Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Die Kebab-Erfahrung auf Mallorca: Groß, saftig und mit Würze

Wie zwei Brüder mit Geschmack, Qualität und Vision die Insel erobern

Bei Nino's Kebab machen zwei Brüder aus Schweden die gefüllten Fladentaschen

Bei Nino's Kebab machen zwei Brüder aus Schweden die gefüllten Fladentaschen / Nino's

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Wow, der ist groß und üppig gefüllt! Die Rede ist von einem Kebab, der eigentlich ein Gyros ist – denn in diesem Lokal wird vorzugsweise Schwein und Huhn verwendet, statt Rind oder Lamm, wie bei einem klassischen Kebab. Die Fleischwahl und einige Gewürze machen bei der Benennung den Unterschied. Die Betreiber des NiNo’s haben sich wohl des bekannteren Namens wegen trotzdem für die Bezeichnung Kebab entschieden.

Qualität statt Quantität

Zumal der Gyros vom Spieß auf der Insel bislang fehlt. Kebab-Optionen hingegen gibt es viele – allerdings sollte die Qualität stimmen. Und das tut sie hier: Seit der Eröffnung Ende September vergangenen Jahres ist NiNo’s-Kebab im wahrsten Sinne in aller Munde. Mit Recht – die mächtigen Teile begeistern nicht nur durch Quantität, sondern auch mit sorgsam ausgewählten und zubereiteten Zutaten.

Fleischverarbeitung in Eigenregie

Das beginnt beim Schweinefleisch: Im NiNo’s kommt mallorquinisches Schwein zum Einsatz. In großen Stücken angeliefert, wird es aufgeschnitten, mariniert und kommt für zwei Tage in den Kühlschrank. Anschließend werden die Spieße gewürzt und eigenhändig zusammengestellt. Ein Alleinstellungsmerkmal, denn andere Lokale dieser Art beziehen die fertigen Spieße von Großlieferanten.

Die Kebaps bei Nino's sind größer als normalerweise

Die Kebabs bei Nino's sind größer als normalerweise / Nino's

Familienbetrieb mit Geschichte

Doch hier will man genau wissen, was drinsteckt. Im NiNo’s übernimmt diese Arbeit Arre Younan. Er führt mit seinem Bruder Ninos und seiner Schwägerin Nora das Lokal. Ninos kam 2013 auf die Insel, arbeitete zunächst als Makler und gründete bald seine eigene Immobilienfirma. Doch es zog ihn zurück in die Gastronomie – eine Branche, die er aus der Kindheit kennt. Die Eltern, selbst Gastronomen, stammten aus dem früheren Assyrien, dem heutigen Irak.

Die schwedischen Betreiber: Ninos (li.), Nora und Arre Younan.  | FOTO: MARTINA ZENDER

Die schwedischen Betreiber: Ninos (li.), Nora und Arre Younan. / Martina Zender

1978 zogen sie mit dem einjährigen Ninos (benannt nach einem mythischen König der Assyrer) und dem zweijährigen Arre nach Schweden. Dort führten die Brüder später Pizzerien, Kebab-Restaurants, schwedische Lokale und sogar gehobene Restaurants – mit großem Erfolg. „Wir wurden oft kopiert. Das machte irgendwann keinen Spaß mehr“, erzählt Arre. Also zog Ninos nach Mallorca, und Arre arbeitete wieder als Bauingenieur.

Expansion auf dem Plan

Nun betreiben die Brüder ein neues Lokal – mit großen Plänen. Schon heute arbeiten 16 Mitarbeiter in dem 36 Plätze fassenden Restaurant. „Zunächst mit weiteren Lokalen auf Mallorca, dann wollen wir aufs Festland expandieren“, erklärt Ninos. Selbstbewusstsein trifft hier auf Erfolg. „Wir wissen, was wir können und haben. In Schweden gehörten wir zu den Besten, und hier schmecken unsere Produkte auch unseren internationalen Gästen“, sagt Arre. Besonders stolz ist er auf die 60–70 % einheimischen Kunden. „Sie haben uns entdeckt und kommen gemäß unseres Wahlspruchs grab, bite, love, repeat immer wieder.“

Das macht NiNo’s besonders

Ein weiterer Grund für den Erfolg ist das Servicepersonal. „Gutes, freundliches Personal ist schwer zu finden, aber wir trainieren unsere Leute entsprechend“, erklärt Arre.

Doch vor allem überzeugt das Essen. Beispiel: die emblematische NiNo’s-Variante. Die Pita-Brote werden selbst gebacken, ebenso die Fladen für die Dürüms und die Pizzen. Gefüllt werden sie mit Tomate, Paprika und weißer Zwiebel, darüber das Fleisch, dann knusprige Zwiebelstücke, eingelegter Rotkohl, rote Zwiebelringe, Petersilie und die geheime Spezialsauce – nur so viel sei verraten: lecker!

Ein Hauch Schweden auf der Pizza

Die Dürüm-Wraps sind doppelt so groß wie üblich, und als besonderes Highlight gibt es eine schwedische Kebab-Pizza. „In Schweden ist das üblich, aber meist nur eine normale Pizza mit Fleisch und Sauce. Wir veredeln das und machen unsere Pizza einmalig“, sagt Arre. Dazu gehört auch spezieller Käse, den sie aus Schweden importieren. Der Rest der Zutaten stammt überwiegend von lokalen Produzenten.

Nino's Kebab bietet auch Pizzas an

Nino's Kebab bietet auch Pizzas an / Nino's

Zum Mitnehmen und Mitfühlen

Alles gibt’s auch zum Mitnehmen, und wer die Portion nicht schafft, bekommt den Rest eingepackt. Auch das Ambiente kann sich sehen lassen: Backsteinwand, Neon-Kunst, Design-Lampen – eingerichtet von Interior-Designerin Virginia Pérez.

Preise: Kebabs 8,95–13,50 €, Pizza 12–16,50 €.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents