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Blog Med-in-Mallorca - Javier Moreno

Javier Moreno

Seit 1998 lebe ich, Javier Moreno, auf Mallorca und betreibe eine kardiologisch-/internistische Praxis. In diesen Jahren habe ich in der Arbeit mit unseren Patienten die Erfahrung gemacht, dass “gute Medizin” auch v.a. Problem lösen heisst: ehrliche Information, Empathie und Hilfsbereitschaft in kleinen und grossen Dingen. Medizin ist ein so vielfältiges und interessantes Feld, dass ich seit einigen Jahren versuche, auch anderen Menschen, die nicht als Patienten in meine Praxis kommen, über meinen Praxis-Blog (in Spanisch und Deutsch) mein persönliches Verständnis zu Themen gesundheitlichen und medizinischen Inhalts näherzubringen und mich mit ihnen auszutauschen.

Über diesen Blog | Gesundheit

Neuigkeiten und Meinungen zu Medizin und Gesundheit


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  • 05
    Mai
    2017

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    Mallorca Gesundheit Reanimation Krankenwagen Herzstillstand

    Der Deutsche wartet lieber auf den Krankenwagen

    Der Deutsche wartet lieber auf den Krankenwagen

    Na, da können Sie hierzulande ja lange warten. Und das hat dann eventuell schwerwiegende Folgen für Ihren Angehörigen, Bekannten oder den armen Unbekannten auf der Strasse. In Deutschland z. Bsp. erleiden mehr als 50.000 Menschen pro Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Aber nur in 34 Prozent dieser Notfälle traut sich ein sogenannter Ersthelfer an eine Reanimation, bis der Notarzt eeendlich eintrift. Zwar hat sich diese Zahl in den letzten Jahren erhöht und Deutschland gehört nicht mehr zur Gruppe der, man könnte sagen, Ersthilfeverweigerer. Doch nach Meinung der Fachleute ist da noch viel Luft nach oben.

    Deshalb werden in Deutschland Promis aus dem Show-biz eingesetzt und Apps fürs Smartphones angeboten; alles um uns die Scheu vor der Ersten Hilfe in der direkten Umgebung zu nehmen.

    Rumstehen gilt nicht

    Die Überlebenschancen steigen enorm, wenn sofort jemand mit der Reanimation beginnt. Pro Jahr könnten rund 10.000 Menschen mehr eine Herzattacke überleben würden, wenn sich die Laien beherzter an eine Reanimation wagten. Aber die kommt meistens zu spät, wenn wir als Zuschauer auf den Notarzt warten. Nur die lückenlose Versorgungskette hat Aussicht auf Erfolg. Und da sind wir eben gefragt.

    Das DRK fordert immer wieder, Reanimations-Kurse im Lehrplan der Schulen zu verankern. Das ist aber nur in Baden-Württemberg gelungen; in den meisten Bundesländern ist das Erlernen von Wiederbelebungsmaßnahmen kein fester Unterrichtsbestandteil. Genauso wichtig ist es aber auch,  alle paar Jahre einen Refreshment-Kurs zu besuchen. Denn erfahrungsgemäss ist bereits nach zwei Jahren etwa die Hälfte des Erlernten wieder vergessen.

    Auf dem Lande hilft dir keiner

    Wir denken ja immer, dass Stadt und Land sich u.a. durch Anonymität und Gleichgültigkeit dem Mitmenschen unterscheiden. Könnte sein, aber was nützt das familiäre Gefüge, wenn einem auf dem Lande nicht geholfen wird und Notarzt und Einsatzwagen dann eventuell auch noch länger brauchen. Wieso zeigt dann die Landbevölkerung nicht ein bisschen mehr Initiative (statistisch gesehen) für das Erlernen lebensrettender Massnahmen, bei denen man wirklich nichts, aber auch gar nichts falschmachen kann?

    Was bedeutet denn schon eine gebrochene Rippe, wenn man dem Menschen das Leben retten kann? Informieren Sie sich über solche Kurse und lernen Sie wie’s geht; gerade, wenn Sie auf der “schönsten Insel der Welt” leben.

    Bleiben Sie gesund!

     

     

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