Manacor bereitet sich auf Sant Antoni vor: Lagerfeuer, Wein und Lobgesänge
In Manacor fanden sich rund 2.000 Menschen ein, um die traditionellen Goigs zu proben, die die Feierlichkeiten von Sant Antoni begleiten

Bei der Probe der Goigs in Manacor. / Sebastià Sansó
Noch sind es ein paar Tage bis zu den Feierlichkeiten von Sant Antoni, aber die Menschen auf Mallorca fiebern dem Patronatsfest schon lange entgegen. In Manacor fand am Freitagabend (9.1.) die Probe zu den traditionell zu Sant Antoni gehörenden sogenannten Goigs statt - Freudengesänge und Sprechchöre, die zu den Feierlichkeiten im Chor gesungen oder gerufen werden. Und gekommen sind viele: Rund 2.000 Menschen füllten die Plaça de la Concòrdia im alten Viertel Fartàritx.
In schwarzen Sweatshirts und dunklen Wintermänteln harrten die Besucher geduldig eines Rituals, das, wie immer, erst spät begann – kurz nach 21 Uhr. Der Platz war, strenger als in früheren Jahren, an seinen drei Haupteingängen abgesperrt, um die Zuschauerzahl zu kontrollieren, die ursprünglich auf 1.700 Personen begrenzt war, dann aber deutlich überschritten wurde.
Polizeidrohne überwacht das Treiben
Viele der Glücklichen, die rechtzeitig eingelassen wurden, suchten schließlich Unterschlupf in Garagen, Häusern und auf Balkonen, wodurch weitere Hunderte Besucher Platz fanden. Ein Polizeidrohne kreiste über der Menge, um zu prüfen, ob die vom Rathaus festgelegten Sicherheitsvorgaben – maximal vier bis fünf Personen pro Quadratmeter – eingehalten wurden.
Doch als die Musik erklang, war jedes Gedränge vergessen. Mit den ersten Tönen der traditionellen Sant-Antoni-Melodien stimmte die Menge mit Inbrunst in die Goigs ein. Der Klang der Stimmen übertönte die Blasmusik, so inbrünstig sang die Menschenmasse.
Feuer, Wein und Verse
Nach dem Gesang folgte das Lagerfeuer. Rund um das große fogueró und später an den Feuerfässern blieben die Hartgesottenen zurück – die wahren Fans der traditionellen Sprüche, die Dichter mit ihrem scharfen Witz, die sich im Rhythmus der ximbombes (Trommeln) und im Feuerschein gegenseitig ihre Verse zuriefen.
Gerötete Gesichter vom Wein und der Hitze. Vom Gesang, von gegrillter Sobrassada und Fleisch am Spieß. Ein Fest, das den Auftakt einer ganzen Woche bildet, die in Manacor bis zum Tiersegen (Beneïdes) am 17. Januar andauern wird.
Auch der wahre Höhepunkt steht noch bevor: die Nacht der Dämonen, dieses Jahr am Freitag, 16. Januar. Dann gehören die Straßen der Jugend, dem Tanz, dem Feuer und der Ekstase – und Manacor zeigt, dass es kein größeres Privileg gibt, als hier zuhause zu sein.
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