Lichtspektakel "Magische Acht": Am Dienstag zeigt sich das Phänomen in der Kathedrale von Palma
Es ist einer von nur zwei Tagen im Jahr, an denen das beliebte Lichtfest auf Mallorca gefeiert werden kann

B. Ramon
Zweimal im Jahr ereignet sich in der Kathedrale von Palma ein Spektakel: Tausende Menschen stehen dann dicht gedrängt, nicht um die Hände zum Gebet zu falten, sondern um ihr Smartphone in die Höhe zu halten. Auf den Displays erscheinen dann zwei bunte Kreise, einer in Form der Rosette der Westfassade, ein zweiter genau darunter in Form der Projektion der Rosette der Ostfront. Die morgendlichen Sonnenstrahlen lassen sie so erstrahlen, dass eine lückenlose und symmetrische Acht entsteht, die kurz darauf auch alle gängigen sozialen Netzwerke erleuchtet.
Auch an diesem Dienstag (11.11.), zu Sant Martin, ist es wieder soweit – und das Wetter scheint mitzuspielen. Denn das Spektakel, das im Deutschen gerne als "magische Acht" bezeichnet wird, kann natürlich nur stattfinden, wenn die Sonne scheint. Das ist laut Prognose des spanischen Wetterdienstes Aemet der Fall. Für den gesamten Tag wird Sonnenschein erwartet.

Wieder geglückt: Die "Magische Acht" in der Kathedrale von Palma de Mallorca / Issac Buj / Europa Press
Wann Sie da sein sollten
Das Gotteshaus öffnet gegen 7.30 Uhr seine Pforten. Wer dabei sein will, sollte pünklich, am besten schon vor der Öffnung der Türen an der Kathedrale sein. Erfahrungsgemäß sind viele Menschen dabei, der Platz könnte knapp werden. Wer es nicht schafft, das nur wenige Minuten andauernde Phänomen vor Ort anzuschauen, kann es auch per Livestream auf Youtube mitverfolgen. Die Übertragung beginnt um 8 Uhr.
Für den Tag darauf, also am Mittwoch (12.11.), organisiert die Kathedrale eine spezielle Führung zum Thema Licht in "La Seu" ("La luz en la Catedral de Mallorca"). Dabei geht es nicht nur um die "magische Acht", auch die Lichteffekte der Glasfenster und die Einführung des elektrischen Lichts werden erläutert. Anmelden kann man sich auf der Website der Kathedrale. Die Führung findet um 10 Uhr auf Spanisch und um 11.30 Uhr auf Katalanisch statt und dauert etwa eine Stunde. Die Teilnahme kostet 10 Euro.
Hintergrund
Seit 2018 heißt das Spektakel übrigens offiziell "La Festa de la Llum" (Lichtfest). Die Bezeichnung, die auf das sechste Jahrhundert zurückgehe, hat ihren Ursprung in der Marienverehrung. So verweist das Bistum auf die Jungfrau von Candelera, die ursprünglich auf Teneriffa verehrt wurde und deren Feiertag just am 2. Februar begangen wird. Und Candela, auf Spanisch Kerze, steht für das Licht, mit dem Gläubige auf den rechten Weg geleitet werden.
Außer am 11. November ist das Phänomen auch am 2. Februar zu beobachten. Mit dem Bau der Kathedrale auf Mallorca war vor 800 Jahren begonnen worden. Im Jahr 1601 wurde sie fertiggestellt. Von 1904 bis 1914 drückte der katalanische Architekt Antoni Gaudí dem Innenraum seinen Stempel auf. Die "Seu" verfügt insgesamt über 59 Fenster und fünf Rosetten.
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