Von Schafen bis hin zu Papageien: So laufen die Tiersegnungen zu Sant Antoni auf Mallorca ab
Die sogenannten Beneïdes zu Ehren von Sant Antoni finden jährlich am 17. Januar statt, wobei die Pfarrer die Haustiere und Nutztiere segnen

Alle kommen sie vorbei zur Tiersegnung in Muro, auch die Gänse. / DM
Die Tiersegnungen gehören zu Sant Antoni wie die Teufel und die sogenannten goigs, die Freudengesänge der Menschen vor allem im Inselosten. Bei den sogenannten beneïdes segnen die Pfarrer der Gemeinden segnen Haustiere und Stalltiere. Die sehenswerte Veranstaltung findet am Ehrentag von Sant Antoni direkt statt, also am 17. Januar.

Hunde und Teufel können natürlich auch gesegnet werden. / DM
Besonders bekannt und eindrucksvoll sind die Segnungen in der Ortschaft Muro im Norden von Mallorca, die erstmals im Jahr 1414 dokumentiert wurden. Aufgrund ihrer Bedeutung werden die Beneïdes von Muro am Montag (12.1.) vom Inselrat Mallorca zum immateriellen Kulturgut erklärt und sollen damit besonders geschützt werden.
Ganze Schafherden laufen auf
Zu den Segnungen kann im Prinzip jeder und jede kommen und eines oder mehrere Tiere mitbringen. Mitunter kann es da auch mal etwas enger werden, wenn ein Schäfer mit seiner mehr als 1.000 Tiere umfassenden Herde erscheint.

Hunderte Schafe bei der Segnung. / DM
Auch Pferdebesitzer kommen teilweise aus Sóller und Inca nach Muro. Weihwasser gibt’s aber auch für Klein- und Federvieh: Gänse, Mäuse, ja sogar Papageien und Schlangen sind in den vergangenen Jahren vor der Kirche gesegnet worden. Der Pfarrer hat dabei ein kleines Beselchen in der Hand, mit dem er in den Weihwasserkessel eintunkt und das Wasser über die Tiere sprenkelt.

Pferdebesitzer kommen auch von weiter weg nach Muro. / DM
In Palma seit dem 16. Jahrhundert bekannt
Auch der anschließende Umzug, bei dem Schulen, Vereine und Firmen bunte Wagen gestalten, sorgt für große Aufregung im Dorf – schließlich kann nur ein Wagen als der schönste prämiert werden. Eine ebenfalls traditionelle Tiersegnung findet im Carrer Sant Miquel in Palma statt. Dort werden die beneïdes seit dem 16. Jahrhundert abgehalten.
Die Geschichte des Antonius
Der Heilige Antonius lebte im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus in Unterägypten und entschied sich, obwohl er ein ansehnliches Vermögen geerbt hatte, für ein einfaches Leben. Er richtete sein Handeln nach dem Evangelium aus und spendete seine Reichtümer den Armen.

Auch der ein oder andere Kauz wurde in Muro bereits gesegnet. / DM
Seine enge Beziehung zu Tieren war der Überlieferung nach an seinem Todestag am 17. Januar 356 besonders deutlich zutage getreten. Als der Heilige Antonius bereits im Sterben lag, sollen sich ihm zwei Löwen genähert haben und ihm mit seinen Pfoten ein Grab ausgehoben haben. Während sie ihm die Hand geleckt haben sollen, segnete er die Tiere.
Sant Antoni wird deshalb heute als Schutzpatron der Tiere verehrt.
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