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Blog Med-in-Mallorca - Javier Moreno

Javier Moreno

Seit 1998 lebe ich, Javier Moreno, auf Mallorca und betreibe eine kardiologisch-/internistische Praxis. In diesen Jahren habe ich in der Arbeit mit unseren Patienten die Erfahrung gemacht, dass “gute Medizin” auch v.a. Problem lösen heisst: ehrliche Information, Empathie und Hilfsbereitschaft in kleinen und grossen Dingen. Medizin ist ein so vielfältiges und interessantes Feld, dass ich seit einigen Jahren versuche, auch anderen Menschen, die nicht als Patienten in meine Praxis kommen, über meinen Praxis-Blog (in Spanisch und Deutsch) mein persönliches Verständnis zu Themen gesundheitlichen und medizinischen Inhalts näherzubringen und mich mit ihnen auszutauschen.

Über diesen Blog | Gesundheit

Neuigkeiten und Meinungen zu Medizin und Gesundheit


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  • 10
    Oktober
    2017

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    Mallorca Gesundheit Lärm Fluglärm Stille

    Lärmfabrik Europa

    Lärmfabrik Europa

    Wie schön! Sie leben (und arbeiten sogar) auf einer abgelegenen Finca und jenseits der Einflugschneise auf den Flughafen? Da haben Sie Glück, denn dann gehören Sie zu den Privilegierten Europas. Denn innerhalb Europas stellt Lärm v.a. in Spanien zwar ein dringliches Thema innerhalb der Aufgaben und Verantwortungsbereiche der Öffentlichen Gesundheit dar, wird aber dort auch im Volk oft noch nicht als solches wahrgenommen und angegangen.

    Auto, Zug und Flugzeug sind innerhalb unserer Städte die häufigsten Störquellen und die schädlichste, wenn man von atmosphärischer Verschmutzung absieht.

    Seit 1999, als die WHO die akzeptablen Geräuschpegel auf 55dB bzw. nachts 40dB festlegte, leben inzwischen 100 Millionen Menschen (also jeder 5.) in Europa mit einem zu hohen Geräuschpegel. 32 Millionen davon leiden unter regelrechtem Krach. In Spanien sind noch viel mehr Menschen betroffen (jeder 4.!)

    Nicht nur der Opa wird schwerhörig

    Eine daraus resultierende mögliche Schwerhörigkeit ist inzwischen wohl den meisten bekannt. Allerdings kann der ständige Lärm noch ganz andere Folgen haben: Schlafstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Stress, Herz-Kreislauferkrankungen – und inzwischen vermuten Wissenschaftler auch einen Zusammenhang mit Übergewicht und Diabetes. Und unter diesen Problemen und Krankheiten leiden erwiesenermassen Millionen, was letztlich hohe Kosten für Behandlungen, Krankenhaushausaufenthalte (72.000) bis hin zu verfrühtem Tod (16.000) mit sich bringt.

    Europa macht zu viel Lärm

    Inzwischen sind die Behörden zumindest verpflichtet, in Gemeinden über 100.000Einwohner die Lärmbelästigung zu messen, zu veröffentlichen und tatsächlich entsprechende Schutzmassnahmen zu ergreifen. So gibt es in Barcelona tatsächlich eine Lärmkarte, die auf der Website der Stadt abzurufen ist.

    Geld und Kopfzerbrechen

    Schutz gegen Lärm in der Stadt gibt es: lärmreduzierender Asphalt, verkehrsberuhigte Strassen, Geschwindigkeitsbegrenzungen… Ganz klar, der beste Schutz gegen Lärm ist die Vermeidung. Stadtparks, öffentliche Verkehrsmittel, usw., alles sind Wege und Mittel, mit denen sich inzwischen auch die spanischen Stadtplaner beschäftigen. Aber verwandeln Sie mal aus einem dieser schlimmen Stadtviertel aus den 60-er und 70-er Jahren in eine gesunde Wohngegend! Das kostet richtig Geld, was die Gemeinden und autonomischen Gemeinden nicht unbedingt haben oder lockermachen wollen. Mit Städteplanung beschäftigen sich vor allem Technokraten und Politiker, auch nur Menschen. Und erst langsam sackt das Thema Lärm auch ins Unterbewusstsein der Einheimischen.  

    Konsequenz für den Alltag: an Ihrem spanischen Arbeitsplatz lassen sich mit ein bisschen Überzeugungsarbeit bestimmt auch positive Veränderungen anstossen. Freuen Sie sich über Ihre Finca (ohne Fluglärm). Wenn Sie diesen Luxus nicht besitzen, schaffen Sie sich welchen: jede Bude kann ja fast zur Oase der Stille werden, wenn man selbst ein paar Massnahmen ergreift.  Und erinnern Sie sich immer daran: der natürliche Feind des Menschen ist der Nachbar. 

    Bleiben Sie gesund!

    Quelle: El Pais - salud

     

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