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Das sind die gelernten Berufe der "Goodbye Deutschland"-Mallorca-Auswanderer - und das machen sie heute

Von Jenny "Delüx" bis Steff Jerkel: Die TV-Auswanderer haben teilweise abenteuerliche Lebensläufe

Kathrin Mermi-Schmelz wollte Bereiterin werden, Andreas Robens Polizist.

Kathrin Mermi-Schmelz wollte Bereiterin werden, Andreas Robens Polizist. / Privat

Simone Werner

Simone Werner

Nicht immer übt man später den Beruf aus, den mal früher einmal gelernt hat, das gilt für Auswanderer ganz besonders. Schließlich muss man sich in der neuen Heimat oft an die dortigen Gegebenheiten anpassen, Marktlücken ausnutzen oder träumt nach dem Neustart in der neuen Heimat schlichtweg von einer ganz anderen Geschäftsidee als dem Altbekannten.

Was die "Goodbye Deutschland"-Mallorca-Auswanderer eigentlich gelernt oder studiert haben und in welchen Bereichen sie heute arbeiten:

Kathrin Mermi-Schmelz und Thommy Schmelz

Kathrin Mermi-Schmelz wollte von Kindesbeinen an eigentlich Pferdewartin und Bereiterin werden, ist in ihrer Jugend, wie sie der MZ erzählt hat, sehr viel geritten.

Kathrin Mermi-Schmelz ist als Jugendliche sehr viel geritten.

Kathrin Mermi-Schmelz ist als Jugendliche sehr viel geritten. / Privat

"Ich habe dann aber mein Fachabitur in Kunst und Gestaltung gemacht und wollte eigentlich danach studieren, Grafik-, Foto- oder Modedesign. Da ist mir leider etwas dazwischen gekommen. Dann bin ich in der Gastro hängengeblieben", lacht Kathrin Mermi-Schmelz, die derzeit als Bedienung im Restaurant El Paradíso in Peguera arbeitet. Thommy Schmelz ist gelernter Koch, auch wenn er früher eigentlich Automechaniker werden wollte. Schmelz ist aufgrund gesundheitlicher Beschwerden aber schon eine Weile krankgeschrieben und daher derzeit nicht am Arbeiten.

Thommy und Kathrin Schmelz haben sich mittlerweile fest auf Mallorca, in Peguera, niedergelassen.

Thommy und Kathrin Schmelz haben sich mittlerweile fest auf Mallorca, in Peguera, niedergelassen. / Privat

Caro und Andreas Robens

Andreas Robens wollte eigentlich Polizist werden, hat aber keine Ausbildungsstelle für den Beruf bekommen, da er "nicht das passende Zeugnis dafür hatte", wie er gegenüber der MZ einmal sagte. Also machte er Ausbildungen zum Schlosser, Elektroniker und Leibwächter. Auf Mallorca war er einst Türsteher im Oberbayern wie auch Gastronom (Iron Diner), mittlerweile arbeitet nur noch als Fitness-Studio-Betreiber und Trainer (Iron Gym).

Wollte eigentlich Polizist werden, ist mittlerweile aber Fitnessstudio-Betreiber und Trainier: Andreas Robens.

Wollte eigentlich Polizist werden, ist mittlerweile aber Fitnessstudio-Betreiber und Trainier: Andreas Robens. / Privat

Caro Robens hat sich zur Erzieherin ausbilden lassen. Kurios: Robens mag Kinder bis auf wenige Ausnahmen nicht. "Daher hätte ich keinen schlimmeren Job lernen können. Ich bin nicht einen Tag gerne zur Arbeit gegangen", erinnert sie sich. Irgendwann begann sie daher, zu kellnern, auch auf Mallorca, nämlich im Oberbayern. Schnell fand sie Spaß an dem Job. Als sie in dem Partytempel an der Playa Andreas kennenlernte, wollte der ein Gym aufmachen. So wurde Caro Robens Trainerin und Fitnessstudio-Betreiberin.

