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Blog Med-in-Mallorca - Javier Moreno

Javier Moreno

Seit 1998 lebe ich, Javier Moreno, auf Mallorca und betreibe eine kardiologisch-/internistische Praxis. In diesen Jahren habe ich in der Arbeit mit unseren Patienten die Erfahrung gemacht, dass “gute Medizin” auch v.a. Problem lösen heisst: ehrliche Information, Empathie und Hilfsbereitschaft in kleinen und grossen Dingen. Medizin ist ein so vielfältiges und interessantes Feld, dass ich seit einigen Jahren versuche, auch anderen Menschen, die nicht als Patienten in meine Praxis kommen, über meinen Praxis-Blog (in Spanisch und Deutsch) mein persönliches Verständnis zu Themen gesundheitlichen und medizinischen Inhalts näherzubringen und mich mit ihnen auszutauschen.

Über diesen Blog | Gesundheit

Neuigkeiten und Meinungen zu Medizin und Gesundheit


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  • 24
    März
    2017

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    Mallorca Gesundheit

    Fasten hält die Affen schlank

    Fasten hält die Affen schlank

    Karneval war mal. Ostern steht vor der Tür. Frühling hat begonnen… Da kommt regelmässig das Thema Fasten auf den (leeren) Tisch. Der biblische Hintergrund ist für die meisten von uns ja im Laufe der Geschichte in den Hintergrund getreten. Doch die Forschung beschäftigt sich immer wieder und mit immer neuen Ergebnissen mit dem Thema. Unabhängig von der reinen Wissenschaft: Fasten hat viele Fans; immer mehr, so scheint es, obwohl die meisten wohl über kein grosses Faktenwissen verfügen.

    So bekam im letzten Jahr ein japanischer Forscher für seine Arbeit über biologische Prozesse im menschlichen Körper sogar den Nobelpreis: die Autophagie, eine Art Müllabfuhr für Zellen. Defekte oder alte Zellen werden durch diese körpereigenen Prozesse aufgelöst und das Zellmaterial recycelt. Also moderner und nachhaltiger geht es nicht.

    Was verbindet japanische Forschungsarbeiten mit christlicher Fastenzeit? Genau ein wichtiger Faktor: In Zeiten reduzierter Nahrungszufuhr aktiviert sich dieser Prozess und es wird vermehrt Zell-Müll aufgelöst. Fasten wirkt für den Körper tatsächlich wie eine Verjüngungskur.

    Ich bin ja ehrlich: ich habe noch nie gefastet. Allein der Gedanke daran macht mir akute Hungergefühle. Und bisher hat es noch kein Fasten-Fan geschafft, mich umzustimmen. Andererseits versuchen es viele Menschen, schaffen es aber angeblich nicht, längerfristig die Nahrungszufuhr zu reduzieren. Gibt es eine Alternative zum gefrusteten Abbrechen einer tagelangen Hungerkur?

    Funktioniert eventuell das, was als "intermittierendes” Fasten bezeichnet wird? (also, wenn wir für 14 bis 16 Stunden nichts zu uns nehmen). Rechnet man nach: 15 Stunden ohne Essen tagsüber? Irgendwie auch schlecht vorzustellen, bei unserem Lebensrhythmus, Lebensstil und logischem Energiebedarf.

    Und wenn wir einfach die Schlafenszeit mit einberechnen, das Frühstück auslassen und uns sozusagen selbst austricksen? Da erhebt sich wahrscheinlich gleich Geschrei um die Bedeutung des Frühstücks für einen gesunden Lebensstil. Doch so einfach ist es nicht. Es gibt tatsächlich wissenschaftliche Arbeiten, die das heilige Frühstück als gefährliche Mahlzeit aburteilen. So gefährlich wie das Rauchen!!! Link

    Sollte es nun doch so sein, dass unsere mallorquinischen Nachbarn, die abends um 10’00h noch essen und morgens ohne Frühstück aus dem Haus gehen, sich tatsächlich ihre höhere Lebenserwartung damit hochpushen? Schliesslich erreichen sie mit ihren Essensgewohnheiten die 14-16-stündige notwendige Zeitspanne.

    Für diejenigen für uns, denen das nun gar nicht liegt, bliebe aber weiterhin die alte Weisheit des kaiserlichen Frühstücks, königlichen Mittagessens – um danach den Bettler zu spielen.

    Und dann gibt es noch die gesunden “Kräftigeren”…

    Ja, warum soll man dann überhaupt Gewicht reduzieren ausser vielleicht aus selbst auferlegten ästhetischen Gründen? Immer wieder sagen uns Studien, dass angeblich Personen mit Übergewicht gesünder sind und länger leben. Das sogenannte “Adipositas-Paradoxon”.

    Naja, mit Menschen lassen sich gewisse Experiment nicht durchführen. Tiere müssen dafür allerdings herhalten: Und so wurden 30(!) Jahre lang 200 Rhesusaffen entweder mit knapper Kost oder aber überreichlicher Kalorienzufuhr ernährt. Das Ergebnis geht eindeutig zu Lasten der übergewichtigen Affen. Sie hatten nach ein paar Jahren alles: von Arthrose bis Osteoporose über Herz und Krebs.

    Vielleicht hilft Ihnen beim nächsten Fastenversuch der Gedanke an schlanke Affen?

    Und noch ein wichtiger Hinweis: Genauso hilfreich wie körperliches Heilfasten kann geistiges Fasten sein. Der zumindest zeitweilige Verzicht auf den ganzen Shit aus Fernsehen, Social Media etc. bringt garantiert geistige Gesundheit.

    Bleiben Sie gesund!

     

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