Auswandern nach Mallorca: Die 10 wichtigsten Schritte für den Start auf der Insel
Darum muss man sich auf jeden Fall als frisch angekommener Resident kümmern: NIE, Wohnung, Anmeldung und Co.

An alles gedacht? Die Auswanderung nach Mallorca sollte gut vorbereitet sein / Foto: Nele Bendgens
Der große Traum vieler Deutscher: Mallorca zum Lebensmittelpunkt machen. Wer aber mehr als 183 Tage im Jahr auf der Insel lebt, ist aus bürokratischer Sicht Resident und kann oder muss einige Behördengänge über sich ergehen lassen, um legal auf Mallorca zu leben. Zehn Dinge, die jeder Auswanderer zu Beginn erledigen sollte.
Ohne NIE geht nichts
Nummer eins auf jeder Spanien-Auswanderer-Liste ist die NIE-Nummer („Número de Identificación de Extranjero“), also die Identifikationsnummer für Ausländer. In Spanien hat jeder Bürger eine Nummer zur eindeutigen Identifizierung: Bei Spaniern steht sie auf dem Personalausweis (DNI), Ausländer benötigen die NIE. Wer länger als drei Monate in Spanien wohnen will, ist dazu verpflichtet. Ohne NIE kann man kein Haus oder Auto kaufen, kein Bankkonto einrichten und keinen Telefonvertrag abschließen.
Für die Beantragung werden das ausgefüllte Formular EX-15, die Quittung über die Gebühr (aktuell 9,84 Euro) sowie eine Kopie des Personalausweises benötigt; das Original muss ebenfalls vorgelegt werden. Ausgestellt wird die NIE bei der Ausländerbehörde der Nationalpolizei in Palma, in der Nähe des Kongresszentrums (Carrer Felicià Fuster, 7). Die Beamten sprechen Spanisch und teils Englisch – gegebenenfalls kann jemand zum Übersetzen mitkommen. Bei Fragen hilft die Behörde per E-Mail: mallorca.ouecomunitarios@policia.es.
Ohne Vorabtermin kommt man nicht hinein – und einen zu bekommen, ist nicht immer einfach. Beim MZ-Versuch gab es zwar einen freien Termin am nächsten Tag – die Regel ist das aber nicht. Termine werden zu wechselnden Zeiten freigeschaltet, manchmal hat man schnell Glück, manchmal dauert es Wochen.
Die NIE kann übrigens auch in Deutschland bei spanischen Auslandsvertretungen (Botschaft/Konsulate) beantragt werden, falls man sich (noch) nicht auf der Insel befindet.
Wohnungssuche
Wichtig zu wissen: Zimmer werden auf Mallorca anders gezählt als in Deutschland. Gerechnet wird mit Schlafzimmern – auch wenn man daraus letztlich ein Büro oder Gästezimmer macht. Küche und Wohnzimmer werden nicht mit einberechnet.
Bei der Suche sind Online-Portale wie idealista.com, pisos.com, habitaclia.com, pisocompartido.com oder milanuncios.com hilfreich. Für WG-Zimmer ist badi.com eine gute Anlaufstelle. Auch auf dem in Deutschland bekannten Portal wg-gesucht.de gibt es Angebote, die Auswahl ist aber recht klein. Auch hier kann es sich lohnen, ein Gesuch aufzugeben. Facebook eignet sich ebenfalls, etwa auf dem hauseigenen Marketplace oder in den Gruppen.
Viele Wohnungssuchende mieten über Makler. Wichtig zu wissen: Maklerkosten beim Wohnraummietvertrag muss der Vermieter tragen, nicht der Mieter.
Preislich kann man sich auf schon fast deutschlandähnliche Mieten gefasst machen: Die Mieten auf der Insel sind im Verhältnis zu den einheimischen Löhnen hoch. Unter 1.000 Euro findet man in Palma kaum Wohnungen. Ein WG-Zimmer kostet laut Idealista im Schnitt 525 Euro.
Wohnsitz anmelden
Ist die NIE da und eine feste Bleibe gefunden, folgt die Anmeldung in der Gemeinde (empadronamiento). Vorher sollte man sich in Deutschland „abgemeldet“ haben. Die Abmeldebescheinigung sollte man gut aufbewahren, sie erleichtert spätere Behördengänge bei Botschaft oder Konsulat.
