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Krake, Muräne, Barrakuda: Mit diesen Meerestieren können Sie beim Schnorcheln vor Mallorca Bekanntschaft machen

Vor Kurzem haben wir Sie zum Schnorcheln animiert – nun zeigen wir Ihnen, welche Tiere Sie vor der Insel vorfinden können

Mittelmeer-Muräne (muraena helena).

Mittelmeer-Muräne (muraena helena). / Diego Delso, CC BY-SA 4.0

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Jasmin Hickman

Jasmin Hickman

Goldstrieme (Sarpa salpa)

GOLDSTRIEME (SARPA SALPA).

GOLDSTRIEME (SARPA SALPA). / Wolljuergen, CC BY-SA 3.0.

Sie sind leicht an den zehn bis zwölf goldfarbenen Linien zu erkennen, die sich längsseitig über den silbernen Körper ziehen. Man sieht sie oft in Gruppen in Bodennähe über die Felsen schwimmen, dort weiden sie Algen und Seegras ab. Es sind keine Speisefische, da sie halluzinogene Stoffe in ihrem Fleisch ansammeln. In der Antike waren sie genau deshalb besonders beliebt.

Meerpfau (Thalassoma pavo)

MEERPFAU (THALASSOMA PAVO).

MEERPFAU (THALASSOMA PAVO). / Diego Delso, CC BY-SA 4.0.

Mit seinem leuchtenden Schuppenkleid ist der Meerpfau der bunteste Fisch im Mittelmeer. Da er ortstreu ist, lässt er sich sehr gut beobachten. Tipp: Warten Sie einfach ganz ruhig vor einem Felsen, er wird bestimmt auftauchen und in dem Bewuchs nach kleinen Krebsen, Muscheln und Schnecken suchen. Ausgewachsen sind sie etwa handgroß. Die Meerpfauen haben eine interessante Besonderheit: Sie können ihr Geschlecht wechseln! Wenn in einer Gruppe das Männchen stirbt, wandelt sich das stärkste Weibchen einfach in ein sogenanntes Super-Männchen um.

Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris)

ZWEIBINDENBRASSE (DIPLODUS VULGARIS).

ZWEIBINDENBRASSE (DIPLODUS VULGARIS). / Anders Finn Jørgensen, CC BY-SA 2.0

Wie der Name schon vermuten lässt, tragen diese Fische zwei schwarze Binden um ihren silbernen Körper. Die flinken Schwimmer suchen im Seegras und auf bewachsenen Felsen nach kleinen Krebsen und Muscheln. Sie sind neugierig und schwimmen gerne nah an Schnorchler heran.

Schriftbarsch (Serranus scriba)

SCHRIFTBARSCH (SERRANUS SCRIBA).

SCHRIFTBARSCH (SERRANUS SCRIBA). / Marie-Françoise – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Seine gelbe Schwanzflosse und der bläulich schimmernde Fleck am Bauch machen diesen Küstenbewohner unverkennbar. Die Barsche können bis zu 16 Jahre alt werden und sind extrem territorial. Sie verteidigen ihr Revier vor allem gegen andere Artgenossen. Ihr Name rührt von den feinen Linien am Kopf her, die an arabische Schriftzeichen erinnern.

Mönchsfisch (Chromis chromis)

MÖNCHSFISCH (CHROMIS CHROMIS).

MÖNCHSFISCH (CHROMIS CHROMIS). / Von Diego Delso, CC BY-SA 4.0

Kaum eine andere Fischart sieht man so häufig in den Gewässern vor Mallorca. Große strömungsreiche Felsriffe, die stark bewachsen und strukturiert sind, ziehen ihn an. In teilweise großen Schwärmen stehen sie im Freiwasser und sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Plankton im Wasser zu suchen. Die erwachsenen Tiere sind schwarz bis dunkelbraun gefärbt. Schauen Sie in kleine Felsspalten und unter Überhängen, dort findet man oft ihre Jungtiere, die ein wunderschönes, leuchtendes Blau tragen.

