Deal zwischen "Goodbye Deutschland"-Auswanderern Katharina und Mirko Perkovic und neuem Geschäftspartner geplatzt: "Ich bin deswegen in Therapie"
Wie vor Kurzem im Fernsehen zu sehen war, sollte Max Schmidt als Geschäftspartner in das Restaurant Kamarillo in Artà einsteigen. Doch das Auswanderer-Paar und der Nürnberger haben sich zerstritten

Mirko und Katharina Perkovic und Max Schmidt haben sich zerstritten. / Privat
Es hätte die seit Langem gesuchte Lösung für die Probleme der "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Katharina und Mirko Perkovic sein können: In der letzten Folge von "Goodbye Deutschland" mit den Mallorca-Auswanderern vom 11. April war zu sehen, dass der Nürnberger Max Schmidt großes Interesse hatte, Geschäftspartner des Restaurants Kamarillo in Artà zu werden.
Im Anschluss an die Folge erzählte Mirko Perkovic der MZ, dass der Nürnberger tatsächlich als geschäftsführender Partner in das Projekt eingestiegen ist. Doch nun, noch bevor das Restaurant wiedereröffnet hat, kriselt es in der frischen Geschäftsbeziehung gewaltig.
Zur Erinnerung: Wie man bereits in vorherigen Folgen sehen konnte, war es in der Vergangenheit immer wieder zu heftigem Streit zwischen Katharina und Mirko Perkovic gekommen. Seit der Eröffnung des Kamarillo sahen sich die beiden kaum noch, da vor allem Katharina vor Ort sehr eingebunden war. Daher wollte Mirko Perkovic das Lokal in Artà ursprünglich verkaufen. Da es aber keinen geeigneten Interessenten gab, suchten die beiden nach einem Geschäftspartner, der Katharina Perkovic entlasten sollte. Und da kam Max Schmidt ins Spiel.

Das Paar und der Nürnberger waren sich sofort sympathisch. / Privat
Das sagen die Perkovics
Was bisher noch nicht im Fernsehen zu sehen war: Die Perkovics hatten Schmidt sogar noch bei der Wohnungssuche geholfen und eine passende Bleibe für ihn in Cala Bona gefunden, wie sie berichten. "Am Anfang war Max noch voller Eifer, dann hat er sich plötzlich nicht mehr bei der Maklerin gemeldet", so Katharina Perkovic. Auch bei den Terminen mit ihnen sei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Eigentlich sollte das Restaurant Kamarillo schon im März, spätestens im April wiedereröffnen. Doch daraus wird vorerst nichts.
"Wir haben zwar beim Notar alles festgehalten und Max ist in die S. L. eingestiegen, doch bisher hat er von den abgemachten 30.000 Euro nur 10.000 Euro bezahlt – und selbst das mit Wochen Verzögerung", so Mirko Perkovic, der auch MZ-Kolumnist ist und sehr viel Hoffnung in Schmidt gesteckt hatte. Seit Wochen würden die TV-Auswanderer dem fehlenden Geld hinterherrennen. "Es ist der reine Wahnsinn für uns, weil wir unsere ganze Planung darauf ausgerichtet haben. Wir können uns überhaupt nicht vorstellen, das Restaurant ohne Geschäftspartner zu eröffnen und da der Vertrag noch nicht erfüllt ist...", so Mirko Perkovic.
Tagtäglich hätte das Paar mit Schmidt hin- und hergeschrieben. Am Ende habe es geheißen, Schmidt hätte nicht das nötige Geld, um die restlichen 20.000 Euro zeitnah zu zahlen. "Wie soll ich so jemandem vertrauen?", fragt sich Mirko Perkovic, der laut eigener Aussage aktuell jeden Tag "nervlich komplett am Ende" und wegen der Streitereien und Zukunftssorgen auch in Therapie sei.
Ans Aufmachen seines Restaurants denkt das Paar derzeit überhaupt nicht. "Wir haben die zeitliche Entlastung nicht, gehen familiär auf dem Zahnfleisch", so Mirko Perkovic, der das Kamarillo nun wieder explizit zum Verkauf ausgeschrieben hat. "Wir wollen künftig eher in Cala Ratjada ein Lokal führen, da wir uns so viel Zeit sparen, die für die Fahrerei draufgeht", so der zweifache Familienvater weiter.

