KIOSK

Mallorca Zeitung

Diese Restaurants sollten Sie während Ihres Mallorca-Urlaubs unbedingt besuchen

Von Montag bis Sonntag in sieben Restaurants einkehren – doch in welche? Teil 6 der MZ-Serie „Eine Woche Insel“

Luxuriöses Ambiente im Sa Fortaleza in Cala Blava. Restaurant

Gutes Essen gehört zu Mallorca wie Sonne und Strand. Auf der Insel gibt mehr als 2.000 Restaurants inklusive neun Sterne-Restaurants. Daraus sieben Vorschläge auszuwählen, fällt nicht leicht. Hier ein kleiner, inselweiter Mix mit Restaurants von einfach bis nobel, von der Inselmitte bis zum Meer, fokussiert auf mediterran-mallorquinische Küche.

Kreative Küche: Antic Es Garrigó, Bunyola

Das Antic Es Garrigo in Bunyola. Nele Bendgens / Restaurant

Beginnen wir mit einem Ausflug an den Rand der Serra de Tramuntana, nach Bunyola. Das Dorf ist hübsch anzusehen, aber vor allem locken die Gerichte des im Sommer 2021 eröffneten Restaurants Antic Es Garrigó. Chefkoch Iván Crespo begeistert hier mit ausgefallenen Kreationen. Der aus Badajoz (Extremadura) stammende 41-jährige Koch „spielt“ geradezu mit den vorrangig aus Mallorca stammenden Zutaten. Für seine Aromen-Sinfonien inklusive feinem selbst gebackenem Brot braucht er keine Lieferanten – er geht selbst auf den Markt und zieht durch die Geschäfte von Bunyola, die für ihn auch spezielle Produkte besorgen. Vieles stammt zudem aus den eigenen Gärten, denn den drei Restaurantbesitzern gehören auch – neben einem kleinen schicken Hotel im Ort – jede Menge Land in der Serra de Tramuntana (Facebook: Antic Es Garrigó).

Alternativen mit Kreativküche: Vandal, Clandesti, Bistro Esencia, Rosa del Mar (alle Palma), Brut und DaiCa (beide Llubí), Terrae (Port de Pollença), Ca’n Carrossa (Lloseta), Mare Nostrum (Sa Pobla), Café Med (Fornalutx).

Reisgerichte: Va d’arròs, Santa Maria del Camí

Das Va d`Arròs in Santa Maria del Camí. Nele Bendgens

An der Hauptstraße von Santa Maria del Camí findet sich das Va d’Arròs. Hier sitzen nahezu alle Gäste vor einer Paella. Zubereitet hat sie das Team von Kike Martí, der aus Valencia stammt und somit aus der Heimat der Reispfannen. Martí beherrscht aktuell etwa 150 verschiedene Varianten und lässt sich ständig neue einfallen. Sogar die spanische Koch-Nationalmannschaft zählt auf ihn, natürlich für den Bereich Reisgerichte. Zudem ist er auf Showcookings aktiv, und man kann ihn auch für Feiern buchen. Es gibt bei ihm klassische Paellas, ,,aber auch sehr mallorquinische Varianten etwa mit Wachtelfleisch, Schnecken, Blutwurst und Kalbsbries, eine Variante mit Spanferkel oder aber einen Mix aus Fisch, Fleisch und Sobrassada (Facebook: Va d’Arròs).

Alternativen mit guter Paella: El Puente Arrocería und Nimo’s (beide Palma), El Bungalow und Safrà 21 (beide Ciutat Jardí), Ola del Mar (Portixol), Sa Foradada (bei Deià).

