Anwohner machen gegen Only-Fans-Villa von "Goodbye Deutschland"-Mallorca-Auswanderer Steff Jerkel mobil
Einige Bewohner von Canyamel sorgen sich um Geräuschpegel, Nacktheit und störende TV-Teams. Was der TV-Auswanderer dazu sagt

Links: Steff Jerkel bei der Vorstellung des Projekts. Rechts: Im linken Teil die Only-Fans-Villa. / IG: OF Hills & Privat
Seit Sabine W.* (Name von der Redaktion geändert) von anderen Nachbarn gehört hat, dass in ihrer Straße in Canyamel bald eine Only-Fans-Villa für Content Creator eröffnen soll, hatte sie einige schlaflose Nächte. Seit 2016 hat sie ein Ferienhaus in dem beschaulichen Ort, kommt etwa einmal im Monat für eine Woche dorthin – oft auch mit ihren Kindern. "Ich bin Ärztin, arbeite sehr viel. Es ist mein Eldorado, um zu entspannen", so ihre Worte.
Ihre Befürchtung: Wenn das Projekt von "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Steff Jerkel ab April erst einmal angelaufen ist, war's das mit der Entspannung. Ihr Haus grenzt direkt an die am Hang liegende Millionen-Villa an. "Der Abstand zwischen uns und der Villa beträgt drei Meter. Meine Kinder sind zwar schon älter, ich möchte aber trotzdem nicht, dass sie mit nackten Mädchen oder anderen Dingen konfrontiert werden", so Sabine W. weiter.

Zwischen beiden Häusern ist nur wenige Meter Abstand. / Privat
"Bald habe ich da Mädels, die Erotik-Geschichten drehen und nur Party machen", so ihre Befürchtung. Es ginge ihr nicht nur Nacktheit, sondern auch die Geräuschkulisse, betont sie. Auch um den Ruf der Wohngegend mache sie sich Sorgen.
Was Sabine W. auch bemängelt: Keiner der Anwohner sei vorher über das Projekt eingeweiht worden. Vielen hätten aus den Medien von OF Hills erfahren.
Kritische Stimmen weiterer Anwohner
Sabine W. stehe mit ihren Sorgen laut eigener Aussage nicht alleine da. "Die ganze Nachbarschaft ist dagegen", so ihre Worte. Per WhatsApp-Gruppe sei sie mit einigen Nachbarn im Austausch. Ein Anwohner habe ihr sogar schon erzählt, dass er sein Haus nun verkaufen wolle.
Auch in den Facebook-Gruppen zu Canyamel äußerten sich einige Anwohner kritisch zu Jerkels geplantem Projekt oder fragten in der Gruppe "Playa de Canyamel" etwa: "Wollen wir diese Art von Business und Werbung für Canyamel?" "Nein, das will wohl niemand! Wir jedenfalls nicht", schrieb eine Nutzerin, "Bitte nicht", eine andere.
Gelassenere Reaktionen
Andere hingegen sehen es eher gelassen: "Im Gegensatz zu einigen hier, stört das ansonsten niemanden. Die Villa ist in der oberen Straße, die Häuser da oben stehen doch eh 11 Monate im Jahr leer", schreibt eine Nutzerin. "Ist doch aufm Berg, da bekommen wir gar nix mit.. außer da sind jeden Abend fette house Partys dann vielleicht...", stimmt ihr eine andere zu.
Zu einem Artikel über das Projekt, den eine Nutzerin in der Gruppe "Canyamel" geteilt hat, kommentiert eine: "Ich weiß nicht, ob das hier alles nicht Wind im Wasserglas ist und ob davon im Ort, am Strand usw. überhaupt etwas zu merken sein wird. Wer tapert denn freiwillig vom Berg runter? Diese Sternchen bestimmt nicht. Außerdem lockt da ja immer noch C. Rajada. Wir sind seit 1994 im Ort und haben viele und vieles kommen und vor allem wieder gehen gesehen."

So sieht die Villa von OF Hills aus. / Instagram
Das sagt Steff Jerkel
TV-Auswanderer Steff Jerkel kann die Sorgen der Anwohner gar nicht nachvollziehen. "Sie beschweren sich schon, bevor das Projekt überhaupt angelaufen ist. Dabei kennen sie unser Konzept offenbar gar nicht. Natürlich wird es eine Eröffnungsparty geben und wir werden auch ab und an mal eine Party feiern. Wir haben aber nicht vor, jeden Tag Party zu machen. Auch Saufgelage wird es keine geben und wir werden die Ruhezeiten einhalten", so seine Worte. Man halte sich stets an die Gesetze, betont er im Gespräch mit der MZ immer wieder.
"Auch werden dort keine nackten Frauen herumrennen", stellt Jerkel klar. "Wenn ein Mädel meint, sie muss sich oben ohne sonnen, geht das natürlich, das geht privat aber ja auch." Und selbst wenn mal Kamerateams, etwa von Vox, vor Ort seien, würde man keine Nachbarhäuser abbilden.