Während der Dreharbeiten für die vergangene Folge im Restaurant Kamarillo in Artà. / Perkovic
Das sagt ihr Geschäftspartner Max Schmidt
Die MZ hat den Geschäftspartner der Perkovics, Max Schmidt, zu den Vorwürfen befragt und ihn gebeten, seine Sicht der Dinge zu schildern. Der 28-Jährige ist in Deutschland selbstständig, hat eine Gebäudereinigungsfirma. Als Selbstständiger sei es für ihn schwieriger, einen Kredit von der Bank zu bekommen. Sie hatte ihm eigentlich mündlich zugesagt, dass es bis zu einer Summe von 43.000 Euro keine Probleme geben sollte. Um ihm das Geld zu leihen, benötigt die Bank aber unter anderem Einkommensbescheide der vergangenen Jahre. "Den für 2023 bekomme ich aber erst in wenigen Wochen", so Schmidt, der in Deutschland schon Erfahrung in der Gastrobranche gesammelt hat. Und so lange hätten die Perkovics nicht warten können.
Laut Schmidt hatte Mirko Perkovic dem Franken angeboten, ihm die 20.000 Euro zu leihen. "Eine Woche später hieß es, er mache es doch nicht." Auch bezüglich anderer Themen hätten seine Geschäftspartner ihre Meinung plötzlich öfter wieder geändert. "Anfangs haben sie etwa gesagt, dass die Anzahlung reicht, damit wir aufmachen können. Dann wollten sie plötzlich doch die volle Zahlung", so Schmidt.

Mirko und Katharina Perkovic. / Privat
"Erst hieß es zudem, wir übernehmen den Koch und machen Hähnchen, dann doch wieder nicht. Das war mir zu viel Durcheinander", so Schmidt. Mittlerweile sei das gegenseitige Vertrauen nicht mehr da. "Ich sehe da einfach keine gute Zusammenarbeit", so Schmidt, der daraufhin entschied, wieder aus dem Projekt auszusteigen. Jetzt sei noch die Frage, wie.
Er habe den Perkovics vorgeschlagen, ihm eine Monatsmiete des Lokals (1.800 Euro) von der Anzahlung (10.000 Euro) abzuziehen und ihm das restliche Geld zurückzuüberweisen. Eine zweite Möglichkeit sieht er darin, irgendwoher die fehlenden 20.000 Euro aufzutreiben und seinen Anteil am Restaurant dann direkt zu verkaufen.
Die Wohnung in Cala Bona will der Auswanderer dennoch anmieten. Er werde künftig zwischen Nürnberg und Mallorca pendeln. Er überlegt, sich auf der Insel ein zweites Standbein im Bereich der Gebäudereinigung aufzubauen.
Das ist die Geschichte der Perkovics
Katharina und Mirko Perkovic leben mit ihren beiden Kindern bereits seit Oktober 2022 in Cala Ratjada. Der erste gemeinsame Urlaub des Paares ging damals nach Mallorca. Das war 2015, gleich einen Monat nach dem Kennenlernen. Seither seien beide verliebt in die Insel gewesen und hätten sie jedes Jahr bereist. 2022 erfolgte dann die Auswanderung, erst einmal auf Probe. Im Mai 2024 eröffneten sie das Kamarillo in Artà, das dieser Tage in die neue Saison starten soll. Langfristig will das Paar ein Lokal in Cala Ratjada eröffnen. Dort lebt die vierköpfige Familie.

Mirko und Katharina Perkovic mit ihren beiden Töchtern. / Perkovic
- Sexueller Übergriff auf Mallorca: Junge Frau verletzt vor Wohnhaus in Cala Ratjada aufgefunden
- Auswandern nach Mallorca: Die 10 wichtigsten Schritte für den Start auf der Insel
- Umweltschützer sprechen von 'Zeitbombe': Mallorca ist im Winter schon voller als Ende der 1990er im Sommer
- Betrug bei der Einkommensteuer: Warum auf Mallorca die Steuerpflicht manchmal nicht so ernst genommen wird
- Ärger über Handgepäckregeln: Passagier schlägt im Flughafen Mallorca Ryanair-Mitarbeiter die Zähne aus
- Zehn Schlafzimmer, zehn Bäder, eigener Park: Deutscher verkauft sein 'Schloss' auf Mallorca
- Ein Hauch von Frühling auf Mallorca: Temperaturen klettern in der neuen Woche auf 22 Grad
- Lust auf einen Job auf Mallorca? Diese Hotelkette sucht jetzt Mitarbeiter für Alcúdia und Can Picafort
