Neuer Look, neues Essen, neuer Name: Der krasse Wandel eines Traditionslokals in Inca
Im Romaní in Inca, jetzt R41 Gastrobar, geht ein gestandener mallorquinischer Gastronom ganz neue Wege – gastronomisch wie ästhetisch

In einladend neuem Gewand: Das Romaní in Inca heißt jetzt R41 Gastrobar / Nele Bendgens
Wir sind in Inca in der Inselmitte. Das Ecklokal Romaní, angesiedelt in einem historischen Gebäude mit einer großen Gartenterrasse, seit vielen Jahren bekannt für bodenständig mallorquinische Küche, wird seit über zehn Jahren von Gabriel Aguiló Gual betrieben. So weit, so gut. Doch die Zeichen der Zeit wollte auch Aguiló nicht übersehen. So dachte er über Veränderungen nach, optisch wie kulinarisch, und setzte sie in diesem Sommer um. Er engagierte die bekannte Interior-Designerin Virginia Pérez (bekannt etwa für ihre Arbeit im Schwaiger’s und Arlequín in Palma, Suculenta in Port de Sóller oder Ponderosa Beach an der Playa de Muro). Sie modernisierte das Lokal mit neuen Möbeln, Lampen, Kunst, Spiegeln und Dekoration, behielt aber gleichzeitig auch Traditionelles bei und integrierte es. Ein schöner Mix.
Neu in vielerlei Hinsicht
Auch beim Küchenstil gab es Änderungen, denn seit der Wiedereröffnung Mitte August nach dem fast zweimonatigen Umbau ist der Ecuadorianer Juan Pablo Martínez zuständig. Um all diese Erneuerungen deutlich zu machen, änderte sich auch der Name: in R41 Gastrobar, benannt nach der Hausnummer. Aguiló selbst hat sich aus dem Tagesgeschäft etwas zurückgezogen und überlässt diese Aufgabe nun Martínez und Tamara Sánchez, verantwortlich für den Service.
Martínez kann auf wichtige Stationen in seiner Berufskarriere zurückblicken, denn er absolvierte etwa ein Praktikum in einem Lokal von Starkoch Martin Berasategui, vor allem aber kochte er zwei Jahre im Team von Drei-Sterne-Koch Ángel León in Andalusien. „Bei ihm habe ich viel gelernt“, sagt er. Angefangen hat er als 18-Jähriger als Aushilfe in einem Lokal, weil er Geld für seine Familie brauchte. Später absolvierte er eine Kochschule in Barcelona und machte dort auch seinen Master. Seit zwei Jahren ist er auf Mallorca und kochte vor dem R41 im Restaurant der Rafa Nadal Academy.
"Von anderen unterscheiden"

Testportion aus dem Mittagsmenü beim MZ- Besuch: Rindergulasch mit Polenta / Nele Bendgens
„Wir wollen uns etwas von anderen Restaurants in Inca unterscheiden“, sagt er. Das fängt beim Frühstück an, wo selbst gemachte Brioches mit Ei Benedict in vier Varianten angeboten werden: a la cochinita pibil mit lange bei kleiner Hitze geschmortem und dann zerfasertem Schweinefleisch, mit geräuchertem Lachs, mit Pastrami oder mit Avocado. Dazu gibt’s jeweils ein pochiertes Ei, Sauce hollandaise, angereichert durch Zitruszesten, und mit einer Honig-Vinaigrette angemachten Rucola-Salat. Das Ganze kostet gerade mal 6,80 Euro – ein Schnäppchen. Zum Frühstück kann man auch verschiedene belegte Toasts und Focaccias, Früchte-Müsli-Bowls und Eierspeisen ordern.
Probieren sollte man aber auch die Tacos mit cochinita pibil, Guacamole und griechischem Joghurt, die feinen Pilzkroketten mit dreierlei Pilzen, das Entrecôte vom galicischen Rind mit Süßkartoffelpüree, die Entencannelloni mit getrüffelter Bechamelsauce, die Schweinerippchen, gegrillt bei niedriger Temperatur und mit japanischer Würzsauce, das Risotto mit Meeresfrüchten oder den Lachs mit Gemüse und Kartoffelparmentier.
Mittagsmenüs zum Auswählen

Testportion aus dem Mittagsmenü beim MZ- Besuch: Brioche mit Lachs, Ei Benedict und Salat. / Nele Bendgens
Die Qualität der verwendeten Zutaten, speziell auch des Fleischs, ist dem in einem Metzgerhaushalt mit einer Metzger-Mutter und -Oma aufgewachsenem Martínez sehr wichtig, sodass er auch länger suchte, bis mit der Firma Caydesa der richtige Lieferant in Kantabrien gefunden wurde. „Ich habe als Kind schon mit Metzgermessern gespielt und später von den beiden Frauen nahezu alles über Fleisch gelernt“, sagt er. Bio-Landeier und frisches Gemüse sind ebenfalls selbstverständlich. „Mit meinem kleinen Sohn gehe ich gern über den Markt, er liebt das, und dann suche ich mir gute saisonale Produkte aus. Das meiste kommt aber von Lieferanten.“
Hinzu kommen tagesaktuelle Gerichte als Empfehlungen sowie werktags ein täglich wechselndes, anspruchsvolles dreigängiges Mittagsmenü mit Auswahlmöglichkeit für 14,90 Euro (Vorspeise oder Hauptspeise plus Dessert für 12,50). Vorspeisen 7–14 Euro, Hauptspeisen: 14–23 Euro, Desserts 5–6 Euro.
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