Ein Foto von Caro Robens (rechts) aus früheren Zeiten.

Ein Foto von Caro Robens (rechts) aus früheren Zeiten. / Privat

Tamara und Marco Gülpen

Tamara Gülpen wollte als Kind Tierärztin werden, im Jugendalter dann KFZ-Mechanikerin. Ihr ganzes Umfeld hat ihr damals allerdings davon abgeraten, unter anderem ihre Eltern. Die Auswanderin hat auf ihre Liebsten gehört und letztlich eine Ausbildung als Kauffrau für Tourismus und Freizeit gemacht. Auf Mallorca arbeitet sie heute als Hostal-Betreiberin.

Kam mit 23 Jahren nach Mallorca: Tamara Gülpen.

Kam mit 23 Jahren nach Mallorca: Tamara Gülpen. / Gülpen

Tamara Gülpen ist in der Hotelbranche gelandet, weil sie Marco Gülpen kennengelernt hat. "Ich wollte damals eigentlich nur ein bisschen rumjobben, habe mich dann aber in Marco, einen Hotelier, verliebt."

Bis Marco Gülpen Hotelier geworden ist, hat es einige Zeit lang gedauert. Zunächst begann er eine Lehre als Maler und Lackierer, brach sie aber nach kurzer Zeit wieder ab. Bei anderen Sachen, etwa einer darauffolgenden Lehre zum Kfz-Mechaniker, war es ähnlich. Beides habe er nur seiner Mutter zuliebe angefangen. Später hat der gebürtige Kölner unter anderem als Türsteher in Diskotheken gearbeitet und im Anschluss zum Bürokaufmann umgeschult. Als solcher gearbeitet, habe er aber nie. "Ich habe mich dann in der Gastrobranche selbstständig gemacht", erzählt der Mann von Tamara Gülpen. Auf Mallorca betrieb Gülpen zunächst ein Wettbüro und rutschte dann eher zufällig in die Hotelleriebranche. Zunächst betrieb er das Hostal Dos Pins mit 14 Zimmern an der Playa de Palma, später das Hostal Playa de Palma. In Köln gehört dem TV-Auswanderer auch eine Eisdiele.

Marco Gülpen auf einer Aufnahme aus den 90er-Jahren.

Marco Gülpen auf einer Aufnahme aus den 90er-Jahren. / Gülpen

Peggy Jerofke und Steff Jerkel

"Ganz früher wollte ich mal Krankenschwester oder Kosmetikerin beziehungsweise Maskenbildnerin werden", so Peggy Jerofke zur MZ. In der achten Klasse habe sie angefangen, neben der Schule zu kellnern. "In den Sommerferien habe ich mir als Jugendliche viel Geld dazuverdient", erzählte sie. Es waren die ersten Erfahrungen in der Gastrobranche. Später als Gastronomin in der Branche gelandet sei die heutige Betreiberin des "Tiki Beach" in Cala Ratjada dennoch eher zufällig.

Zuschauer von "Goodbye Deutschland" wissen womöglich: Eigentlich wollten Jerkel und Jerofke in Cala Ratjada ein Solarium eröffnen. Daraus wurde letztlich ein griechisches Restaurant, das Olymp.

Peggy Jerofke und Steff Jerkel im Jahr 2002.

Peggy Jerofke und Steff Jerkel im Jahr 2002. / Privat

Jerofkes Verlobter Steff Jerkel wollte schon als Einjähriger Fußballprofi werden, wie er der MZ erzählte. "Ich war ja beim HSV. Später hatte ich die Chance auf einen Vertrag, aber dann kamen die Mädchen dazwischen. Da hatte ich die Disziplin verloren, die im Profibereich notwendig ist", so der gebürtige Hamburger.

Links oben: Steff Jerkel beim SV Lurup.

