Nach Live-Übertragung der Sonnenfinsternis auf Mallorca: Deutscher Supermarkt an der Playa de Palma bei RTL zu sehen
Die Stern-TV-Reportage, die Anfang 2026 das erste Mal im Free-TV lief, wird erneut wiederholt. Zuschauer bekommen darin allerhand Details über das bekannte Geschäft zu sehen

Längst nicht nur Deutsche kaufen im Deutschen Supermarkt an der Playa de Palma ein. / Bendgens
Im Januar 2024 war die Erstausstrahlung, nun wird die Stern-TV-Reportage "Mein super Markt" am Mittwoch (12.8.) 20.40 Uhr direkt nach einer Live-Schalte des Senders vom Ballermann zur Sonnenfinsternis ("Sonnenfinsternis am Ballermann Live - Das Himmelsspektakel des Jahrzehnts", 20.15 Uhr) erneut wiederholt. Wer sich zu dieser Zeit aufgrund von vermeintlichem Verkehrschaos noch nach Hause kämpft, kann sich die Folge auf RTL+ anschauen oder sich einfach die folgende MZ-Zusammenfassung durchlesen.
Protagonistin ist Sam-Betreiberin Silla Voigt, die 1996 nach Mallorca gekommen ist und den Supermarkt am 19. August 2007 aufgemacht hat. Das Kamerateam besucht das Lokal im September 2024 in der ersten Woche nach einer einmonatigen Sommerpause. Doch die Wiedereröffnung läuft alles andere als reibungslos. Die Fähre mit dem Lkw, der Wurstwaren und Milchprodukte liefern soll, hat Verspätung. Und dann fällt auch noch eine der drei Gefriertruhen des Ladens aus. Die Ware ist am Auftauen. Mehrere Tausend Euro Warenwert stehen auf dem Spiel, erfahren die Zuschauer.

Der Sam liegt nur etwa 200 Meter vom Meer entfernt. / Bendgens
Zahlen über Zahlen
Zwischendurch werden immer wieder Zahlen zum Sam eingeblendet oder die Off-Stimme erzählt etwas über das Lokal. Es liege etwa nur 200 Meter vom Strand entfernt, wird immer wieder wiederholt. Zudem sei es über 350 Quadratmeter groß. Zehn Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Im Jahr generiert der Sam um die 2,2 Millionen Euro Umsatz. Vor allem am Wochenende gebe es schon einmal Umsätze von 10.000 Euro pro Tag.
Fast das ganze Sortiment wird Woche für Woche aus Deutschland importiert, heißt es. 800 Paletten seien es pro Jahr. Allein der Transport einer mit bis zu zwei Meter hoch mit Waren bepackten Palette koste circa 300 Euro. Der Kunde muss also bedenken, dass die Transportkosten sich im Endpreis bemerkbar machen. Teils gebe es Preisdifferenzen von bis zu 50 Prozent im Vergleich zu deutschen Märkten. Voigt holt eine Packung Funny-Frisch-Chips (Ungarisch) aus dem Regal. Die Tüte kostet damals bei ihnen 2,99 Euro, in Deutschland würde sie zum damaligen Zeitpunkt 1,99 Euro kosten. Zu bedenken sei hier auch, dass sie sehr voluminös und damit schwer zu transportieren ist.
Dann trifft per Lkw die Ware aus Deutschland ein, mitten im Hochsommer. 15 Paletten sind es. "Bei 30 Grad Außentemperatur darf die Kühlkette nicht abreißen", kommentiert die Off-Stimme. Nach dem Herausholen jeder Palette muss der Lkw daher zugemacht werden.
Zuschauer bekommen auch Einblicken in das brechend volle Lager. Schließlich musste die ganze Ware aus der kaputten Tiefkühltruhe auch dort gelagert werden.