Steff Jerkel hat am Wochenende auf Instagram sein neues Projekt vorgestellt. / Instagram
"Pech mit den Nachbarn"
"Sie können mir nicht verbieten, dass in einem Haus Leben ist, man grillt und Spaß hat", findet Jerkel. Auch den Vorwurf, dass er die Anwohner vorher nicht um Erlaubnis gefragt hat, könne er nicht verstehen. "Warum sollte ich bei den Nachbarn klingeln und fragen, ob sie mit dem Projekt einverstanden sind? Ich muss doch auch nicht jeden fragen, wenn ich einen Italiener aufmachen will", so der gelernte Klempner, der laut eigener Aussage "einfach Pech mit den Nachbarn hat".
"Gestern kam eine Beschwerde, dass das elektrische Eisentor am Eingang zu laut sei", sagt er weiter. Handwerker mussten es um 7.30 Uhr öffnen, da sie an der Villa etwas machen mussten. "Sie werden sowieso Stress machen. Wenn schon wegen so etwas ein Anruf kommt...", vermutet Jerkel.
Darum geht es bei dem Projekt
OF Hills heißt das Projekt, wobei OF sowohl für "Only Fans" als auch "Ocean Front" stehen kann. Zur Beschreibung des Projekts heißt es auf der Website: "Lebe in einer exklusiven Villa auf Mallorca und arbeite Seite an Seite mit anderen Creatorn. Gemeinsame Erfahrungen, Austausch und gegenseitiger Support. Profitiere von Learnings erfahrener Top Creator, von täglichen, spontanen Gesprächen und echtem Wissen, das man nicht in Tutorials findet. Ihr entwickelt gemeinsam Content, neue Ideen, produziert ohne Druck, exklusive Locations außergewöhnliche Abenteuer wie Traumstrände, Yachten, Partys, Golfclubs und vieles mehr sind die Kulissen für euch. Wenn du mehr willst als nur Reichweite – sondern Entwicklung, Verbindung absolutes Top-Niveau auf allen Ebenen, dann ist OF Hills dein Ort."
Interaktives Format
Das Konzept orientiert sich am in den USA bekannten Bop House. Bei dem 2024 ins Leben gerufenen Projekt leben acht offene Content Creator in einer Villa zusammen in Florida. "Unser Konzept ist etwas anders. Bei uns wohnen die Teilnehmerinnen mietfrei", so der Familienvater. Zudem seien stets nur sechs bis sieben Creator gleichzeitig da. Wie lange sie in der Villa bleiben dürfen, entscheiden auch die Zuschauer über die sozialen Netzwerke mit. "Sie dürfen auch abstimmen, wer in die Villa oder an Poolpartys oder Bootsausflügen, die wir organisieren, teilnehmen darf", so Jerkel.
Statt sich wie bei Reality-Formaten gegenseitig fertig zu machen, sollen sich die Frauen pushen. "Sie sollen gemeinsam wachsen", so Jerkel, der auch verschiedene Überraschungen geplant hat. Er will ab und an etwa andere Leute einfliegen lassen, die die Villa aufmischen.
Noch mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Peggy Jerofke und Steff Jerkel. / Vox / RTL
Die Geschichte von Peggy Jerofke und Steff Jerkel
Peggy Jerofke und Steff Jerkel haben durch die Vox-Sendung "Goodbye Deutschland" größere Bekanntheit erlangt. Kennengelernt hatte sich das Paar 1998 in Arenal. 2008 zogen sie gemeinsam nach Mallorca. Die Fans von "Goodbye Deutschland" konnten dann miterleben, wie das Paar im Laufe der Zeit mehrere gastronomische Betriebe in Cala Ratjada eröffnete, rentabel betrieb und später wieder verkaufte. Nach einem langen unerfüllten Kinderwunsch wurde im März 2018 Tochter Josephine geboren. Im Mai 2021 eröffneten die Auswanderer an der Promenade von Cala Ratjada das Lokal "Tiki Beach", das sich aktuell in der Winterpause befindet. Am 26. Juni 2026 werden Jerkel und Jerofke heiraten. Derzeit stecken sie mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Bei Vox waren sie zuletzt in einer Folge zu sehen, die am 12. Januar im Free-TV ausgestrahlt wurde. Die Tage war das Paar mit dem Team von "Goodbye Deutschland" am Drehen. Natürlich ist Jerkels neustes Projekt dort auch bald Thema, wie der Auswanderer der MZ bestätigte.
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