prozent der Anträge auf Männer und 43 Prozent auf Frauen. Kolumbien verzeichnet auch spanienweit mit 25,9 Prozent die meisten Anträge, gefolgt von Marokko mit 13,3 Prozent, Venezuela mit 11,8 Prozent, Peru mit 8,8 Prozent und Honduras mit 4,9 Prozent.
Die Regierung geht davon aus, dass das Verfahren direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird. Zum 30. Juni hatte die Sozialversicherung 159.097 neue Anmeldungen gezählt, die mit der außerordentlichen Regularisierung in Verbindung stehen – insbesondere in Branchen wie Gastronomie und Hotellerie, Handel, Verwaltungsdienstleistungen und Bauwesen, also vier Bereichen mit erheblichem Gewicht für die balearische Wirtschaft. /pss
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