Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Neue Vorwürfe gegen österreichische Veranstalter: Weihnachtsmarkt "Christmas in Palma" eröffnet trotzdem am Freitag

Lange Zeit war unklar, ob und wann der Startschuss für die Veranstaltung erfolgen soll. Die Opposition im Stadtrat schießt gegen den Markt

Ein Bild der Aufbauarbeiten für den Markt.

Ein Bild der Aufbauarbeiten für den Markt. / Manu Mielniezuk

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Der nordische Weihnachtsmarkt "Christmas in Palma" auf Mallorca steht unter keinem guten Stern. Seit Wochen gibt es Kritik an dem Konzept zweier österreichischer Gastronomen, die den Markt organisiert haben. Und lange Zeit war unklar, ob und wann es denn nun losgeht. Am Donnerstagnachmittag (27.11.) hieß es auf MZ-Anfrage bei der betreuenden Agentur: "Der Markt eröffnet am Freitag, allerdings ist die Uhrzeit noch nicht klar."

Am Donnerstagabend trudelte dann die Pressemitteilung der beiden Einzelhandelsverbände Pimeco und Afedeco ein, die den Markt unterstützen. Darin war dann die Rede vom Startschuss für die Kampagne "Palma, tot un centre de diversió" (in etwa: Palma, ein einziger Vergnügungspark) um 18 Uhr, womit sämtliche Weihnachtsaktivitäten der beiden Verbände gemeint sind. Und im Zuge dieses Startschusses soll auch der Weihnachtsmarkt "Christmas in Palma" eröffnet werden. Eine Woche später als eigentlich geplant. Warum es genau zu der Verzögerung kam, ist bis zuletzt nicht klar geworden. Bei der Stadt Palma gab man lediglich "irgendein Logistikthema und das schlechte Wetter" als Gründe an.

Im Stadtrat Kritik am Konzept

Auch im Stadtrat von Palma ging es am Donnerstag noch einmal um den Markt. Die Opposition störte sich daran, dass offenbar 42 der 60 Stände auf dem Weihnachtsmarkt direkt von den österreichischen Veranstaltern gemanagt werden. Stadträtin Angélica Pastor von den Sozialisten beklagte sich darüber, dass einer der Stände von einer Bar betrieben werde, deren Inhaber einer der Österreicher sei.

Die Oppositionspolitikerin warf die Frage auf, ob der Markt über alle nötigen Genehmigungen oder ein Sicherheitskonzept verfüge. Außerdem sei nicht transparent gemacht worden, wie die Auswahl der Aussteller erfolgt sei. Pastor kritisierte darüber hinaus, dass das Konzept des Weihnachtsmarktes wenig mit den einheimischen Traditionen zu tun habe. "Glühwein trinken, Wiener Würstchen essen..., ich glaube, das ist Ihnen aus der Hand geglitten, Herr Bürgermeister", sagte Pastor, an Rathauschef Jaime Martínez gerichtet.

Nur zwei Stunden Musik am Abend

Die zuständige Stadträtin der Regierungspartei PP, Guadalupe Ferrer, entgegnete, dass der Markt selbstverständlich über alle nötigen Lizenzen verfüge. Mit dem Markt sollten die kleinen und mittleren Unternehmen gefördert werden, die eine schwierige Zeit durchmachten. Auch, dass es zu Lärmbelästigung auf dem Markt kommen könne, schloss Ferrer aus. Das Rathaus trage dafür Sorge, dass Lärmvorschriften eingehalten würden.

Die Anwohner im angrenzenden Viertel Santa Catalina waren kurz nach Bekanntwerden der Pläne für den Weihnachtsmarkt gegen die Veranstaltung auf die Barrikaden gegangen. Im Endeffekt setzten die Nachbarn des Parks durch, dass es während der Öffnungszeiten des Marktes deutlich weniger Musik geben wird als zunächst geplant. Lediglich freitags und samstags darf nun jeweils zwischen 19.30 und 21.30 Uhr Musik gespielt werden. Die Lautstärke muss dabei eingeschränkt werden: Die Musik darf außerhalb des Marktes nicht zu hören sein. 

Tracking Pixel Contents