Sant Antoni und der Alkohol: zwischen Traditionen und Trinkorgien
Feuer, Teufel und viel Alkohol: Für viele junge Mallorquiner beginnt der Feiertag zu Sant Antoni mit einem Kater. Welche Drinks am Vortag besonders beliebt sind - und wieso es nicht alle schaffe, Maß zu halten

Stilecht aus der Plastikflasche und selbst gemixt: Alkohol zu Sant Antoni ist für viele junge Mallorquiner fester Bestandteil am 16. Januar / B. Ramon
Sant Antoni und der Alkohol: Für viele - vor allem jüngere - Insulaner beginnt der eigentliche Feiertag am 17. Januar vor allem mit einem: Katerstimmung. Während Kinder und ältere Generationen zum Ehrentag des Schutzheiligen der Tiere vormittags in die Kirchen pilgern, wo Haus- und Nutztiere bei den beneïdes gesegnet werden, schläft die Jugend größtenteils ihren Rausch aus.
Grund zum Saufen
Denn die große Sause steigt in den meisten Inseldörfern bereits am Vortag und Vorabend, dem 16. Januar. Nicht, dass es dort nur ums Saufen ginge: Auch mit Kindern kann man die Reigen der Teufel und die Freudenfeuer an diesem Tag prima besuchen (einige Tipps zu Sant Antoni mit Kindern finden Sie hier). Und viele Mallorquiner stehen wirklich hinter den alten Traditionen und Bräuchen. Aber für einige Halbwüchsige und junge Erwachsene ist Sant Antoni eben immer auch ein Grund, sich mehr oder weniger maßlos zu betrinken.
Während sich die gesetzteren Generationen bei den abendlichen foguerons eher heiter, aber meist gesittet, an ein paar Bier oder Rotwein halten, beginnt das große Saufen für die Teenager oft schon tagsüber. Schon bei den privaten Treffen, die viele im Vorfeld gegen Mittag organisieren, um bei Pa amb Oli, Espinagues und Coca Mallorquina Kraft zu tanken für die anstehenden Reigen der Teufel, wird häufig gut gebechert.
Um den Pegel zu halten, werden die meist selbst gemischten Gebräue dann auch mit auf die Straßen genommen, wo im Gedränge der Massen gerne mal gemeinschaftlich die Flasche geteilt wird. Um dennoch stilecht die Hände freizuhaben, nutzen viele traditionelle Umhängebeutel, geflochten aus Palmzweigen, wo die Drinks in 1,5-Liter-Plastikflaschen gut aufbewahrt sind.
Selbstgemixt in Plastikflaschen
Besonders beliebt zum Teufelsfest: Pomada und Mesclat. Bei Pomada handelt es sich um einen Zitronen-Gin-Mix, der ursprünglich aus Menorca stammt, und auch jenen gefällt, die den Alkohol nicht so gerne herausschmecken. Fruchtig, süßsauer, günstig im Einkauf der Zutaten - kein Wunder, dass Pomada gerade bei den Jüngeren beliebt ist. Mesclat, ein Anis-Kräuter-Likör, wird oft schon Wochen oder Monate vor dem Fest angesetzt, nicht jedem schmeckt der lakritzige Beigeschmack, dafür sehen die Kräuter in den Flaschen abenteuerlich aus und laden dazu ein, zumindest mal einen Schluck zu probieren.
Immer wieder haben verschiedene Bürgerinitiativen und öffentliche Institutionen in den vergangenen Jahren die Alkoholexzesse der Jugend auf Dorffesten - egal ob zu Sant Antoni oder bei den Patronatsfesten im Sommer - kritisiert, zumal oft schon Minderjährige deutlich über ihren Durst trinken. Kampagnen mahnen zu verantwortlichem Umgang mit Alkohol, auch die verschiedenen örtlichen Festkomitees bitten um maßvollen Konsum.
Für alle, die gerne einmal auf den Geschmack von Sant Antoni kommen möchten - und wissen, wie man sich benimmt - hier eine Mix-Anleitung.
Pomada de Menorca
Zutaten
- Gin (traditionell von der Marke Xoriguer)
- Selbstgemachte Limonade (bestehend aus 2 Zitronen, 250 ml kalten Wassers, 40 Gramm Zucker)
- Crushed-Ice
- frische Minzblätter (optional)
Zubereitung
Für die Limonade: Die Zitronen gründlich auspressen. In einer Schüssel oder einem Krug den Zitronensaft mit dem kalten Wasser und dem Zucker mischen. Rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Ab in den Kühlschrank.
Eiswürfel in ein Gefäß füllen, mit Gin bis zu einem Drittel füllen. Danach die verbleibenden 2/3 mit der kalten Limonade auffüllen. Vorsichtig mit einem Löffel vermengen. Wer mag, kann ein paar frische Minzblätter hinzugeben.
Abonnieren, um zu lesen
- Weißer Hai im spanischen Mittelmeer nachgewiesen: Studie bestätigt seltenen Fund
- Ein unaufhörliches Heulen: Sturmtief 'Nils' zieht mit 162 km/h über Mallorca
- Nach 13 Jahren: Das 'Goodbye Deutschland'-Lokal Red Rubber Duck in Peguera hat zugemacht
- Openings am Ballermann 2026: Wann Megapark, Bierkönig, Bamboleo, Oberbayern und Co. in die Saison starten
- Taucher finden unverhofft 'Schatz' in der Bucht von Palma - und sorgen für ein Happy End
- Weißer Hai im spanischen Mittelmeer: Wo genau wurde das Tier von Fischern gefangen?
- Im Februar: Erste Tropennacht des Jahres auf Mallorca gemessen
- Sturmtief „Nils“ auf den Balearen: 267 Einsätze seit Mitternacht – Mallorca am stärksten betroffen
