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Mallorca Zeitung

Welche Produkte aus der Heimat vermissen die Deutschen am meisten auf Mallorca?

Die MZ hat vor dem deutschen Supermarkt an der Playa de Palma nachgefragt

Deutsche Kartoffeln sind bei den Residenten auf Mallorca sehr beliebt und werden im deutschen Supermarkt häufig eingekauft. Nele Bendgens

Seit 2007 gibt es den deutschen Supermarkt „Sam“ an der Playa de Palma. Circa 12.000 Produkte finden sich sowohl im Winter als auch im Sommer fest im Sortiment. Insgesamt besteht die Produktpalette sogar aus 15.000 Artikeln. Viele davon dürften Kunden von Edeka-Besuchen kennen. Daneben arbeitet der Supermarkt auch mit einigen Direktlieferanten wie etwa Feinkost Dittmann zusammen. „Der Laden ist von Anfang an sehr gut angenommen worden“, erzählt Gründerin Silla Voigt.

Die Kunden wüssten etwa die Vielfalt der Kuchen aus der Tiefkühltruhe zu schätzen. „Deutsche Kuchen sind oft nicht so süß wie die spanischen“, weiß Voigt. Neben Wurst- und Fleischwaren würden auch Butter und Brot gut angenommen werden. „Ein deutsches Butterbrot schmeckt mit der Butter, die man hier kriegt, nicht, da sie oft recht geschmacklos ist“, so Voigt. Die Brote werden als Rohlinge in einer Bäckerei in Deutschland hergestellt, vorgebacken, schockgefroren und auf der Insel aufgebacken. Auch viele Spanier seien mittlerweile auf den deutschen Geschmack kommen. „Mittlerweile machen sie 35 Prozent der Kunden aus. Tendenz steigend“, so Voigt, die bewusst auch schweizerische und österreichische Produkte im Angebot hat.

Gutes Körnerbrot

„Gutes Körnerbrot ist auf der Insel gar nicht so einfach zu finden“, sagt uns Patrick Krämer, der regelmäßig verschiedene Schwarzbrot-Sorten beim deutschen Supermarkt kauft. Alle zwei bis drei Wochen kommt er daher aus Llucmajor an die Playa. In seinen Einkaufskorb legt er dann auch Schmand oder Buttermilch.

Patrick Krämer.

Patrick Krämer. Bendgens

Kartoffeln für den Salat

Auch im Einkaufskorb von Gudrun Claas landen unter anderem deutsche Kartoffeln. „Die mallorquinischen oder spanischen schmecken mir nicht so gut. Zudem lässt es sich mit ihnen nicht so gut kochen. Erst kocht man sie ewig und am Ende fallen sie dann auseinander. Mit deutschen gelingt mir etwa ein Kartoffelsalat viel besser“, so Claas. Zudem sei ihr aufgefallen, dass die spanischen Kartoffeln sich auch in der Farbe von den deutschen unterscheiden: „Sie sind eher weiß oder zumindest deutlich heller.“ Auch Rama Cremefine, die sie für Nachtische nutzt, kauft sie häufig beim deutschen Supermarkt.

Gudrun Claas

Gudrun Claas Bendgens

Alles für die Brotzeit

Adelheid Judex und ihr Mann Gustav kaufen im deutschen Supermarkt unter anderem stilles Wasser von Gerolsteiner und auch mal Bier ohne Alkohol (Jever Fun) in Kisten. „Wir legen Wert auf Flaschen aus Glas und wollen keine Plastikflaschen“, so Adelheid Judex. Das Paar kommt seit circa acht Jahren in den Supermarkt, aktuell rund einmal pro Monat. Auch Rhabarber, Boskoop-Äpfel, Kærgården-Butter und Wurst aus Deutschland oder Österreich landet dann in ihrem Einkaufskorb. „Adelheid mag keine Sobrassada“, erzählt uns Gustav Judex. Auch deutsche Kartoffeln ziehe die Residentin eindeutig den hiesigen vor. „Die spanischen sind innen eher weiß, die vom deutschen Supermarkt eher gelblich“, so Adelheid Judex.

Mag keine Sobrassada: Adelheid Judex. Nele Bendgens

Gut riechende Körpermilch

Holger Theobalt haben wir unter anderem mit einer Bodylotion mit Vanille-Duft von Bettina Barty angetroffen. „Ich weiß, dass sie gut riecht, denn meine Frau benutzt sie“, so der Resident. Neben Pflegeprodukten kauft er manchmal auch Chio-Chips in dem Supermarkt oder wie heute Cola light. „Ja, ich weiß, die gibt es auch woanders.“

Holger Theobald

Holger Theobald Nele Bendgens

Besondere Gummibärchen

Martin Heins lebt in Arenal, arbeitet aber in Palma. Etwa ein- bis zweimal pro Monat kommt er auf dem Rückweg von seiner Arbeit nach Hause im Supermarkt vorbei. Auch dieses Mal hat er sich ein paar besondere Haribo-Sorten geholt. „Die Müller-Märkte haben zwar auch viele, aber eben eine andere Auswahl“, so Heins. Auch Fleischsalat, Leberwurst oder Ketchup kauft der Resident gern hier ein. „Die Dickmann’s habe ich nur heute mitgenommen, weil sie im Angebot waren.“

Martin Heins

Martin Heins Bendgens

Als uns Dieter Norpoth seine Einkaufstasche zeigt, fällt sofort das viele Brot auf. „Ich friere es ein und taue es Stück für Stück auf. Was ich heute gekauft habe, reicht mir für drei Wochen“, so der Resident, der auch mit anderen Produkten, die er in dem Supermarkt kauft, eine richtige Brotzeit macht, etwa Heringsfilet oder Käse aus Bayern. „Ich habe lange in München gelebt“, erzählt uns der Rentner, der schon 1974 auf Mallorca war. Damals gab es noch keinen deutschen Laden. Dort schaut er bei seinen Besuchen (circa einmal pro Woche) auch regelmäßig nach Produkten, die im Angebot sind. „Wie man das eben so macht“, so Norpoth, der nur wenige Fußminuten vom Supermarkt entfernt an der Playa lebt.

Dieter Norpoth mit Lyudmilla Angelova.

Dieter Norpoth mit Lyudmilla Angelova. Nele Bendgens

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