Palma Gospel Singers feiern zehnjähriges Bestehen: „Mit Musik ist man nie fertig“
Seit einem Jahrzehnt begeistert der Chor seine Zuhörer. Dirigent Rafa Fiol hat noch viel mit den Sängern vor

Musste sich in das Genre Gospel erst einmal einarbeiten: Rafa Fiol. / NELE BENDGENS
Mit einem Jubiläumskonzert für geladene Gäste feiern die Palma Gospel Singers an diesem Freitag (30.5.) in der Porciúncula-Kirche an der Playa ihr zehnjähriges Bestehen. Für Rafa Fiol ist das Jubiläumsjahr 2025 bereits das sechste Jahr als Chorleiter. Sein Vorgänger Joan Laínez war zum lyrischen Gesang gewechselt und suchte einen Nachfolger für den Chor. Er schlug Fiol vor. Für den 35-Jährigen, der auch Leiter des Teatre d’Artà ist, war Gospelgesang damals noch etwas ganz Neues. In seiner Ausbildung lag der Fokus eher auf Theater und Schauspiel. Die Dirigenten-Nachfolge wollte daher wohlüberlegt sein. Da es hierzulande keine Weiterbildung zu Gospelgesang gibt, arbeitete sich Fiol selbst in die Geschichte und die Besonderheiten des Genres ein, und sagte am Ende zu. Bei den Palma Gospel Singers machen sowohl Einheimische als auch Zugezogene mit.
Was bedeutet Ihnen das Jubiläum?
Ein Jahrzehnt harte Arbeit! Das ist eine Hausnummer. Wir feiern den Weg, den wir hinter uns haben, und wie wir uns während dieser Jahre stetig weiterentwickelt haben. Den Blick in die Vergangenheit zu richten, ist schön. Oft denken wir nur an die Zukunft, aber nicht an all das, was wir schon geschafft haben. Wir freuen uns auch, beim Jubiläumskonzert mit all den Organisationen zu feiern, mit denen wir schon zusammengearbeitet haben – und das sind einige.
Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Ihnen die Chorleitung angeboten wurde?
Ja. Ich wurde ganz schön überrumpelt. Ich habe mich darüber gefreut, war aber auch etwas besorgt. Gospelmusik ist ein besonderes Genre mit einer langen Geschichte, das großen Respekt verdient. Zudem hatte ich noch keinerlei Erfahrung als Leiter eines Chores. Ich war aber neugierig und habe mich dann in beides hineingefuchst.
Was hat sich in den Jahren alles geändert?
Der Chor hat mittlerweile 60 Sänger und Sängerinnen. Immer mal wieder gehen welche, und es kommen andere hinzu. Schon der Chor selbst verändert sich also stetig weiter. Zudem sind unsere Ansprüche an uns und unserer Arbeit höher als noch vor einigen Jahren. Musik ist etwas, womit man nie fertig ist. Es gibt immer noch etwas zu verbessern.

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Nele Bendgens
Welches Konzert war für Sie ganz besonders?
Keines ist wie das andere. Wie ein Konzert wird, hängt auch davon ab, wie wir an dem Tag drauf sind. Wir sind schließlich keine Maschinen, die Musik machen. Auch jeder Ort hat seine Besonderheiten. Die Konzerte im Torrent de Pareis etwa sind beeindruckend. Uns persönlich gefallen aber auch die an überschaubareren Orten sehr, etwa in einem kleinen Saal im Castillo Hotel Son Vida, in dem wir mal aufgetreten sind. So haben wir die Zuhörer ganz nah bei uns und können genau sehen, wie sie sich von unseren Emotionen anstecken lassen. Genau das macht Gospelmusik ja letztlich auch aus. Egal bei welchem Konzert: Am Ende sind wir immer erschöpft und haben später eine Art Kater.
Die Konzerterlöse gehen jeweils an eine gemeinnützige Vereinigung oder Hilfsorganisation. Wie wählen Sie die aus?
Früher haben wir jährlich Geld gesammelt und nach der Saison entschieden, an welche Organisation es geht. Mittlerweile steht schon vor jedem Konzert fest, wem der Erlös zugutekommt. So können wir die Organisationen auch unter unserem Publikum bekannter machen und mehr Konzerte an ganz verschiedenen Orten veranstalten. Derzeit haben wir ein bis zwei Konzerte pro Monat. Uns kontaktieren auch immer wieder Organisationen, weil sie von den Benefiz-Konzerten mitbekommen haben. Die setzen wir dann auf eine Liste. Wir versuchen, zu helfen, wo es nur geht.
Wo können sich Leserinnen und Leser, die mitsingen möchten, melden?
Zu Beginn jeder Saison, also im September, veranstalten wir ein Vorsingen. Je nachdem, wie viele freie Plätze wir haben, nehmen wir mehr oder weniger Leute auf. Interessenten können sich per E-Mail an uns wenden.
Was sind Ihre Zukunftspläne mit dem Chor?
Wir versuchen, unser Repertoire mit schwierigeren Liedern zu erweitern, stetig noch besser zu werden und etwa an unserer Stimme zu arbeiten. Und wir würden sehr gerne auch mal auf den Nachbarinseln oder auf dem Festland auftreten.
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