Im Sommer kann man die Männchen dabei beobachten, wie sie sogenannte „Gelegeorte“ auf den Felsen fleißig von Algen, Steinen und Schneckengehäusen befreien und für die Weibchen zur Eiablage vorbereiten. Sobald die Weibchen ihre Eier gelegt haben werden sie vom Männchen befruchtet. Die Brutpflege betreiben bei Mönchsfischen übrigens hauptsächlich die Männchen!

Mittelmeer-Muräne (Muraena helena)

MITTELMEER-MURÄNE (MURAENA HELENA).

MITTELMEER-MURÄNE (MURAENA HELENA). / Diego Delso, CC BY-SA 4.0

Ihre schlangenartige Körperform, die langen, spitzen Zähne und ihr bedrohlich, weit aufgerissenes Maul tragen dazu bei, dass die Muräne einen schlechten Ruf unter den Fischen genießt. Dabei sind weder ihr offenes Maul noch die zur Schau gestellten Zähne eine Drohgebärde: Sie haben sehr kleine Kiemenöffnungen und ihr aufgerissenes Maul sorgt für eine bessere Atmung! Muränen sind geschickte Jäger. Tagsüber verstecken sie sich in Höhlen und Felsspalten, zur Dämmerung trauen sie sich raus und gehen auf die Suche nach kleinen Fischen. Um größere Beutetiere aus Spalten zu ziehen, wenden sie einen Trick an: Sie formen aus ihrem beweglichen Körper einen Knoten und nutzen diesen als Widerstand. Keine Angst, wenn Sie beim Schnorcheln auf eine Mittelmeer-Muräne treffen, sie sind ruhige und friedliche Gesellen, die nur dann aggressiv werden, wenn man sie stark bedrängt.

Richtig schnorcheln

Beim Schnorcheln ist es wichtig, sich Zeit zu lassen. Wenn Sie einfach nur schnell vorbeischwimmen, werden Sie kaum etwas beobachten können. Halten Sie aber über einem Felsen an und verharren, können sich Fische und andere Tiere an Siegewöhnen und kommen aus ihren Verstecken hervor. Erst dann lässt sich ihr Verhalten gut beobachten. Und auch Sie müssen sich erst an die Umgebung gewöhnen, um gut getarnte Tiere wie einen Kraken erkennen zu können. Also immer daran denken: In der Ruhe liegt die Kraft!

Europäischer Barrakuda (Sphyraena sphyraena)

EUROPÄISCHER BARRAKUDA (SPHYRAENA SPHYRAENA).

EUROPÄISCHER BARRAKUDA (SPHYRAENA SPHYRAENA). / Von Albert Kok – ma photo, CC BY-SA 3.0

Der Barrakuda besitzt einen ähnlich schlechten Ruf wie die Muräne – zu Unrecht! Angriffe auf Menschen kommen selten vor, und wenn dann meist aus Versehen: Sie verwechseln blinkende, glitzernde Gegenstände mit Beutefischen. Der Europäische oder auch Mittelmeer-Barrakuda wird in der Regel 60 Zentimeter lang und lebt in Schwärmen im Freiwasser. Manche Exemplare können aber auch Längen von über einem Meter erreichen, dann sind sie meist als Einzelgänger unterwegs. Es sind perfekte Jäger. Ihr Rücken ist dunkel gefärbt, ihr Bauch strahlt in hellem Silber. So verschmilzt ihre Silhouette einerseits gegen die hellere Wasseroberfläche und andererseits gegen die dunklen Tiefen.

Gewöhnlicher Hornhecht (Belone belone)

GEWÖHNLICHER HORNHECHT (BELONE BELONE).

GEWÖHNLICHER HORNHECHT (BELONE BELONE). / Euparkeria – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0.

