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Politische Botschaften und kulturelle Vielfalt: Der Karnevalsumzug Sa Rua in Palma trotzte dem Sturm

Eine Gruppe von Anwohnern der Plaça Llorenç Villalonga inszenierte eine Performance zur umstrittenen Fällung der Bellasombra-Bäume, um symbolisch Gehör zu finden

Trotz stürmischen Wetters und zumindest zeitweise fast orkanartiger Böen hat sich am Sonntag (15.2.) in Palma die Karnevalsstimmung durchgesetzt: Der Umzug, auf mallorquinisch Sa Rua genannt, kehrte mit noch größerer Beteiligung als im Vorjahr in die Innenstadt zurück. Elf Festwagen und 36 Gruppen zogen ab 17 Uhr durch die Straßen – von der Rambla über den Carrer de la Riera, den Carrer Unió, die Plaça del Rei Joan Carles I und die Avinguda de Jaume III bis zum Paseo Mallorca.

Besonderes Aufsehen erregte eine Gruppe von Anwohnern der Plaça Llorenç Villalonga, die gemeinsam mit Umweltverbänden eine Performance zur umstrittenen Fällung der Bellasombra-Bäume aufführten. Unter Applaus stellten sie die Proteste nach, mit einer Figur des Bürgermeisters Jaime Martínez samt Zylinder, um symbolisch Gehör zu fordern. Anders als in den deutschen Karnevalshochburgen sind bei den Umzügen auf Mallorca politische oder gesellschaftskritische Beiträge eher selten.

Diesmal sogar ein bisschen politisch

Auch die Gruppe Palma Verda brachte das Thema mit satirischem Biss auf die Bühne: Als städtische Arbeiter mit Motorsägen verkleidet, stellten sie die Fällung der Bäume vom 18. Dezember nach. Begleitet wurden sie von der Batucada Tambors per la Pau, während sie Transparente mit der Frage hochhielten: „Palma: Kulturstadt, Wohnstadt oder nur Touristenstadt?“

Neben gesellschaftskritischen Darbietungen bot die Sa Rua auch viel kulturelle Vielfalt – Gruppen aus Bolivien und Ecuador zeigten ihre traditionellen Tänze. Für Aufregung sorgte allerdings die bolivianische Gruppe San Simón USA Mallorca, die in auf ihrem Wagen einen Generator ohne ausreichende Belüftung betrieb. Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz mussten eingreifen, da ein Kind im Fahrzeug wegen Rauchentwicklung gefährdet war. Nach einer kurzen Unterbrechung durfte die Gruppe weitermachen.

Auch mehrere Schulen, Vereine, Musikgruppen und Fitnessclubs beteiligten sich an dem farbenfrohen Umzug.

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