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Ein Stück Heimat an der Playa de Palma: hinter den Kulissen vom deutschen Supermarkt

Am Dienstagabend (28.7.) hat KabelEins eine Reportage gezeigt, in der der SAM vorkommt. Darin hat die Betreiberin allerhand Insiderinformationen erzählt

Ist mal wieder im Fernsehen zu sehen: Silla Voigt, die Betreiberin vom SAM.

Ist mal wieder im Fernsehen zu sehen: Silla Voigt, die Betreiberin vom SAM. / KabelEins

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Simone Werner

Simone Werner

Am Dienstagabend (28.7.) war der Deutsche Supermarkt SAM an der Playa de Palma Teil des KabelEins-Formats "Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum". Wer die Ausstrahlung verpasst hat, kann Sie sich unter diesem Link ansehen. Die MZ weiß, was man in der Sendung alles über das bekannte Geschäft, das auf der Insel längst eine Institution ist, erfährt.

Zu Beginn zeigt Betreiberin Silla Voigt dem Kamerateam ihr Büro. "Wir teilen uns hier zu dritt auf. Unsere Mitarbeiterin, die die Übersetzungen macht, jemand, der die Papiere abheftet... Mein Hauptbüro habe ich zu Hause, denn da fehlt hier einfach der Platz", sagt die Chemnitzerin in die Kamera. 350 Quadratmeter habe der SAM. "Wir haben circa 15.000 Artikel, circa 12.000 laufende", sagt Voigt weiter. Die Funny-frisch-Chips etwa, die sie anbietet, gebe es in den Insel-Supermärkten nicht. "Paprika-Chips zum Beispiel gehen besonders gut", sagt sie.

Das Büro von SAM-Betreiberin Silla Voigt.

Das Büro von SAM-Betreiberin Silla Voigt. / KabelEins

Einst nicht auf deutsche Lebensmittel spezialisiert

Als Voigt den Supermarkt 2007 übernommen hat, war er noch nicht auf deutsche Lebensmittel spezialisiert, erfährt man. "Ich habe gesehen, dass der Bedarf da ist, dass die Leute sich darüber freuen, die deutschen Artikel und ihre heimischen Produkte zu bekommen. Damit bleibt das Gefühl, das Stückchen Heimat bei ihnen erhalten. Klöße, Reis, Paniermehl, Backerbsen...", zählt sie auf. Aufgrund des breiten Sortiments und des wenigen Platzes müsse Ordnung herrschen. Normalerweise gebe es dafür viermal so viel Platz. Im SAM nicht.

"Es ist alles da, was man in Deutschland auch kauft zum Kochen und zum Backen", kündigt sie wenig später an. Sogar Milch aus Deutschland gebe es. "Sie schmeckt intensiver nach Milch als die spanische Milch", weiß Voigt, die wenig später einen Wagen mit Chips in einen Hinterhof des Lokals schiebt. "Wir stellen das hier nach draußen, weil wir den Platz im Laden benötigen und hier die Möglichkeit haben, es abzustellen und abzudecken. Die Wetterverhältnisse sind im Moment noch so, dass wir die Ware ohne Bedenken hier draußen stehen lassen können. Im Sommer bei 40 Grad haben wir nicht so viele Ware da. Da bleibt es alles drin oder ist im Lager", erklärt sie.

Silla Voigt, während sie einen Wagen mit Chips in den Hinterhof schiebt.

Silla Voigt, während sie einen Wagen mit Chips in den Hinterhof schiebt. / KabelEins

Fast alle der 15 Mitarbeiter seien deutsche Auswanderer, erzähl die Off-Stimme. Ohne so viel Hilfe und Mitarbeiter könne man das Geschäft nicht betreiben. Dann kommt eine Lieferung aus Deutschland. Silla Voigt arbeitet dafür schon seit Jahren mit einer Spedition zusammen. Am Drehtag kommt unter anderem eine Spargelpalette. Auch Erdbeeren sind das erste Mal mit dabei. Der Redakteur probiert sie. "Die sind geil", sein Fazit.

