Ich liebe es einfach, wenn der Duft von Gänsebraten zu Weihnachten den Raum erfüllt. Ja, es stimmt, Gans ist etwas fetter als Truthahn oder Huhn – aber der Vorteil besteht darin, dass das Fleisch um einiges schmackhafter und mit seinem hohen Eisen- und Proteingehalt sehr nahrhaft ist.

Wenn so viele Menschen sich nicht trauen, zu Hause eine Gans zu machen, liegt das wohl daran, dass sie den Ruf hat, ein für die perfekte Zubereitung komplizierter Vogel zu sein. Und es stimmt, es ist wirklich eine kleine Herausforderung: Ist die Gans zu kurz im Ofen, kann sie zäh wie ein alter Stiefel sein. Lässt man sie zu lange darin, wird das Fleisch schnell zu trocken. Wie also gelingt ein guter Gänsebraten?

Zu Hause nehme ich die Gans am Abend zuvor aus dem Kühlschrank. Denn die Haut sollte möglichst trocken sein, damit sie im Ofen knusprig wird. Man sollte nicht vergessen, dass alle Gänsesorten fett sind, und um möglichst viel Fett herauszubekommen, muss man die Brust und die Schenkel mit einem Spieß anstechen. Ein kleiner Tipp für eine besonders knusprige Haut ist, kochendes Wasser über die Gans zu gießen und sie dann vor der Zubereitung eine Stunde lang trocknen zu lassen. Ebenso wichtig ist das Füllen der Gans, wenn Sie ein saftiges Brustfleisch haben wollen. Als Füllung eignet sich beispielsweise eine Mischung aus Zwiebeln, Semmelbröseln und Salbei, aber ich finde auch eine Füllung auf Fruchtbasis hervorragend – allerdings sollte sie etwas Zitronen- oder Orangenschale enthalten sowie gewürfelte Quitte, Birne oder Aprikose. Auch getrocknete Aprikosen passen ganz gut zur Gans, aber dieses Jahr entscheide ich mich für gehackte Äpfel und getrocknete Pflaumen. Geben Sie so viel von der Füllung hinein, bis der Vogel aussieht, als würde er gleich platzen.

Nun die Gans ordentlich mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und auf einen Bratrost mit Fettpfanne legen, so kann die Luft beim Braten um die Gans herum zirkulieren. Legen Sie sie 30 Minuten lang in den vorgeheizten Ofen (220 Grad/Gas Stufe 7). Dann die Temperatur auf 180 Grad/Gas Stufe 4 reduzieren und weitere anderthalb Stunden braten oder bis die Säfte klar herauskommen, wenn man mit einem Spieß zwischen Bein und Brust sticht.

Lassen Sie die Gans vor dem Zerschneiden 15 bis 20 Minuten ruhen. Wichtig ist, sie immer wieder mit den herausgeronnenen Säften zu begießen, denn so wird das Fleisch schön saftig und aromatisch und zudem nimmt die Haut eine wunderschöne Farbe an und wird knusprig. Während des Bratens sollten Sie mit Ofenhandschuhen zum Schutz Ihrer Hände immer wieder die Fettpfanne aus dem Ofen nehmen und das Fett aus den Ecken entfernen – machen Sie das zwei bis drei Mal und heben Sie das Fett für die Zubereitung von Bratkartoffeln auf.

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Gans passt wirklich gut zu säurehaltigen Früchten wie Kirschen, Orangen, Maracuja, Heidelbeeren sowie zu Äpfeln und Birnen. Sie schmeckt auch herrlich mit Kohl, Kürbis, Wurzelgemüse und Pilzen. Auch Gewürze haben eine große Affinität zur Gans – also würzen Sie Ihre Gemüse und servieren Sie diese mit in Gänsefett gebratenen Kartoffeln.

Ganzer Gänsebraten gefüllt mit Äpfeln und Pflaumen

Zutaten für vier Personen

  • 5 kg Gans aus Freilandhaltung
  • 250 g entsteinte Pflaumen, gehackt
  • 350 g (ca. 2 bis 3) Bramley-Äpfel, geschält, entkernt und gehackt
  • Geriebene Schale einer Zitrone
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 2 EL Brandy
  • Salz, Meersalz, schwarzer Pfeffer


Zubereitung:

Am Tag vor der Zubereitung die Haut der Gans überall mit der Spitze eines scharfen Messers einstechen. Den Vogel in ein sauberes Spülbecken legen und eine Kanne kochendes Wasser darübergießen. Mit Küchenpapier trocken tupfen und über Nacht ohne Deckel im Kühlschrank zum Trocknen aufbewahren. Dadurch stellt man sicher, dass die Haut herrlich knusprig und das Fleisch saftig wird.

Den Ofen auf 220 °C/Umluft 200 °C/Gas Stufe 7 vorheizen. Pflaumen, Zitronenschale, Zwiebel, Brandy und Äpfel vermischen, gut mit Salz und Pfeffer würzen und die Gans damit füllen. Mit einem kleinen Metallspieß schließen.

Die Haut mit Meersalz und schwarzem Pfeffer einreiben, in einem großen Bräter auf ein Gitter legen und 30 Minuten braten.

Temperatur auf 180 °C/Umluft 160 °C/Gas Stufe 4 reduzieren und die Gans weitere anderthalb Stunden braten, bis die Säfte klar herausrinnen, wenn Sie einen Spieß zwischen Bein und Brust hineinstechen. Alle 30 Minuten das überschüssige Fett vom Boden der Form abgießen und aufbewahren. Ca. 15 Minuten vor dem Ende der Bratzeit vorsichtig eine Kelle kaltes Wasser über den Vogel gießen. Das hilft, damit die Haut schön knusprig wird. Nach Ende der Bratzeit noch 15 Minuten ruhen lassen, bevor Sie das Fleisch aufschneiden.