Nicht nur am Meeresgrund, auch direkt unterhalb der Wasseroberfläche gibt es etwas zu entdecken: Hier ist das Revier der Hornhechte! Die schlanken, silbrigen und bis zu 70 Zentimeter langen Fische gehen dicht unter der Oberfläche auf die Jagd nach jungen Heringen, Sardinen und Sardellen. Eine Besonderheit weist das Skelett und die Gräten des Gewöhnlichen Hornhechtes auf: Sie färben sich beim Kochen grün. Diese ungewöhnliche Färbung wird von dem harmlosen Farbstoff Biliverdin verursacht.

Seepferdchen (Hippocampus ssp.)

SEEPFERDCHEN (HIPPOCAMPUS SSP.).

SEEPFERDCHEN (HIPPOCAMPUS SSP.). / Hans Hillewaert, CC BY-SA 4.0

Leider gibt es im Mittelmeer nicht mehr viele Seepferdchen, aber wenn man sie entdeckt, verzaubern sie jeden! Rund um Mallorca kommen das Langschnäuzige (Hippocampus guttulatus) und das Kurzschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) vor. Beide werden circa 15 Zentimeter lang und man findet sie im Seegras. Da sie schlechte Schwimmer sind, halten sie sich mit ihrem Greifschwanz an den Pflanzenhalmen fest. Seepferdchen sind sehr treu und bleiben ihr ganzes Leben mit einem Partner zusammen. Das Männchen brütet die Eier in seiner Bauchtasche aus. Leider werden mancherorts in Souvenirgeschäften immer noch getrocknete Seepferdchen angeboten: Achtung, denn sie unterliegen seit 2004 dem Washingtoner Artenschutzabkommen!

Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa)

GROSSER ROTER DRACHENKOPF (SCORPAENA SCROFA).

GROSSER ROTER DRACHENKOPF (SCORPAENA SCROFA). / Friedrich Haag, CC BY-SA 4.0

Bewegungslos liegt der Drachenkopf auf Steinen. Dank seiner zahlreichen Hautlappen ist er sehr gut getarnt. Er kann beachtliche 50 Zentimeter groß werden und gilt als sehr guter Speisefisch. Wenn Sie einem Drachenkopf begegnen, sollten Sie genügend Abstand halten! Er besitzt an der Rückenflosse einige Strahlen, die zu Giftstacheln umgebildet sind und bei Gefahr aufgestellt werden.

Brauner Zackenbarsch (Epinephelus marginatus)

BRAUNER ZACKENBARSCH (EPINEPHELUS MARGINATUS).

BRAUNER ZACKENBARSCH (EPINEPHELUS MARGINATUS). / Parent Géry - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Der Braune Zackenbarsch ist ein typischer Bewohner der Felsriffe. Er hat eine braune bis dunkelgrüne Färbung mit einer gelben Marmorierung. Aufgrund seiner Größe von maximal bis 1,5 Meter, und einem Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm, ist er nicht zu übersehen! Er ist ein standorttreuer Einzelgänger und bildet Reviere, die er auch gegenüber Artgenossen verteidigt. Er kann ein stattliches Alter von 50 Jahren erreichen. Leider ist sein Bestand im Mittelmeer hauptsächlich wegen Überfischung durch kommerziellen Fischfang stark bedroht.

Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata)

SPIEGELEIQUALLE (COTYLORHIZA TUBERCULATA).

SPIEGELEIQUALLE (COTYLORHIZA TUBERCULATA). / Fredski2013 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Diese Qualle hat ihren Namen wirklich verdient: Die Spiegeleiqualle besitzt einen weißen Schirm, mit einem Durchmesser von bis zu 35 Zentimetern und in der Mitte eine gelbe, an den Dotter eines Spiegeleis erinnernde Erhebung. Sie ist wirklich eine Schönheit unter Wasser, denn ihre Tentakeln besitzen violette, knopfartige Verdickungen, die wunderschön leuchten. Sie können ruhig ganz nah an sie heranschnorcheln, sie ist für den Menschen völlig harmlos. Manchmal kann man kleine Stachelmakrelen beobachten, die unter dem Schirm der Qualle leben. Sie begleiten die Qualle und suchen zwischen ihren Tentakeln Schutz.