Eine ältere Aufnahme von Silla Voigt (links) und Mitarbeiterinnen. / Feldmeier
Kühltruhe repariert
Unterdessen ist ein Elektromeister an der kaputten Truhe zu Gange. Er selbst hatte sie damals vor 17 Jahren installiert, sie zunächst von Deutschland aus betreut. Die Truhe sei komplett vereist, sagt er. Nach einigen Stunden findet er die Ursache für den Ausfall: Eine wichtige, darin eingebaute Uhr sei durch Stromausfälle durcheinandergekommen. Wenig später ist die Truhe bereit zum Einräumen. Doch das Truhenglück hält nicht lange an. Später geht eine andere Tiefkühltruhe kaputt. Wieder kommt der Elektromeister.
Kaum Zeit für Urlaub
Auch über Sam-Chefin Silla Voigt erfährt man einiges. Für sie ist der Sam ihre vierte Selbstständigkeit. Voigt ist vor mehreren Jahrzehnten mit ihrem Mann nach Mallorca ausgewandert. Berufliche 18-Stunden-Tage seien in ihrem Leben keine Seltenheit. Sie will künftig kürzertreten, erreichen, dass sie zumindest wieder 30 Prozent Privatleben hat.
Unterstützung aus NRW
So richtig Urlaub gemacht hat sie das letzte Mal vor 30 Jahren. „Ich brauche dringend Unterstützung. Sonst gibt’s den deutschen Supermarkt künftig nicht mehr", sagt sie in dem Format. Ein Marktleiter aus NRW, Dennis Schwenn, stellt sich vor. Er könnte das operative Geschäft vom Sam übernehmen, hat derzeit allerdings in Deutschland noch einen eigenen Laden. Seine Tätigkeit könnte Voigt bis zu 3.500 Euro Bruttogehalt kosten. Kann sich Schwenn überhaupt vorstellen, auszuwandern? Erst muss er noch einen Nachfolger für seinen eigenen Laden finden. Solange die Papiere nicht unterschrieben sind, wird sich Voigt nicht drauf verlassen, dass sie bald entlastet wird, sagt sie.
Quereinsteiger statt Fachkräfte
Auch sonst ist die Personalsuche auf Mallorca schwierig. Wie andernorts auch herrscht Fachkräftemangel. Daher setzt Voigt auf Quereinsteiger. In dem Format wird etwa ein ehemaliger Maler und Soldat eingelernt. Voigt zeigt ihm, wo er wie welche Produkte einräumen muss. „Wer als Kind gerne Tetris gespielt hat, ist hier hervorragend aufgehoben“, sagt sie und lacht. Ganze 15.000 Artikel gibt es im Sam, erfährt man nebenbei. Voigt weiß blind, wo jedes einzelne steht.
Ein Problem, mit dem die Sam-Chefin immer wieder kämpft: Oft würden die frisch eingelernten Mitarbeiter nach nur einem halben Jahr wieder gehen. Das sei anstrengend. Auch einige Stammkunden, etwa Patrick Zahn und Nils Heidenreich, die in dem Vox-Format "Goodbye Deutschland" bekannt geworden sind, werden interviewt.

Sind Stammkunden im Sam: Patrick Zahn und Nils Heidenreich. / RTL+
Dank Lieferdienst was von der Insel sehen
Am Ende des Formats wird auch der Lieferdienst vom Sam vorgestellt. Er bietet Voigt die Möglichkeit, endlich mal wieder hinauszukommen, ihre Insel zu sehen. An manchen Orten war sie über zehn Jahre nicht, sagt sie. In der Folge ist sie auf dem Weg zu einem Kunden, der nicht mehr gut zu Fuß ist. Nur zehn Stammkunden werden auf diese Weise bedient, erfährt man. Doch das ganze Geschäft schmeißen und gleichzeitig Ware ausfahren, geht nicht. Um den Lieferdienst auszuweiten, braucht es weiteres Personal.
Immerhin: Dennis Schwenn hat für eine Probewoche zugesagt.

Silla Voigt vom Deutschen Supermarkt SAM. / RTL
Dreharbeiten im September 2024
Die Dreharbeiten für Vox-Format fanden in der ersten Septemberwoche 2024 statt. "Sie haben eine ganze Woche lang gedreht, jeden Tag acht bis neun Stunden. Das war schon eine Herausforderung mit den vielen Kunden", so Voigt, der die Dreharbeiten aber auch Spaß gemacht haben, damals zur MZ.
In all den Jahren sind auch einige Spanier auf den Geschmack deutscher Produkte gekommen. „Mittlerweile machen sie 35 Prozent der Kunden aus. Tendenz steigend“, so Voigt. Auch Kunden anderer Nationalitäten finden zunehmend den Weg in das Geschäft, ob Engländer, Amerikaner oder Russen. Viele der Produkte dürften Kunden von Edeka-Besuchen kennen.

Um die 15.000 Produkte umfasst das Sortiment vom Sam. / RTL+
Darum geht es in den neuen Stern-TV-Reportagen
Die Folge namens "Mein super Markt", in der der Sam zu sehen ist, bildete den Auftakt einer Serie, die den Blick laut der Beschreibung von Vox auf außergewöhnliche Geschichten hinter ganz alltäglichen Orten und Themen richten will. "Was passiert, wenn ein Supermarkt zur Eventlocation wird, Fastfood die Gesellschaft spaltet, der Kampf gegen die Kilos zum emotionalen Kraftakt und eine Kirmes hinter den Kulissen zu einem Ort voller Magie wird?", heißt es weiter.
Es ist längst nicht das erste Mal, dass im SAM Dreharbeiten stattgefunden haben. Erst Ende Juli war der bekannte Deutsche Supermarkt bei KabelEins ("Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum") zu sehen. Was man darin noch so alles erfahren hat, können Sie hier nachlesen.

Das Büro von SAM-Betreiberin Silla Voigt. / KabelEins
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