Auch hier liegt die größte Herausforderung oft darin, online bei denen Rathäusern zeitnah einen Termin zu bekommen, denn die Anmeldung ist in den meisten Fällen nur mit Termin möglich. Gute Chancen hat man oft morgens gegen 8 Uhr oder nachmittags gegen 17 Uhr, wenn die Büros öffnen oder schließen. MZ-Tipp: Die Terminseite im Inkognito-Modus aufrufen. Vor Ort müssen Dokumente wie Mietvertrag, Ausweis etc. vorgelegt werden (Liste hier). Gegen einen kleinen Aufpreis von 1,30 Euro kann man sich eine ausgedruckte Bestätigung geben lassen.
In den ersten drei Monaten sollte man sich idealerweise anmelden – auch wenn viele sich mehr Zeit nehmen. Der Eintrag bringt Vorteile: etwa Rabatte bei Inlandsflügen, kostenlose Öffis und die Möglichkeit, sich ins Wählerregister einzutragen und so bei Kommunalwahlen zu wählen und zu kandidieren.
Auto ummelden
Wer NIE und empadronamiento hinter sich gebracht hat, kann sich mit der Ummeldung des Autos befassen. Wer nach Spanien zieht und sein Auto mitbringt, sollte man das Fahrzeug innerhalb von 30 Tagen ummelden. Ist man nur vorübergehend auf Mallorca, bleibt das Auto aber dauerhaft auf der Insel, muss es spätestens nach sechs Monaten spanische Kennzeichen haben. Eine Ummeldung kann teuer werden – die Kosten hängen stark vom Fahrzeug ab. Sie setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: der Ummeldung selbst (oft grob rund 1.000 Euro), der Zulassungssteuer (abhängig von den Emissionen) und der Erwerbssteuer (zwischen zwei und vier Prozent des Zeitwerts). Bei Autos mit weniger als 6.000 Kilometern Laufleistung kann zusätzlich Umsatzsteuer auf den Kaufpreis anfallen. Gestorías wie mas-service.es können einen Kostenvoranschlag machen. Dafür ist nur eine Kopie des Fahrzeugscheins nötig.
Konto
Mit NIE und idealerweise bereits einer Adresse lässt sich relativ schnell ein Bankkonto eröffnen. Viele Banken bieten ein kostenloses Girokonto an, wenn das Gehalt dorthin überwiesen wird. Ein Überblick der beliebtesten Banken hier.
Jobsuche
Das Leben auf der Insel ist teuer und muss finanziert werden. Auch ohne Spanischkenntnisse lässt sich ein Job finden – etwa über Portale sowie WhatsApp- und Facebook-Gruppen (Überblick hier). Wer in Deutschland arbeitslos geworden ist und den Neustart auf Mallorca wagt, kann unter bestimmten Bedingungen zunächst weiter deutsches Arbeitslosengeld beziehen. Wichtig ist, sich vor der Ausreise bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitsuchend zu melden, den Plan offenzulegen und der Agentur in der Regel mindestens vier Wochen für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung zu stehen (Ausnahmen sind möglich). Dafür stellt die Bundesagentur für Arbeit das Dokument PD U2 aus. Nach der Ankunft muss man sich innerhalb von sechs Tagen beim SOIB, der balearische Arbeitsagentur als arbeitsuchend melden – sonst drohen Kürzungen, weil die Zahlung dann erst ab dem Tag der Meldung startet. Das deutsche Arbeitslosengeld kann meist bis zu drei Monate, in Einzelfällen auf Antrag bis zu sechs Monate mitgenommen werden. Voraussetzung ist, dass man aktiv Arbeit sucht und die Melde- und hiesigen Kontrolltermine einhält. Sobald man eine Arbeit aufnimmt, endet der Bezug des deutschen Arbeitslosengeldes. Mehr Infos hier.
Krankenkasse und Co.
Auf Mallorca laufen Krankenversicherung, Renten- und Arbeitslosenleistungen über das Sozialversicherungssytem Seguridad Social. Angestellte werden direkt vom Arbeitgeber bei der Seguridad Social angemeldet, Selbstständige müssen sich selbst einschreiben.