Leuchtqualle (Pelagia noctiluca)

LEUCHTQUALLE (PELAGIA NOCTILUCA).

LEUCHTQUALLE (PELAGIA NOCTILUCA). / Casafacilefelice – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Von vielen wird sie auch Feuerqualle genannt, und das aus einem guten Grund: Bei Kontakt mit ihr kann es zu einem unangenehmen, brennenden Schmerz kommen. Essig ist eine bewährte Erste-Hilfe-Maßnahme. Ihren Namen bekam sie, weil sie in der Nacht schwach leuchtet. Schon vor mehr als 2.000 Jahren beschrieb der Römer Plinius der Ältere die Besonderheit der Leuchtqualle: „Schabt man den leuchtenden Schleim vom Quallenschirm ab und heftet ihn an den Spazierstock, findet man den Heimweg selbst bei Dunkelheit.“

Gewöhnlicher Krake (Octopus vulgaris)

GEWÖHNLICHER KRAKE (OCTOPUS VULGARIS).

GEWÖHNLICHER KRAKE (OCTOPUS VULGARIS). / Diego Delso, CC BY-SA 4.0

Acht Arme, drei Herzen und blaues Blut – Kraken sind einfach erstaunlich! Man kann sie sehr gut beim Schnorcheln an Felsen beobachten, sofern man sie denn entdeckt, denn sie sind wahre Meister der Tarnung! In ihrer Haut sitzen Zellen, die nicht nur ihre Farbe sekundenschnell ändern können, sondern auch ihre Struktur. Und jede dieser Zellen wird vom Gehirn gesteuert, das erfordert eine überdurchschnittliche Hirnleistung. Es ist bekannt, dass Kraken sehr intelligent sind und selbst komplexe Aufgaben mühelos meistern.

Gewöhnlicher Stechrochen (Dasyatis pastinaca)

GEWÖHNLICHER STECHROCHEN (DASYATIS PASTINACA).

GEWÖHNLICHER STECHROCHEN (DASYATIS PASTINACA). / Gewöhn - licher Stechrochen: Liné1, CC BY 2.5

Manche Exemplare erreichen eine Länge von 2,5 Metern, und seit dem Tod des berühmten, australischen Dokumentarfilmers Steve Irwin gelten sie als extrem gefährlich. Aber das stimmt natürlich nicht. Ja, sie tragen an ihrem kräftigen Schwanz einen Stachel, aber sie setzen ihn nur ein, wenn sie sich bedroht fühlen. Man findet sie über sandigem Boden, wo sie nach Beute suchen. Schnecken, Muscheln aber auch kleine Fische stehen auf ihrem Speiseplan. Mit den Lorenzinischen Ampullen können sie elektrische Impulse wahrnehmen, die von den Muskelbewegungen ihrer Beutetiere ausgestrahlt werden.

Gewöhnliches Petermännchen (Trachinus draco)

GEWÖHNLICHES PETERMÄNNCHEN (TRACHINUS DRACO).

GEWÖHNLICHES PETERMÄNNCHEN (TRACHINUS DRACO). / Hans Hillewaert, CC BY-SA 4.0

Eingegraben im Sand, lauert das Petermännchen auf seine Beute. Die maximal 50 Zentimeter langen Fische sind sogenannte Lauerjäger und warten geduldig darauf, bis ein schmackhafter Krebs vor ihrem Maul entlangkriecht. Um sich vor größeren Jägern zu schützen, tragen sie giftige Stacheln an Brust und Rücken. Diese können auch Badegästen zum Verhängnis werden und äußerst schmerzhaft sein. Deshalb sollte man beim Laufen über sandigem Meeresgrund immer vorsichtig sein, oder besser noch: einfach Badeschuhe tragen.

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