Grillen, Klettern, Jubeln: die bevorstehenden Sant-Antoni-Highlights im Überblick
Schon im Vorfeld der Teufelsfeiern gibt es auf Mallorca jede Menge zu erleben - auch wenn vieles Außenstehenden seltsam vorkommen mag. Ein Überblick für Anfänger

Die Tiersegnungen in Muro sind besonders sehenswert / Rosa Ferriol
Der Höhepunkt der Sant-Antoni-Feiern ist der 16. und 17. Januar. Doch auch im Vorfeld ist auf der Insel schon einiges rund um Sant Antoni und seine höllischen Gegner los.
Generalprobe in Manacor
Wer beispielsweise dabei sein will, wenn in Manacor die typischen Goigs-Gesänge angestimmt werden, aber keine Lust auf stundenlanges Warten im Gedränge hat, der kann bereits am Montag (13.1.) und Mittwoch (15.1.) um jeweils 20.30 Uhr den Proben in der Kirche Mare de Déu dels Dolors beiwohnen. Dann dürfte schon ein Hauch der Ekstase zu spüren sein, den die fetzigen Verse im Drei-Viertel-Takt bei der eigentlichen Veranstaltung am 16. Januar um 19.30 Uhr hervorrufen.
Überhaupt ist der 16. Januar der Tag, an dem das Sant-Antoni-Feeling in den meisten Hochburgen seinen Höhepunkt erreicht. Grundsätzlich können sich Neulinge allerorts zuschauen. Man sollte jedoch nicht erwarten, auf Anhieb zu verstehen, was genau eigentlich so mitreißend daran ist, dass ein paar Teufel und ein Heiliger durch die Straßen ziehen und an Lagerfeuern tanzen – der Enthusiasmus für Sant Antoni setzt oft erst mit den Jahren ein, wenn überhaupt.
Hexennacht und lokale Fehden
Sehenswert sind die Feierlichkeiten und die überschwänglichen Reaktionen der Einheimischen aber allemal. Auch in Sa Pobla, wo alljährlich am Vorabend von Sant Antoni die Hexennacht (Nit Bruixa) steigt. Mit großem Licht- und Feuerspektakel wird hier gegen 22 Uhr auf der Plaça Alexandre Ballester Radau gemacht. Der Andrang ist auch hier riesig, wer dabei sein will, sollte früh kommen und keine Angst vor Menschenmassen und Funken haben.
Ebenfalls voll, eng und berauscht geht es in Artà zu, hier allerdings bereits am frühen Morgen des 16. Januar. Wer hier nicht auffallen will, sollte ein helles Oberteil und ein rotes Tuch anziehen und viel Ausdauer mitbringen. Denn die Teufel schieben sich nur langsam durch die engen Gassen. An jeder Ecke wird angehalten, gesungen und gejubelt.
Außerdem sollte man sich nicht als jemand zu erkennen geben, der mit der Nachbargemeinde Capdepera sympathisiert. Die lokale Fehde zwischen den beiden Orten ist zu Sant Antoni besonders stark zu spüren. „Boti, boti, boti Artanenc el qui no boti“ (in etwa: „Wer nicht hüpft, der ist aus Artà“) wird dementsprechend dann auch am frühen Nachmittag immer wieder in Capdepera angestimmt. Hier starten die Teufel um 15 Uhr vor der Kirche und sind bis in die Nacht unterwegs.
Gut gerüstet fürs Grillen
Für die abendlichen Freudenfeuer empfiehlt es sich in jedem Dorf, selbst Grillgut mitzubringen. Besonders beliebt: panceta, also fetter Schweinespeck, der besonders schön über den gemeinschaftlichen Grillrosten brutzelt. Hinzu kommt meist die Blutwurst botifarró und die dünne Sobrassada llonganissa.
Üben kann man so auch schon einmal für den 19. Januar. Dann wimmelt es in der Innenstadt von Palma von Grillfeuern und Konzerten. Die Inselhauptstadt kann zwar, was Sant Antoni angeht, nicht mit den Dörfern mithalten. Im Vorfeld des Patronatstags des Schutzheiligen Sant Sebastià am 20. Januar lassen die Palmesaner es aber ebenfalls krachen.
Gesegnete Tiere und kletternde Menschen
Der eigentliche Ehrentag des Heiligen Antonius ist der 17. Januar. An diesem Tag werden vielerorts sämtliche Haus- und Nutztiere gesegnet. Besonders eindrucksvoll sind diese beneïdes in Muro.
Einen anderen Brauch pflegt an diesem Tag Pollença: Junge Dorfbewohner versuchen, einen mit Fett eingeriebenen Kiefernstamm zu erklimmen.
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