"Die Spanier essen auch Spargel. Hier ist ja eher der grüne Spargel üblich. Der wächst hier wild. Zu den Spargelzeiten kaufen aber auch die Spanier weißen Spargel", so Voigt.

Auch die Spanier mögen weißen Spargel.

Auch die Spanier mögen weißen Spargel. / KabelEins

Auch die Spanier schätzen die Aufschnittauswahl

Dann präsentiert Voigt das Herzstück des Ladens: das Kühlregal von Wurstwarten über Maultaschen, Spätzle bis hin zu Fleischsalat. Letzterer sei einer der am meisten gekauften Artikel. "In Spanien gibt es nicht diese Vielfalt an Wurstaufschnitt. Die Spanier schätzen diese Produkte auch sehr", grade Weißwurst, Bratwurst", weiß die Laden-Betreiberin.

Dann müssen die Produkte etikettiert werden. "Wir sind verpflichtet, die Artikel alle, die deutschen, mit spanischen Übersetzungen der Inhaltsstoffe, der Nährwerttabellen und allergischen Hinweisen auf Spanisch zu übersetzen. Das macht eine Kollegin im Büro. Die Kollegin beklebt dann die Artikel jeweils mit diesen Etiketten", so Voigt. So würden auch Einheimische lesen können, was sie kaufen.

Die Etiketten müssen ins Spanische übersetzt werden.

Die Etiketten müssen ins Spanische übersetzt werden. / KabelEins

"Unsere Kunden sind mehr oder weniger Ü40, zu 70 Prozent Deutsche. Der Rest setzt sich zusammen aus 20 bis 25 Prozent Spaniern, der Rest aus den restlichen Nationalitäten: wie Frankreich, Amerikaner haben wir zum Teil, Engländer haben wir, Holländer", so Voigt. Mehr als 330 Kunden kommen pro Tag in den Laden. Ein Mann aus der Inselmittel, Sencelles, wird interviewt. Grundnahrungsmittel kaufe er in den spanischen Supermärkten, spezielle Produkte wie deutsche Kartoffeln oder deutsches Brot im Sam. Von Beginn an sei er Kunde: Damals sei der SAM noch wesentlich kleiner gewesen und es habe deutlich weniger Produkte gegeben.

Voigt ist wichtig, dass der Kunde einen persönlichen Bezug habe und gesehen werde. "Das werden wir auch weiter beibehalten", kündigt sie an. Viele Kunden seien Stammkunden. "Es entstehen auch Freundschaften und man spricht mal über private Dinge", so Voigt. Es sei ein netter Austausch.

Ein SAM-Kunde.

Ein SAM-Kunde. / KabelEins

Silla Voigt, die aus Chemnitz stammt, hatte den Laden an der Playa de Palma im August 2007 eröffnet. Der SAM ist der größte deutsche inhabergeführte Supermarkt auf der Insel. Die Auswahl an Leckereien, Deftigem oder Pflegeprodukten aus der Heimat ist riesig. Viele Produkte dürften Kunden von Edeka-Besuchen kennen. Daneben arbeitet der Supermarkt auch mit einigen Direktlieferanten wie etwa Feinkost Dittmann zusammen. Unter den Produkten sind nicht nur deutsche, sondern bewusst auch schweizerische und österreichische. 

Im Frühjahr 2026 hieß es kurzzeitig, dass der Sam schließen würde. Dies stellte sich später aber als nicht wahr heraus. In den vergangenen Jahren hatte der SAM im August geschlossen. In diesem Jahr hat er durchgehend geöffnet.

Darum geht es in der Sendung

Die Reportagereihe "Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum" beschreibt der Sender wie folgt: "Neben Ordnungshütern bei ihrer täglichen Arbeit, einem Blick in den Alltag der Polizeiakademie und in die 'Panther Challenge', dem Eignungstest der Bundespolizei, begleitet die Reportagereihe u.a. die Veranstalter von großen Events wie den 'Mud Masters' in Hamburg und der 'Highland Games' sowie eine Tierdetektivin. In der einstündigen auf Mallorca gedrehten Sendung sind auch Mitarbeiter eines Inkasso-Unternehmens auf der Insel unterwegs, um Geld einzutreiben.

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