Protest gegen Weihnachtsmarkt zweier Österreicher in Palma: Zu laut, zu lang, zu fremd
Der geplante Weihnachtsmarkt „Christmas in Palma“ sorgt für heftige Kritik. Anwohner beklagen fehlende Mitsprache, Lärmbelästigung und die Privatisierung eines öffentlichen Parks

Protest im Parc de Sa Feixina. / Pere Morell
Die Anwohner machen weiter gegen den geplanten Weihnachtsmarkt "Christmas in Palma" im Parc de la Feixina mobil. Am Sonntag (9.11.) trafen sich zahlreiche Familien unter dem Motto "Sa Feixina és de tots" (Sa Feixina gehört allen), um gegen das Projekt zweier österreichischer Unternehmer zu protestieren.
Die Anwohner aus den Vierteln Santa Catalina und Es Jonquet kritisieren unter anderem die Dauer der Veranstaltung. "Eine Sache ist es, ein einwöchiges Event zu veranstalten. Aber 45 Tage mit jeweils zwölf Stunden Musik ist eine Ungeheuerlichkeit in einer der wenigen grünen Lungen Palmas“, erklärt Íñigo Antolín, Organisator der Initiative.
Antolín zweifelte auch an der Machbarkeit der Veranstaltung: „Sa Feixina ist sehr schmal. Ich bezweifle, dass alle Marktstände hineinpassen. Es ist einer der wenigen Orte, an denen die Leute in Ruhe spazieren können; jetzt wird der Calisthenics-Bereich für Senioren belegt, und an die Skater oder Spaziergänger hat man auch nicht gedacht.“
Vor vollendete Tatsachen gestellt
Die Vorsitzende des Anwohnerverbands Barri Cívic de Santa Catalina i es Jonquet, Esperança Lliteras, äußerte sich besonders kritisch über das Projekt: „Es ist ein Ort voller Menschen. Man sagte uns immer, man werde uns berücksichtigen, damit Sa Feixina nicht überlastet wird. Aber es gab keine Voranhörung, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt."
Laut Lliteras hat die Stadt den öffentlichen Raum kostenlos an die Verbände Afedeco und Pimeco abgetreten, die ihn wiederum an die österreichischen Veranstalter verkauft hätten: „Man sagt uns, es werde lokale Produkte geben, aber das stimmt nicht. In der Werbung sieht man, dass es sich um einen deutschen Markt (sic!) handelt, der 45 Tage lang von einem ausländischen Unternehmen betrieben wird, das Gewinne machen wird, während Polizei und Busse von uns bezahlt werden. Sa Feixina wird zwei Monate lang privatisiert, ohne dass die Stadt einen Cent sieht.“
Forderung, dass der Markt woanders stattfindet
Der umstrittene Weihnachtsmarkt „Christmas in Palma" will einen nordisch geprägten Weihnachtsmarkt mit Rutschen und Eislaufbahn nachbilden und soll vom 21. November bis zum 6. Januar stattfinden. Barri Cívic fordert, dass der Markt, falls er stattfindet, auf ein Messegelände oder in nicht bewohnte Zonen verlegt wird, und bittet die Stadtverwaltung, die „kostenlose Überlassung eines öffentlichen Raums, der allen gehört“, zu überdenken.
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