Links oben: Steff Jerkel beim SV Lurup. / Privat

Letztlich habe er eine Ausbildung zum Klempner und dann eine Umschulung zum Versicherungskaufmann gemacht. "Dann habe ich beim Fußballverein HSC bei Hamburg angefangen und habe das dazugehörige Clubheim übernommen", so Jerkel. Es sei sein Einstieg in die Gastrobranche gewesen. Seine Sportbar "Sharky's" in Cala Ratjada ist Geschichte. In dem Lokal möchte Jerkel aber 2026 einen Roller- und Fahrrad-Verleih eröffnen.

Jenny "Delüx"

Die Mutter eines Sohnes hat den Beruf der Wirtschaftsassistentin gelernt, war in Deutschland im Finanzwesen tätig. "Das mit der Mode hat sich über die Jahre hinweg so ergeben", sagte sie einst zur MZ. Bevor sie im November 2010 mit nur 23 Jahren gemeinsam mit ihrem damaligen Partner auf die Insel zog, überlegten die beiden Auswanderer, wie sie hier Geld verdienen könnten. Ihr Partner war zuvor bereits in der Gastronomie tätig, wollte eine Bar eröffnen. Doch Jennifer Thiesen wollte mit einem Baby nicht nachts arbeiten müssen. Sohn Leon war damals gerade einmal acht Monate alt.

"Meine Mutti hatte lange Zeit eine Modeboutique in Bad Schmiedeberg. Einmal bin ich mit ihr nach Leipzig zu einer Mode-Messe gefahren und habe mir alles angeschaut", so Thiesen. Sofort sei sie angetan gewesen von der Idee, auch eine Boutique zu betreiben, allerdings für eine andere Klientel und mit anderer Kleidung als der, die ihre Mutter in dem Kurort verkaufte.

Jenny "Delüx", die mittlerweile offiziell Thiesen heißt, damals und heute.

Jenny "Delüx", die mittlerweile offiziell Thiesen heißt, damals und heute. / jenny-deluex.eu / Thiesen

Auf Mallorca eröffnete sie zunächst den "Store & More" in Cala Millor. Von 2012 an hieß die Boutique "Jenny Delüx". Mittlerweile hat die TV-Auswanderin ihre Boutique mit dem angrenzenden Schuhgeschäft ihres Mannes Achim Thiesen zusammengelegt. Das Paar betreibt in Artà zudem eine weitere Gemeinschaftsboutique. Auch unter die Gastronomen sind die Thiesens gegangen. Im Herbst 2023 eröffneten sie in unmittelbarer Nähe zur Boutique in Cala Millor das Restaurant "Happy Schnitzel".

Sohel Abdoulkhanzadeh

Sohel Abdoulkhanzadeh hat Restaurant-Fachmann gelernt und etwa auf der Aida gearbeitet. Musik, als DJ, hat er die ganze Zeit über gemacht. Auch heute legt er auf Mallorca noch auf und betreibt an der Playa die Cocktailbar "Chucca".

Liebt es aufzulegen: Sohel Abdoulkhanzadeh.

Liebt es aufzulegen: Sohel Abdoulkhanzadeh. / Privat

Unter dem Firmennamen Chucca X verleiht der Auswanderer mit seinem Geschäftspartner Norman Bartnick nun auch Luxusautos und Boote.

Mark Wycislik

Der zweifache Familienvater hat eine Ausbildung zur Fachkraft als Veranstaltungstechniker gemacht, "mit Schwerpunkt Projektleitung", fügte er hinzu. "Ich habe viel im Eventmanagement im technischen Bereich als Projektleiter gearbeitet, etwa viel auf Messen gearbeitet, dort die Lichtdesigns für die Stände gemacht oder den Strombedarf berechnet."

Auf Mallorca hat sich der Auswanderer schnell als Gastronom einen Namen gemacht, allen voran im Nordosten der Insel und an der Ostküste. In Porto Cristo betreibt er mit seiner Frau die Restobar, in Costa dels Pins das "La Cabaña". Auch hinter dem "Diggi Kebab" in Cala Millor stecken er und weitere Geschäftspartner.

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