Mallorca schaut wieder zum Himmel: An diesem Tag ist eine spektakuläre Mondfinsternis über der Insel zu sehen
Am Freitagmorgen (28.8.) bietet sich auf Mallorca ein eindrucksvolles Schauspiel: fast 96 Prozent des Mondes werden im Erdschatten verschwinden

Der teilweise vom Erdschatten verdunkelte Vollmond leuchtet während einer Mondfinsternis rötlich. / Silas Stein/dpa
Nur 16 Tage nach der historischen totalen Sonnenfinsternis vom 12. August richtet Mallorca den Blick erneut zum Himmel. In der Nacht zum Freitag (28.8.) steht das nächste astronomische Ereignis bevor: eine partielle Mondfinsternis, die in ganz Spanien zu sehen sein wird und auf Mallorca kurz nach sechs Uhr morgens ihren spektakulärsten Moment erreicht.
Technisch gesehen handelt es sich nicht um eine totale Mondfinsternis, aber viel fehlt nicht dazu. Zum Höhepunkt werden rund 96 Prozent der Mondscheibe vom Schatten der Erde verdunkelt sein. Wer das Schauspiel auf Mallorca beobachten möchte, muss früh aufstehen und vor allem den Standort sorgfältig auswählen. Der Mond steht immer tiefer über dem Horizont und bewegt sich in Richtung West-Südwest, bevor er noch vor dem vollständigen Ende der Finsternis untergeht.
Um wie viel Uhr ist die Mondfinsternis auf Mallorca?
Die Finsternis beginnt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 3.23 Uhr, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Diese erste Phase ist sehr unscheinbar: Lediglich eine leichte Abnahme der Helligkeit wird zu erkennen sein. Deutlich sichtbar wird das Phänomen gegen 4.33 Uhr. Dann beginnt die partielle Phase, und der dunklere Kernschatten der Erde schiebt sich über die Mondoberfläche.
Diese Uhrzeiten sollte man sich merken:
- 3.23 Uhr: Beginn der Halbschattenfinsternis.
- 4.33 Uhr: Beginn der partiellen Mondfinsternis.
- 6.12 Uhr: Höhepunkt der Finsternis.
- gegen 7.21 Uhr: Monduntergang in Palma.
- 7.51 Uhr: Ende der partiellen Phase; von Mallorca aus befindet sich der Mond zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits unter dem Horizont.
- 9.01 Uhr: endgültiges Ende der Halbschattenphase, ebenfalls nicht mehr von der Insel aus sichtbar.
Der große Moment ist damit um 6.12 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond nur noch etwa elf Grad über dem Horizont und zwar in Richtung West-Südwest. Eine freie Sicht ist deshalb besonders wichtig.
Wo kann man die Mondfinsternis auf Mallorca am besten sehen?
Anders als bei einer Sonnenfinsternis muss man sich für die Beobachtung einer Mondfinsternis nicht in einem bestimmten geografischen Korridor befinden. Sofern die Wolken mitspielen, wird sie von ganz Mallorca aus sichtbar sein.
Diesmal gibt es allerdings einen wichtigen Faktor: Zum Höhepunkt der Finsternis steht der Mond sehr tief über dem Horizont und sinkt weiter in Richtung West-Südwest. Ein Berg, Gebäude, Bäume oder andere Hindernisse können die Sicht daher auch bei klarem Himmel zunichtemachen.
Am besten eignen sich folglich Orte mit einem vollständig freien Horizont nach Westen und Südwesten. Die West- und Südwestküste Mallorcas ist dabei im Vorteil. Küstenabschnitte bei Andratx und Sant Elm, freie Stellen an der Küste von Calvià sowie Bereiche bei Banyalbufar und Estellencs mit ungehindertem Blick aufs Meer könnten gute Bedingungen bieten.
Entscheidender als ein besonders hoch gelegener Standort ist, Hindernisse im Westen zu vermeiden. Ein entsprechend ausgerichteter Strand, ein Aussichtspunkt mit freiem Horizont oder eine erhöhte Stelle abseits von Gebäuden können bereits ausreichen.
Auch in Palma wird die Finsternis zu sehen sein. Dort sollte man allerdings einen Ort suchen, von dem aus der Horizont in Richtung West-Südwest frei ist.
Wolken könnten die Beobachtung erschweren
Der größte Unsicherheitsfaktor ist das Wetter. Die am Mittwoch vorliegende Prognose des spanischen Wetterdienstes Aemet deutet bislang für die Nacht und den Freitagmorgen auf bewölkten Himmel in weiten Teilen des Südens und Südwestens Mallorcas hin.
Für Palma, Andratx und Calvià erwartet Aemet in der ersten Tageshälfte am Freitag bewölkten Himmel bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 20 Prozent. Die Vorhersage kann sich allerdings noch ändern. Entscheidend wird sein, ob sich ausreichend große Wolkenlücken bilden.
Wer die Mondfinsternis beobachten möchte, sollte daher am Donnerstagnachmittag beziehungsweise Donnerstagabend noch einmal die aktuelle Wettervorhersage prüfen, insbesondere die Entwicklung der Bewölkung.
Braucht man Schutz, um eine Mondfinsternis anzuschauen?
Nein. Anders als bei einer Sonnenfinsternis kann eine Mondfinsternis problemlos mit bloßem Auge und ohne Filter oder spezielle Schutzbrille betrachtet werden. Das spanische Nationale Geografische Institut betont, dass von der Beobachtung keinerlei Gefahr für die Augen ausgeht.
Auch ein Teleskop ist nicht nötig. Mit einem Fernglas lassen sich Details der Mondoberfläche und das Vorrücken des Schattens zwar besser erkennen, das Phänomen ist aber auch ohne Hilfsmittel gut sichtbar.
Während des Höhepunkts können große Teile des Mondes zudem rötliche oder kupferfarbene Töne annehmen. Ursache dafür ist, dass ein Teil des Sonnenlichts zunächst die Erdatmosphäre durchquert, bevor es auf die Mondoberfläche trifft.
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