Fisch und Meeresfrüchte: Sal de Cocó, Colònia Sant Jordi

Im Sal de Cocó. Nele Bendgens / Restaurants

Auf der alten Fischermole in Colònia Sant Jordi liegt das Sal de Cocó, das Reich von Marta Rosselló, die schon mit 21 ihr erstes eigenes Lokal aufgemacht hat, unterstützt von ihren Eltern, die auch der mittlerweile 35 Jahre alten Tochter und Mutter zweier Kinder unvermindert zur Seite stehen. Rosselló zog im März 2015 von einem Lokal im Ortsinneren an den Hafen ihres Geburtsorts mit Blick auf Boote und Meer. Von früh bis spät können seither bis zu 60 Personen in dem Lokal mit dem Seeigel-Logo speisen, und zwar von Frühstücksbocadillos über Tapas bis hin zu elaborierten Degustationsmenüs. Geboten wird eine auf regionalen Produkten basierende, kreative mediterrane Küche voller Überraschungen – und zwar im Hinblick auf Geschmackserlebnisse, unerwartete Kombinationen und teils auf ungewöhnlichem Geschirr. Im Vordergrund stehen natürlich Fisch und Meeresfrüchte (restaurantsaldecoco.com).

Alternativen am Meer: Ponderosa Beach (Playa de Muro), Ca’n Eduardo (Palma), Del Mar (Cala Ratjada), Sumailla (Port d’Andratx), Suculenta und Agapanto (beide Port de Sóller), Lila Portals (Portals Nous), Hostal Playa (Colònia Sant Jordi), Mhares (Cala Blava), Sa Llotja (Portocolom).

Mallorquinisch: Puig de Santa Magdalena, Inca

Hoch oben auf dem Puig de Santa Magdalena. Bendgens / Restaurants

Zumindest, wer kein Vegetarier oder Veganer ist, sollte auf Mallorca einmal Lammschulter gegessen haben. Dieser Genuss lässt sich etwa auf dem rund 300 Meter hohen Puig de Santa Magdalena bei Inca mit einem Ausflug und einem Traumblick kombinieren. In dem dortigen Berggasthof erwartet sie ein 16 Stunden bei 60 bis 80 Grad in eigenem Sud geschmortes Exemplar. Betrieben wird das Lokal von Thià Llompart und seiner Familie: der Vater am Herd, die Mutter in der Patisserie und der Bruder im Service. Die meisten Produkte stammen von der Insel wie beispielsweise von dem nahe gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb Can Blai, der Gemüse, Obst, einen Teil des Fleischs und das Holz für den Holzkohlegrill liefert. Spanferkel, Lamm und Ziege kommen ausnahmslos von Mallorca. Neben vielen mallorquinischen Traditionsgerichten hat Llompart sein Herz aber auch an gereiftes Premiumfleisch verloren und bietet – auf Wunsch – Steaks von ausgefallenen Rassen und renommierten Firmen. (Facebook: Restaurant Puig de Santa Magdalena).

Alternativen für traditionelle mallorquinische Küche: Arco Iris (Muro), La Balanguera und Ca’n Nofre (beide Palma), Son Terrassa (bei Ca’s Concos), Moli d’en Pau und Celler Ca’n Marrón (beide Sineu), S’Estanc Vell (Vilafranca de Bonany).

Mallorquinisch verfeinert: Ca’n Calent, Campos

Miquel und Joan Calent vom Can Calent.

Miquel und Joan Calent vom Can Calent. Nele Bendgens

Mallorquinische Küche als Basis, aber verfeinert, variiert und neu interpretiert. Das ist eine der wichtigsten Tendenzen auf der Insel, gerade auch in anspruchsvollen Restaurants wie dem Ca’n Calent in Campos der Gebrüder Miquel und Joan. Hier wird sich erinnert, was die Vorfahren wertschätzten, und dies mit den Kenntnissen von heute kombiniert. Das Ganze natürlich mit besten saisonalen mallorquinischen Produkten. Miquel Calent ist nicht zuletzt genau für all jenes auch durch seine Fernsehsendung „Fred i Calent“ bei IB3 bekannt. Auf der Karte des Ca’n Calent finden sich denn auch Kabeljau-Krapfen und Eintopf mit Tintenfisch und Hackfleischbällchen, Cannelloni, gefüllt mit Tintenfisch und Rochen, sowie Lammbäckchen nach Omas Rezept (miquelcalent.com).

