Nach Song-"Skandal" mit Jürgen Drews: Das ist aus den als "die Pharos" bekannten "Goodbye Deutschland"-Mallorca-Auswanderern geworden
Am Montag (14.4.) lief die Folge mit dem bekannten Hypnotiseur Martin Bolze und seiner Frau Michaela Scherer auf Vox. Das Paar tritt auch als Schlager-Duo auf. Doch leben sie noch auf Mallorca?

Die "Pharos". / Privat
Es hätte ein großer Skandal werden können, ging aber glimpflich aus. Am Montag (14.4.) war eine Wiederholungsfolge aus dem Jahr 2018 von "Goodbye Deutschland" mit dem Sängerduo Michaela Scherer und Martin Bolze (alias "die Pharos") zu sehen, das einst auf Mallorca lebte. Sie hatten einen Song, der einem von Jürgen Drews sehr ähnelte. Oder war es umgekehrt?
Hier leben die "Pharos" heute
Seit der Ausstrahlung sind sieben Jahre vergangen. Die MZ hat bei den Pharos nachgefragt, wo das Paar mittlerweile lebt. Zwei Jahre lang sei es auf Mallorca gewesen, 2018 aber wieder nach Gran Canaria gezogen. "Michaela wäre gern auf Mallorca geblieben. Mir geht es auf Gran Canaria aber gesundheitlich besser", so Martin Bolze.
Und das Verhältnis mit Jürgen Drews? "Bis vor zwei Jahren war es sehr gut. Dann hat er sich ja immer mehr zurückgezogen", so Bolze zur MZ. "Wenn wir uns heute sehen würden, wäre es sicherlich toll", ist sich der Sänger sicher.
Das passiert in der Folge
Michaela Scherer und Starhypnotiseur Martin Bolze sind von Gran Canara nach Mallorca gezogen, wollen sich hier ein Standbein aufbauen und als "die Pharos" im Musikgeschäft durchstarten. Doch der Plan steht unter schlechten Vorzeichen: Bolze ist nicht wirklich überzeugt von Mallorca. Er war elf Jahre auf Gran Canaria, ist nur seiner Liebsten zuliebe umgezogen, kommt aber nicht auf der neuen Insel an. Das Paar wohnt auf einer Finca nahe Santanyi, ist seit (damals) sieben Jahren zusammen, aber nicht verheiratet. Heiraten ist nichts für Scherer, erzählt sie. Einst ist die Auswanderin für Bolze nach Gran Canaria gezogen. Beide lebten in einer Wohnung nahe der Hauptstadt. Doch Scherer war die Kanareninsel zu weit weg von ihrer Tochter. Auch die Landschaft war ihr zu trist, erfährt man.

Martin "Pharo" hat auch schon Jürgen Drews hypnotisiert. / Privat
Michaela Scherer verkauft auf Mallorca Cremes und selbst entworfene Uhren. Martin Bolze („Pharo“) arbeitet weiter als Hypnosetherapeut. Doch der erste Sommer läuft beruflich nicht gut. Also schmiedet das Paar einen Plan: Die Auswanderer wollen ihre Musikkarriere ausbauen. Schon seit einigen Jahren treten sie als „Die Pharos“ auf. Martin Bolze hat einst bei einer Plattenfirma gearbeitet, erfahren die Zuschauer.
Das Drehteam will sie beim Aufnehmen eines Musikvideos begleiten, an der Küste in der Nähe von Palma. Letztlich drehen sie dann aber unter anderem im Parc de la Mar in Palma.
Bekannter Hypnotiseur
Der Hypnotiseur war schon bei "Das Supertalent" und hat schon Promis wie Costa Cordalis oder auch Jürgen Drews hypnotisiert. „Ich schenk' dir einen Regenbogen“ heißt das Lied der Auswanderer, das noch für Schlagzeilen sorgen wird, kündigt die Off-Stimme an. Das Paar bekommt Besuch aus Deutschland, von dem Gastronom Helmut Lernbecher, der auch ein Ohr für Schlager hat. Von ihm erhoffen sie sich eine ehrliche Meinung.
Bolze bekommt seit Tagen immer wieder Nachrichten von DJs, die sich weigern, den neuen Hit der Pharos zu spielen. Angeblich klinge der Titel wie ein Lied von Jürgen Drews. Hat da wer abgeschrieben? Das Paar spielt Lernbecher seinen Song und den von Jürgen Drews vor.

Die "Pharos" mit Jürgen Drews. / Privat
Hören Sie selbst:
Drews habe den Titel (den Refrain) angeboten bekommen, aber nicht vom Original-Schreiber, so Bolzes Theorie. Daher kommt es komisch, dass die Pharos erst jetzt mit ihrer Nummer herauskommen. „Das müssen wir richtigstellen“, findet Bolze.
Auch Helmut Lernbecher rät ihnen, zeitnah aktiv zu werden. Die Pharos haben Angst, dass sie als Abschreiber dastehen. Sie suchen das Gespräch mit Drews, in seinem Café in Santa Ponça, das es mittlerweile nicht mehr gibt. Das Paar sei mit dem Sänger seit vielen Jahren befreundet, erfährt man.

Die beiden Schlagersänger leben mittlerweile wieder auf Gran Canaria. / Privat
Freunde trotz Plagiat
Bolze hatte Drews seine Version der Songs bereits per E-Mail vorab geschickt. Der "König von Mallorca" bezieht dann Stellung dazu, auf der Bühne. Ihm sei der Titel 2011 zugeschickt worden, erzählt er dem Publikum. Erst dann sprechen die drei persönlich. Doch Drews sieht das Problem gar nicht. „Jürgens Reaktion war etwas befremdlich, da er sich gar nicht auf die Diskussion mit uns einlassen wollte“, sagt Bolze im Nachgang. Im Grunde genommen habe er ihnen nur viel Glück gewünscht für die Nummer. „Ich glaube, dass er keine Lust hat, sich öffentlich dazu zu positionieren“, so Martin Bolze. Der Beinahe-Skandal tue der Freundschaft aber keinen Abbruch.
Die Mallorca-Auswanderer sprechen mit einem Kölner Boulevardblatt. Ihre Hoffnung: ein Artikel, der die Problematik aufgreift und erklärt. Der Artikel erscheint. Das Fazit lautet: Keiner hat vom anderen abgeschrieben.

Die Sänger suchen in der Folge das Gespräch mit Drews. / Privat
Der Song der "Pharos" wurde später, erfährt man, in den Radio- und Schlagercharts erfolgreich.
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