BVB-Clique und viel TV-Prominenz: Mallorca Country Club eröffnet ATP-Tennisturnier mit großer Gala
So war die Eröffnungsgala der Vanda Pharmaceuticals Mallorca Championships in Santa Ponça
Diese Mallorca-Prominenz war bei der Eröffnung des Tennisturniers in Santa Ponça anzutreffen / Kay Kirchwitz / Starpress
Ist das noch Tennis oder sind es schon die Oscars? "Wir haben den besten roten Teppich Mallorcas", sagte Veranstalter Edwin Weindorfer stolz über seine Eröffnungsgala der Vanda Pharmaceuticals Mallorca Championships am Freittagabend (19.6.). Die Promis standen Schlange, um sich am Einlass fotografieren zu lassen und den Fernsehteams Frage und Antwort zu stellen. Unter den Gästen waren viele sehr bekannte Gesichter.
So hatte sich überraschenderweise eine Art BVB-Clique gebildet. Angeführt vom ehemaligen Torwart und heutigen Dortmund-Markenbotschafter Roman Weidenfeller, der unermüdlich seine Begleiter mit Gin Tonics versorgte. Emotion-Chef Weindorfer habe ihn eingeladen, sagte der Weltmeister von 2014 der MZ. "Ich bin begeisterter Tennisfan." Erst im vergangenen Jahr stattete Weidenfeller der Insel einen Besuch ab, um eine BVB-Kooperation mit einem mallorquinischen Dorfclub vorzustellen.
Sebastian Kehl tanzt auf einer Hochzeit
"Das läuft gut. Die Kinder sind aus dem Häuschen. Sie tragen die schwarz-gelben Farben. Wir haben den BVB-Stempel schon aufgedrückt", so der Ex-Keeper. In den kommenden Wochen will er in die USA reisen, um ab dem Achtelfinale mit dem deutschen Team mitzufiebern. "Wir haben einen guten Start erwischt. Die Elfenbeinküste schlagen wir auch."
Immer wieder tauschte sich Weidenfeller mit seinem ehemaligen Weggefährten Sebastian Kehl aus. "Ich bin eigentlich wegen der Hochzeit eines Freundes hier", verriet der 46-Jährige, der noch bis März Sportdirektor beim BVB war. Wer heiratet, wolle er nicht verraten. Es sein schon ein Promi, aber keiner seiner Fußballerkollegen. Statt zur WM zieht es Kehl bald weiter zu Wimbledon, wo er den Grand Slam sehen will. Zu seiner beruflichen Zukunft hielt er sich bedeckt. "Das lasse ich alles auf mich zukommen."

Veranstalter Edwin Weindorfer eröffnet gemeinsam mit Gabriela Sabatini und Tommy Haas (beide re. im Bild) die Mallorca Championships. / Ciro Krauthausen / v
Kein Klopp, kein Demichelis, dafür Hütter
Die Fußballgemeinschaft wurde durch Adi Hütter vervollständigt. Der Landsmann des Österreichers Weindorfers folgte der Einladung, obwohl für ihn sicher stressige Wochen anstehen. Der Trainer kehrt zu seinem früheren Arbeitgeber Eintracht Frankfurt zurück, wo er die Scherben auflesen muss, die der Mallorquiner Albert Riera hinterließ. Jürgen Klopp, sonst Stammgast im Country Club, fehlte, da er bei der WM weilt. Auch Real-Mallorca-Trainer Martín Demichelis war nicht anzutreffen.
Dafür strahlten die Fernsehgesichter um die Wette. Gekommen waren unter anderen Britt Hagedorn, Marcel Remus, Christine Neubauer, Birgit Schrowange und Martin Semelrogge.
Zwei Millionen Euro in klimatisierten VIP-Bereich investiert
"Nicht immer haben wir 500 Leute zu Besuch", sagte Country Club-Chef Josep Muñoz. "Meine Arbeitstage sind rund um das Turnier 19 bis 20 Stunden lang." Eine schlechte Nachricht mussten die Veranstalter vor dem Start des Tennisturniers am Samstag (20.6.) allerdings verkünden. Stan Wawrinka, eines der Aushängeschilder des Events, kommt letztlich nicht zu seiner Abschiedstour. Der Schweizer reiste aus "familiären Gründen" wieder ab.
"Dafür ist Kyrgios da und hat heute schon trainiert", sagt Weindorfer. "Um den streiten sich alle Turniere, wir haben ihn." Sechs Millionen Euro bot der Österreicher auf, um das ATP-Event auf die Beine zu stellen. Alleine zwei Millionen Euro flossen in die neuen VIP-Zonen mit klimatisierten Bereichen.
"Wir entwickeln uns stetig weiter", so der Veranstalter. Hinzu gekommen ist auch eine 25 Meter hohe Haupttribüne, gegen die der frühere Center Court wie ein Trainingsplatz wirkt. An die 50 Prozent der Karten sind ausverkauft. "Da ist noch Luft nach oben", sagt Weindorfer. "Wobei die Spanier naturgemäß nicht zu den Frühbuchern zählen."
Immer wieder Tommy Haas
Zum Stammgast auf der VIP-Tribüne mausert sich indes Tommy Haas. "Schon als Kind kam ich immer in den Mallorca Urlaub", sagte er der MZ. "Ich erinnere mich gut an Cala Major. Später kamen Trainingsaufenthalte mit meinem Vater hinzu."
Heute lebt der 48-Jährige überwiegend in Los Angeles. Die Kinder sind noch nicht aus dem Haus, daher sei ein Umzug nach Mallorca derzeit keine Option. Auch er ist beeindruckt, wie das Turnier gewachsen ist. "Solche Wettbewerbe sind verdammt wichtig für die Spieler auf den Plätzen 30 bis 100 der Weltrangliste. Sie wollen spielen, Geld verdienen und im Ranking klettern. Man muss Edwin für seine Arbeit ein großes Lob aussprechen."
Zudem sei Mallorca natürlich reizvoll für den ein oder anderen Oldie, der gen Ende der Karriere auch abseits des Platzes schaut, was die Turniere zu bieten haben. Und da steht ein Mallorca-Urlaub ganz weit oben.
Wie bereits Toni Nadal im MZ-Interview, so sieht auch Haas den Deutschen Alexander Zverev als einen der Favoriten auf den Wimbledon-Sieg. "Wir haben gesehen, wie schnell Sinner stolpern kann", sagt er. Und Djokovic? "Der spielt nur noch wenige Turniere. Da soll er nun direkt Favorit sein?" Unterschätzen dürfe man den 24-fachen Grand Slam-Sieger aber auch nicht.
Das einwöchige ATP-500-Turnier startet in Santa Ponça startet an diesem Samstag. Karten gibt es hier.
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