Fremdenverkehrsverband Foment del Turisme zeichnet die Mallorca Zeitung aus
Die MZ bekam eine besondere Würdigung für ihr 25. Bestehen. Goldmedaillen gab es für zwei Hoteliers und einen Gastronomen

MZ-Chefredakteur Ciro Krauthausen (li.) nimmt die Auszeichnung von Tourismus-Generaldirektor Miquel Rosselló entgegen. / GUILLEM BOSCH
Dass die Mallorca Zeitung fest etabliert ist und das auch auf der Insel so wahrgenommen wird, hat sich bei der alljährlichen Preisverleihung des Fremdenverkehrsverbandes Foment del Turisme am Montagabend (15.12.) ein weiteres Mal bestätigt. Die Zeitung wurde bei dem Festakt im CaixaForum in Palma mit einer sogenannten "mención de honor", also einer besonderen Würdigung, bedacht. Auszeichnungen in Form einer Goldmedaille gab es für drei Wegbereiter des Tourismus auf Mallorca: die Hoteliers Bernardo Quetglas und Juan Vich sowie den Gastronom Antonio Ferrer.
Weitere "menciones de honor" erhielten das Fotoarchiv Casa Planas für 100 Jahre Bestehen, das Hotel Pure Salt Garonda im Jahr seines 60. Geburtstages, die Boutiquehotel-Kette IT Mallorca Unique Spaces sowie die Mitarbeiterin der Pressestelle des Foment del Turisme, Dominique Carroll, für ihr 20. Jubiläum. Ganz nebenbei darf nicht vergessen werden: Das Foment de Turisme hatte an diesem Abend ebenfalls etwas zu feiern - seinen 120. Geburtstag. Damit ist das der älteste Fremdenverkehrsverband in Spanien.

Marina Planas (Casa Planas) mit dem Tourismusdezernenten des Inselrats, José Marcial Rodríguez. / GUILLEM BOSCH
Mallorca Zeitung als "Brücke zwischen den Kulturen"
Der balearische Tourismusminister Jaume Bauzà würdigte die Mallorca Zeitung als "Eckpfeiler, damit die Insel in authentischer Weise und ohne Fake News erzählt wird". Das Blatt sei eine "unbestrittene Referenz" für Information in deutscher Sprache und eine "Brücke zwischen den Kulturen".
Mallorca sei es gewohnt, viele Sprachen zu sprechen, die Mallorca Zeitung habe aber gezeigt, dass man auch auf gemeinsame Nenner komme, wenn man sich in den Austausch begebe. Chefredakteur Ciro Krauthausen nahm die Auszeichnung des Foment del Turisme aus den Händen des neuen Tourismus-Generaldirektors Miquel Rosselló entgegen, der im Oktober das Urgestein Pep Aloy auf dem Posten ablöste.
Gründer der BQ Hoteles
Mann des Abends war Bernardo Quetglas. Der Gründer der Kette BQ Hoteles und der Incoming-Agentur Sidetours wurde für sein Engagement für die mallorquinische Tourismusbranche gewüirdigt sowie für seine Verdienste um die Einführung des sogenannten Imserso-Programms, mit dem spanische Rentnerinnen und Rentner in der Nebensaison preiswert, weil staatlich subventioniert in den Hotels der Tourismus-Hotspots des Landes unterkommen.

Bernardo Quetglas (Mi.) mit Foment-Vorsitzendem Eduardo Gamero (li.) und Inselratspräsident Llorenç Galmés. / GUILLEM BOSCH
Quetglas sagte, dass die Auszeichnung ihn "ehre, aber auch Verantwortung auferlege", um weiterhin für Qualitätstourismus einzustehen. Mallorca sei nicht nur Sonne und Strand, sondern habe so viel mehr zu bieten.
Die anderen Goldmedaillen
Juan Vich ist unter anderem Gründer der Hotelkette Summum, die erst vor wenigen Tagen einen Zusammenschluss mit der Kette BQ Hoteles bekanntgegeben hat. Antonio Ferrer gilt als Begründer der Bierstraße an der Playa de Palma, hob den Gastronomieverband aus der Taufe und war geistiger Vater der Mostra de Cuina, einer Gastro-Route durch einheimische Restaurants.

Antonio Ferrer (Mi.) mit seiner Auszeichnung. / GUILLEM BOSCH
Der Vorsitzende des Foment del Turisme, Eduardo Gamero, ging in seiner Ansprache vor allem auf die aktuellen Herausforderungen für den Tourismus auf Mallorca ein. So sei es für seine Mitarbeiter in diesem Jahr darum gegangen, die Bilder, die die Proteste gegen die Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca erzeugt haben, "einzuordnen und ihnen entgegenzuwirken". Unter anderem habe es die Kampagne "Un turista, un amigo" (Ein Urlauber, ein Freund) gegeben. Diese sei in den internationalen Medien gut angekommen.
Überfüllung ein "plötzlich auftretendes Phänomen"?
Dennoch sei 2025 ein "nicht gerade vielversprechendes" Jahr gewesen. Die Ergebnisse vieler Unternehmer seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So wirklich nachvollziehen könne er die Proteste gegen den Massentourismus nicht. "Vor allem, weil die Demonstranten den Eindruck erweckt haben, dass die Überfüllung der Insel ein plötzlich auftretendes Phänomen ist", sagte Gamero. Dabei sei das Problem weder neu, noch auf Mallorca beschränkt. "Wir werden damit in Zukunft leben müssen, und zwar weltweit."
Ein wichtiges Anliegen sei daher, den Kampf gegen den Sauftourismus sowie die illegale Ferienvermietung weiterzuführen. Vor diesem Hintergrund kritisierte Gamero einmal mehr die Steuer für nachhaltigen Tourismus, die lediglich auf die legal operierenden Unterkünfte fällig wird. "Das finden wir ungerecht und willkürlich".
Mehrere Kriege und eine Pandemie überlebt
Inselratspräsident Llorenç Galmés würdigte in seiner kurzen Ansprache die Verdienste des Foment del Turisme, das "zwei Weltkriege, den spanischen Bürgerkrieg, zahlreiche Wirtschaftskrisen und eine Pandemie überlebt" habe.
Und Palmas Bürgermeister Jaime Martínez lobte ebenfalls die Arbeit des Verbandes und erinnerte einmal mehr an die Kandidatur der Stadt als europäische Kulturhauptstadt 2031. Abgerundet wurde der Abend durch ein kurzes Chorkonzert des Männerchors von Sant Francesc und einen Umtrunk.
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