Plötzlich zu klein oder völlig ungeeignet: Mallorcas offizielle Sonnenfinsternis-Plätze wackeln
Die Gemeinden Algaida und Porreres stellen die Planungen der Balearen-Regierung infrage: Kapazitäten werden drastisch reduziert, ein Standort soll ganz gestrichen werden

Auf dem ehemaligen Fußballplatz von Pina dürfen nur noch 200 Personen die Sonnenfinsternis beobachten. / Manu Mielniezuk
Das Betrachten der Sonnenfinsternis auf Mallorca verkompliziert sich weiter. In den vergangenen Tagen hatten die Balearen-Regierung und einige Gemeinden bereits einige Restriktionen für den 12. August bekanntgegeben. Nun kommen weitere Probleme hinzu. Denn drei der insgesamt neun offiziellen, von der Landesregierung festgelegten "sicheren" Beobachtungspunkte wackeln.
Am Donnerstag (6.8.) hat die Gemeinde Algaida, in der zwei Beobachtungspunkte vorgesehen sind, den Sicherheitsplan für den großen Tag veröffentlicht. Und der sieht eine drastische Reduzierung der zugelassenen Zuschauerzahl vor. Auf dem Fußballplatz von Algaida sollten nach den Plänen der Balearen-Regierung bis zu 6.231 Menschen das Spektakel am Himmel beobachten können. Die Gemeinde hat diese Zahl nun auf 500 gedrosselt. Ein Grund: Statt auf dem Platz selbst darf jetzt nur noch neben dem Feld geschaut werden. Die Gemeinde wird die Zufahrten dauerhaft kontrollieren. Sobald die Kapazitätsgrenze erreicht oder die ausgewiesenen Parkflächen ausgelastet sind, wird die Zufahrt vorübergehend eingeschränkt.
Die bisher angedachten neun Beobachtungspunkte auf Mallorca:
- Circuit de Son Matamoros
- Platja de Palma
- Ronda de Porreres
- Platja de Santa Ponça
- Camp de futbol d'Algaida
- Camp de futbol de Pina
- De Maioris a Tolleric
- Aparcament MA-3220
- Maioris
Drastische Einschränkungen in Pina
Noch dramatischer sieht es auf dem ehemaligen Fußballplatz von Pina aus, der ebenfalls zur Gemeinde Algaida gehört. Von bis zu 5.731 Menschen beim Public-Sonnenfinsternis-Viewing war hier die Rede. Auch hier machen die Verantwortlichen den Plänen der Landesregierung einen Strich durch die Rechnung. Maximal 150 bis 200 Besucher sollen zugelassen werden. Die Ortspolizei kontrolliert auch hier den Zugang und sperrt den Platz, sobald die vorgesehene Kapazität erreicht ist.
Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Parkmöglichkeiten „äußerst begrenzt“ sind. Lediglich rund 20 Stellplätze sind für Anwohner und Rettungsdienste reserviert. Deshalb wird empfohlen, nicht mit dem eigenen Fahrzeug anzureisen, sondern öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Zudem erinnert die Gemeinde daran, dass das Parken entlang der Straße verboten ist.
Porreres bittet darum, von der Liste gestrichen zu werden
In Porreres schüttelt man derweil den Kopf angesichts des Plans, ein öffentliches Sonnenfinsternis-Schauen auf der Umgehungsstraße Ronda de Porreres zu veranstalten. 10.781 Menschen sollten sich hier maximal versammeln dürfen. Die Gemeinde hat bei der Balearen-Regierung beantragt, den Ort komplett aus der Planung zu streichen.So habe man eine Überprüfung vorgenommen, um die Bedingungen während der Sonnenfinsternis zu simulieren. „Wir waren überrascht, dass der Ort als offizielle Beobachtungszone aufgenommen wurde. Davor stehen Gebäude, die die Sicht versperren werden“, erklärte Bürgermeisterin Maria Agnès Sampol (PP).
Sampol weist zudem darauf hin, dass der von der Balearen-Regierung angegebene Standort nicht korrekt bezeichnet sei. „Eine Ronda de Porreres gibt es nicht“, erklärt sie. Die Gemeinde habe sowohl diesen Fehler als auch die Tatsache gemeldet, dass der Standort nicht die Voraussetzungen für eine offizielle Beobachtungszone erfülle. „Wir befürchten, dass viele Menschen in der Überzeugung kommen, die Sonnenfinsternis von dort aus gut sehen zu können, und dann feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Und wer muss am Ende den Kopf dafür hinhalten?“, fragt die Bürgermeisterin.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Sonnenfinsternis fällt mit den Patronatsfesten zusammen, die vom 9. bis 17. August gefeiert wird. Für den 12. August ist ein Wohltätigkeitsessen geplant, zu dem Hunderte Menschen erwartet werden. Das Ortszentrum wird für den Verkehr gesperrt sein. „Wir haben weder einen geeigneten Ort, an dem wir die Menschen unterbringen können, noch ausreichend Parkplätze“, heißt es aus dem Rathaus.
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