Um zu einem Arzt im öffentlichen Gesunheitswesen zu gehen, braucht man auf Mallorca die rote Gesundheitskarte von IB-Salut. Diese können Residenten im nächstgelegenen Gesundheitszentrum beantragen. Welche Stelle zuständig ist, erfährt man über die Hotline Infosalut Connecta 971-22 00 00. Einen Termin kann man telefonisch (über die Hotline) oder persönlich vereinbaren. In Palma wird keine Gesundheitskarte ohne Termin ausgehändigt – in kleineren Gemeinden handhabt man das laxer. Zum Termin müssen NIE, Meldebescheinigung und ein Passfoto mitgebracht werden. Das öffentliche Gesundheitsversorgung ist gut, die Wartezeiten sind aber zuweilen lang. Viele schließen daher – auch für die Zähne – private Zusatzversicherungen ab.
Ebenfalls nützlich: die kostenlose Europäische Krankenversicherungskarte (Tarjeta Sanitaria Europea, TSE). Sie deckt bei Mallorca-Residenten außerplanmäßige Behandlungen ab, die bei kürzeren Aufenthalten außerhalb Spaniens notwendig werden – etwa beim Besuch in der Heimat. Wer über die Seguridad Social versichert ist, kann sie in der Regel unkompliziert beantragen.
Führerschein
Wer noch einen alten deutschen Führerschein ohne Ablaufdatum besitzt und schon länger auf Mallorca lebt, muss ihn als Resident in einen spanischen Führerschein umtauschen. Spätestens zwei Jahre nach der Anmeldung bei der Ausländerbehörde ist der Tausch Pflicht. In Palma kann es früher relevant werden: Wer erstmals die ORA-Anwohnerparkplakette beantragt, wird darauf hingewiesen, dass bei der Erneuerung nach einem Jahr ein Führerschein mit Ablaufdatum vorgelegt werden muss. Auch wer eine weitere Führerscheinklasse machen will, muss den Umtausch oft vor Ablauf der Zwei-Jahres-Frist erledigen.
Der erste Schritt ist die Terminvereinbarung bei der Verkehrsbehörde DGT in Palma (Carrer de Manuel Azaña, 50) über die Online-Vergabe (sede.dgt.gob.es/es). Bis zum Termin sollten diese Unterlagen bereitliegen: Personalausweis, Nachweis der Registrierung bei der Ausländerbehörde, deutscher Führerschein, ein farbiges Passfoto (32 × 26 mm) sowie das Antragsformular (alternativ vor Ort ausfüllbar). Zusätzlich ist ein medizinisches Gutachten eines „Centro de reconocimiento de conductores“ (Deutsch: Untersuchungsstelle für Fahrer) erforderlich. Beim Termin wird eine Bearbeitungsgebühr von 23,87 Euro fällig.
Handynummer
Dank des seit 2017 kostenlosen Roamings entstehen innerhalb der EU zwar keine Zusatzkosten – dauerhaft ist ein deutscher Vertrag auf Mallorca jedoch problematisch. Mobilfunkanbieter können nach etwa vier Monaten im Ausland die Fair-Use-Policy anwenden und Nachweise verlangen, dass der Nutzer im Ausstellungsland lebt. Für Residenten ist es daher meist sinnvoller und günstiger, auf eine spanische Nummer zu wechseln.Ein Überblick der Tarife bei lokalen Anbietern hier.
Karte für die Öffis
Die Tarjeta Única ist die neue einheitliche Fahrkarte für Residenten auf Mallorca. Damit können sie alle öffentlichen Verkehrsmittel der Insel nutzen: Zug, Metro, Überlandbusse (TIB) und auch die Stadtbusse in Palma (EMT) – derzeit sogar kostenlos. Seit Oktober 2025 ist die Karte an TIB-Servicestellen (u. a. Estació Intermodal Palma sowie Alcúdia, Inca, Manacor), in einigen Rathäusern (Calvià, Llucmajor, Marratxí) sowie im Kundenservicebüro der EMT in Palma und in Bürgerämtern (Oficinas de Atención a la Ciudadanía, OAC) erhältlich. Die erste Ausstellung ist kostenlos. Benötigt werden ein gültiges Ausweisdokument (z. B. Reisepass, Ausweis oder NIE) plus Kopie. Steht die Mallorca-Adresse nicht im Dokument, muss zusätzlich eine Meldebescheinigung vorgelegt werden.
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