Alternativen für Neu-mallorquinische Küche: Joan Marc Restaurant (Inca), Ca Na Toneta (Caimari), Tomeu Lassio (Lloseta), Miceli (Selva).

Vegetarisch-vegan: Bellaverde, Port de Pollença

So grün ist es im Bellaverde. Restaurant

Keine Auswahl ohne vegetarisch-vegane Lokale. Bei Svenja Gallé, der deutschen Pächterin und Chefköchin vom Bellaverde ist die Küche, inklusive dem Frühstücksangebot, abwechslungsreich, fantasievoll und überaus delikat. Da vermisst man weder Fleisch noch Fisch. Die verwendeten Produkte stammen überwiegend aus ökologischem Anbau, das meiste sogar aus dem eigenen Biogarten. Wer nicht auf der hübschen Gartenterrasse unter Feigenbäumen sitzend diese Gaumenfreuden mit vielen Salatkreationen – etwa mit Rhabarber, Brokkoli, Minze, Cashewkernen, Walnüssen und Koriander-Eis – oder anderen Köstlichkeiten wie Gemüsecurry mit Erdnuss, Tofu und Basmatireis sowie viele Desserts genießen möchte, kann auch das Catering-Angebot in Anspruch nehmen (Facebook: Restaurante Bellaverde).

Alternativen für Vegetarier-Veganer: La Mujer de Verde, Ca n’Ela Vegan, Temple Natura Café Garden, Santosha (alle Palma), Villa Vegana (bei Inca), Es Ginebró (Inca).

Luxuriös: Sa Fortaleza, Cala Blava

Was für ein Ausblick aus dem La Fortaleza. Restaurant

Die Luxushotel-Festung Cap Rocat liegt einsam an einer Landzunge südöstlich von Palma. Es gibt dort zum einen den Seaclub direkt am Meer mit Fisch und Fleisch vom Grill. Zum anderen hat Besitzer und Interior-Designer Antonio Obrador aus der früheren Offizierskantine das elegante Hauptrestaurant La Fortaleza gemacht. Im Sommer speist man dort auf der Dachterrasse mit Weitblick. In diesem romantischen Ambiente verzaubert seit Eröffnung des Hotels 2010 Chefkoch Victor García mit seiner exzellenten Küche, die schon längst einen Michelin-Stern verdient hätte. Beispiele aus seinen Menüs: ein Meeresfrüchtemix mit einem Dashi-Sud, Plankton und vereistem Wasabi, dazu als Effekt ein wenig Nitrogen-Nebel. Oder die Kombination aus festerem Joghurt, Roter Bete und geräuchertem Aal, die geschmorten Schnecken, teils knusprig frittiert mit einer Schnecken-Brühe, und nicht zu vergessen die Spanferkel-Terrine mit der modernen Version eines arròs brut. García bietet zwei achtgängige Menüs, „El producto“ und „Un paseo por Mallorca“, letzteres mit modernen Varianten von Traditionsgerichten. Der Tipp für zwei Personen: Bestellen Sie beide Menüs. Dann können Sie auch jeweils die andere Version kosten. Infos: www.caprocat.com

Alternativen für gehobene Feinschmecker: alle Sternelokale sowie Schwaiger, Sa Roqueta, Fera, Botànic (alle Palma), Es Racó d’es Teix (Deià), Fusion 19 (Playa de Muro), Tomeu Caldentey Cuiner (Sa Coma), Can Simoneta (Canyamel), Sa Clastra (Es Capdellà), El Olivo (Hotel Belmond Residencia), Port Petit (Cala d’Or).

Artikel teilen

stats