"Ich verstehe es nicht": Mallorca verliert einen Michelin-Stern
Fast alle konnten ihre Sterne verteidigen, nur das Restaurant Adrián Quetglas verlor die Auszeichnung

Adrián Quetglas auf einem Archivbild. / DM
2015 eröffnete Adrián Quetglas, der Argentinier mit mallorquinischen Wurzeln, sein Restaurant am Paseo Mallorca in Palma. Bereits seit der Michelin-Ausgabe 2017 isst man dort nicht nur sehr gut, sondern auch besternt. Dennoch sind in all den Jahren die Preise fair geblieben. Quetglas nennt dies die „Demokratisierung der Gourmetküche“. So kostet ein Fünf-Gänge-Menü nur 55 Euro, ein Acht-Gänge-Menü 85 Euro.
Anfangs gab es noch Stimmen, die das Lokal als nicht ebenbürtig mit den anderen Sterne-Restaurants betrachteten. Einige meinten sogar, der Stern wäre eher eine Art Ersatz, weil Michelin keinen Führer in Russland herausgibt, Quetglas dort aber mit seinem Restaurant in Moskau, das er parallel zum Mallorca-Restaurant führt, sehr erfolgreich ist und Preise als bestes Restaurant gewann.
Aber diese Stimmen verstummten und Quetglas überzeugte seine Kritiker mit kontinuierlich hoher Qualität, guten Ideen und kreativen Gerichten. Die Autorin dieser Zeilen konnte sich erst im Herbst diesen Jahres davon überzeugen, genoss ein perfektes Sterne-Menü und kann auch weiterhin einen Besuch empfehlen. „Ich weiß nicht so recht, wieso und warum“, meint Quetglas, den wir in Moskau erreichen, und der von dieser Entscheidung sehr überrascht und natürlich auch betroffen ist. „Ich verstehe es – ehrlich gesagt – nicht. Wir haben uns stetig verbessert, verfeinert und auch entsprechende Resonanz von unseren Gästen erhalten. Wir sind traurig und müssen sehen, wie sich das jetzt auswirkt.“
Diese Sterne bleiben auf Mallorca
Ansonsten blieb alles beim Alten. Weiterhin kann sich das Voro in Canyamel mit Chefkoch Álvaro Salazar über seine zwei Sterne freuen und die folgenden Restaurants über je einen Stern: Andreu Genestra (bei Llucmajor, plus grüner Stern), Béns d´Avall (bei Sóller, plus grüner Stern), Dins Santi Taura (Palma), Es Fum (Costa d´en Blanes), Fusión 19 (Playa de Muro), Maca de Castro (Port d´Alcúdia, plus grüner Stern), Marc Fosh (Palma), Sa Clastra (Es Capdella), Zaranda (Palma) sowie das Ca Na Toneta, das seinen grünen Stern ebenfalls behalten hat.
Zu Anfang der Michelin-Gala jedoch stand das Unglück in Valencia im Vordergrund – und eine Initiative der drei Sterneköche Ricard Camarena, Begoña Rodrigo und Quique Dacosta, die mit einer beispiellosen Benefiz-Aktion Geld sammeln: Zwischen dem 12. und 14. Dezember finden in vielen Städten Spaniens, aber auch in Paris Gala-Essen statt, bei der man gegen eine 500-Euro-Spende vorzüglich speisen kann. Auf Mallorca kochen am 13. Dezember im Hotel Castillo Son Vida zwölf Topköche, davon neun mit einem Stern ausgezeichnete Küchenchefs. Infos unter: desdevalenciaparavalencia.com
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