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Vertrauen in die Wilde Hefe: Die Bodega Galmés i Ribot setzt auf Naturweine

Die Familienbodega in der Gemeinde Santa Margalida hat in der dritten Generation weitgehend auf Naturwein umgestellt – ein sensibles Erzeugnis, das gerade im Ausland ankommt

Zwölf Hektar Anbaufläche hat die Bodega auf ökologischen Anbau umgestellt.

Zwölf Hektar Anbaufläche hat die Bodega auf ökologischen Anbau umgestellt. / Vins Galmés i Ribot

Naturwein – auf Spanisch vino natural – wird seit Jahren immer beliebter. Die Basis dafür ist der ökologische Weinanbau. Darüber hinaus werden keinerlei Zusatzstoffe beigefügt, Schwefeln und Hefe sind tabu. Vielmehr vertrauen die Winzer auf die sogenannte Wilde Hefe, die beim Gären entsteht. Zudem wird das Erzeugnis auch nicht gefiltert, was ja bei den meisten Weinen immer noch durch Eiklar gemacht wird.

„Naturwein ist ein sensibles Produkt – wie ja auch die Natur generell sensibel ist, sodass man Wein und Natur sorgsam behandeln muss“, meint Cati Ribot. Sie hat die Familienbodega in den vergangenen Jahren umstrukturiert, die zwölf Hektar Anbaufläche auf ökologischen Anbau umgestellt und eine neue Weinlinie kreiert hat: Ve d’Avior. Dieser mallorquinischer Ausdruck bedeutet in etwa „es kommt von früheren Zeiten“. „Denn Naturweine wurden auch schon zu Zeiten gemacht, als es noch keine studierten Önologen gab und man auch noch keine Chemie einsetzte“, erklärt Cati Ribot. „Eigentlich war das sogar Standard.“

Aus ökologischen Trauben, im alten Stil

Nominell ist die Mallorquinerin bereits die dritte Winzer-Generation, wobei ihre Großeltern lediglich Weintrauben anbauten und an andere Bodegas verkauften. Erst Catis Vater fing mit der Weinherstellung an. Er ist Winzer der alten Schule, und die Tochter respektiert und liebt ihren mittlerweile 73-jährigen Vater, sodass sie einen kleineren Teil, nämlich drei Weine der früheren Bodega, beibehalten hat. Der Vater soll wissen, dass „sein“ Winzerstil erhalten geblieben ist. „Zwar werden auch diese Weine nun aus ökologischen Trauben gemacht – aber im alten Stil.“

Cati Ribot bei einer Präsentation der Ve d’Avior-Naturweine in Paris. Im Bild fehlt noch der Schaumwein Busquet.

Cati Ribot bei einer Präsentation der Ve d’Avior-Naturweine in Paris. Im Bild fehlt noch der Schaumwein Busquet. / Vins Galmés i Ribot

Die Umstellung betraf auch die Traubensorten. Auf 80 Prozent der Fläche entfallen nun autochthone, also nur auf Mallorca wachsende Trauben. Zum Teil wurden dafür Reben umgepfropft, etwa Chardonnay wurde zu Giro Ros. Dazu kommen Malvasia, Muskateller, Premsal Blanc, Escursac, Fogoneu oder Callet.

Hochprozentige Weine liegen aktuell nicht im Trend

Die Gesamtproduktion hat sich kaum geändert: Rund 40.000 Flaschen sind es alljährlich, mal etwas weniger, mal mehr. Davon entfallen rund 8.000 Flaschen auf die Galmes-i-Ribot-Linie. „Der Unterschied liegt meiner Meinung nach auch in der Akzeptanz weltweit. Wir verkaufen die Ve-d’Avior-Linie verstärkt im Ausland, an Ausländer hier sowie auf dem Festland“, erklärt Cati Ribot. Zudem liegen hochprozentige Weine aktuell nicht im Trend – auch hier sind Catis Weine mit ihren 1 1 bis 1 1,5 Prozent Alkoholgehalt genau richtig.

Die Trauben werden natürlich von Hand gelesen. Los ging es in diesem Jahr bereits mit dem Muskateller, die Lese generell dauert insgesamt bis Anfang September. Für die Mazeration und die Fermentation werden die Trauben komplett, also mit der Schale, in Tanks oder Behälter gefüllt. Dabei muss der absolute Luftabschluss gewährleistet sein. Denn sonst würden die Trauben oxidieren.

Jede Traubensorte hat andere Lagerbedürfnisse

Cati Ribot hat festgestellt – mithilfe von Winzern, die mit Naturwein schon lange Erfahrung haben, so etwa Joan Rubio Sadurni oder Eloi C. Perelló –, dass jede Traubensorte andere Lagerbedürfnisse hat. Die einen fermentieren besser in großen Keramikgefäßen, die anderen in Betoneiern, die dritten in Metallbehältnissen. Anschließend werden die Trauben gepresst und kommen in Tanks. Von dort wird der Wein dann einige Monate später mithilfe einer mobilen Abfüllmaschine direkt vom Tank auf kurzem Weg in die Flasche gefüllt. „Den Wein darf man nicht so viel bewegen, wie schon gesagt, Naturwein ist sensibel“, erläutert Ribot. „Insofern ist die Maschine direkt am Tank sinnvoll.“

Die Preise ab Bodega, die übrigens auch Führungen anbietet, betragen 7 bis 10 Euro für die „alten“ Galmes-i-Ribot-Weine sowie 16 bis 18 Euro für die Naturweine. Mein Favorit ist der Ve-d’Avior-Rosé-Schaumwein Bosquet.

Vins Galmés i Ribot, geöffnet Sa. 10–13 Uhr und nach Vereinbarung. Bei Santa Margalida, Tel.: 678-84 78 30, Instagram: galmesiribot oder cati_ribot.

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