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Der kulinarische Jahresrückblick für Mallorca: In diesen Lokalen hat es uns 2024 gut geschmeckt

Neu eröffnet oder auch neu entdeckt – die MZ-Restaurant-Highlights aus dem vergangenen Jahr

Marc Galeazzi und Sonia Spinetto im neuen Mouna in Palma.

Marc Galeazzi und Sonia Spinetto im neuen Mouna in Palma. / Nele Bendgens

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Wo hat es uns in diesem Jahr besonders gut geschmeckt? An erster Stelle unter den auf diesen Seiten 2024 erwähnten Restaurants sei hier das Guethary erwähnt. Der baskische Sternekoch Aitor Arregi hat mit diesem Lokal im Hotel Iberostar Selection an der Playa de Palma eine Dependance seines Elkano in Getaria eröffnet. Geleitet wird es von Chefköchin Ruth Pérez, die als seine Statthalterin fungiert. Auch im Guethary wird Arregis Kochphilosophie zelebriert: rohe marinierte oder über Feuer zubereiteter Fisch und Meeresfrüchte. Dazu lokale Produkte. Das Ganze auf hohem Niveau. Mein Tipp: die kalte Mandel-Knoblauchsuppe (ajo blanco) mit kleinen Stücken von der geräucherten Bastard-Makrele (jurel, span.). Infos: guethary.es.

Oktopus-Carpaccio im Guethary.

Oktopus-Carpaccio im Guethary. / Guethary

Kultkoch Emilio Castrejon hat eine Zeit lang die Gastroszene im Hafen von Portals im Restaurant Janina aufgebrezelt, doch letztlich liegt ihm das bodenständige Binissalem mehr, wo er in seinem eigenen Lokal S’Olivera de n’Emilio wieder seinen Küchenstil auslebt. Ohne Chichi und ohne trendiges Ambiente, aber wie gewohnt mit exzellenten Zutaten, die dann auch ihren Preis haben. Mein Tipp: gedämpfter Blumenkohl mit Frischkäse, Mayonnaise, Senf, Meerrettich, Lachs und Ponzu- Sauce (emiliocastrejon.com).

In Palma

Galicisch isst man im Restaurant Breogán der zwei Brüder Alonso, die in Deutschland aufgewachsen sind und daher auch Deutsch sprechen. Ob galicischer Tintenfisch, Muscheln verschiedener Art oder ein mächtiges chuletón (Rindersteak) von einem Bio-Bauernhof: Alles schmeckt, vor allem mit einem typisch galicischen Wein dazu (breogancocinagallega.com).

Très français wird es im Osma im Santa Catalina-Viertel. Das sympathische Paar – sie im Service, er in der Küche – sind Gastgeber mit Charme und Können. Die Küche ist ein Mix aus französischer Tradition und Innovation. Mein Tipp: die über Myrtenholz und -blättern geräucherten Scheiben von der Entenbrust oder der Großen Bernsteinmakrele (serviola, kat.) Infos: osma-restaurante.es.

Sehr individuell in einem kleinem Lokal für 18 Gäste ist das Little Jarana von Abraham Artigas. Der Küchenstil: mediterran-kreativ mit dem Fokus auf Fisch und Meeresfrüchten. Mein Tipp: Gnocchi mit Herzmuscheln, Pistazien, Zitruszesten und getrockneten und gesalzenen Fischrogen bottarga (Instagram: littlejarana).

Ebenfalls in Palma: Hinter dem neuen, sehr schick eingerichteten BàrBar von der Gruppe Amida, zu der auch das bekannte Catering- Unternehmen sowie die Lokale Periplo und La Bodeguilla gehören, steht als Chefkoch Rafa Perelló. Mein Tipp: Ossobuco-Cannelloni mit Steinpilzen und Trüffel (barbarmallorca.com).

Etwas versteckt nahe des Bahnhofs in Palma befindet sich das Idilio von Servicechef Alejandro Vivas und Chefkoch Ricardo Navarro, die beide bereits in besternten Lokalen gearbeitet haben. Ihre Tapas sind nicht konventionell, sondern kreativ und extrem lecker. Mein Tipp: die pikanten patatas bravas als Mille-feuille zu Türmchen geformt und mit toller Sauce benetzt (idiliopalma.es).

Neu und auch wieder nicht neu ist das Los Rafaeles am Paseo Mallorca. Gegründet 1969, verlor es mit dem Tod seines Besitzers im Januar 2022 Glanz und Reputation. Die neuen Betreiber bauten um und renovierten– und setzten in der Küche auf einen erfahrenen Koch, der selbst lange eigene Restaurants hatte: Toni Ripoll. Er kocht spanisch-minimalistisch und sorgt für zufriedene Gäste. Mein Tipp: gebratene Artischocken mit Foie (losrafaeles.com).

Das Viu im Hotel Born im Zentrum von Palma beeindruckt durch seinen schönen Patio, in der warmen Jahreszeit wird dort gegessen. Betreiber Miguel Rodríguez, Chefkoch Jorge González und der Rest des Teams verwöhnen mit ihren kreativen, teils traditionellen Gerichten, die aber individuell variiert werden wie etwa die leckeren patatas bravas zeigen, die unüblicherweise mit Sobrassada und Pimiento d’Espelette, einem scharfen französisch-baskischen Chili-Pulver angereichert werden. Mein Tipp: das Steak tartare, das, wie es sich gehört, am Tisch vor den Gästen angerichtet wird (viurestaurant.com).

Isabel Vicens und Chefkoch Claudio Lemos im neuen Selvatge in Selva.

Isabel Vicens und Chefkoch Claudio Lemos im neuen Selvatge in Selva. / Nele Bendgens

Das El Bandarra im Hotel Brondo Architect mit Chefkoch Igor Rodríguez gibt es zwar schon länger, aber in diesem Jahr sind sie in die neuen Räumlichkeiten umgezogen. Im ersten Stock gibt es ein größeres Restaurant im Loft-Stil, dazu eine Tapas-Bar im Erdgeschoss – was will der Fan von Igors exzellenten und ungewöhnlichen Tapas-Kreationen mehr. Mein Tipp: die Brioche mit langsam geschmortem Schweinefleisch, Ananas süßsauer, eingelegte Schalotten, Choricero-Paprika und Kräuter-Mayonnaise (elbandarrapalma.com).

Klein, fein und italienisch – das ist Pasta e Pesto ums Eck vom El Bandarra an der Plaça del Mercat. Dort verwöhnt Betreiber und Chefkoch Costantino „Costa“ Manca seine Gäste mit selbst gemachter Pasta, den dazugehörigen Saucen und guter Laune. Man sitzt leger an der kleinen Theke, die die Mini-Küche umgibt und schaut Costa beim Kochen zu (pasta-pesto.es).

Wer ausgezeichnete japanische Küche genießen will, findet mit dem Arume, dem Kaizen, dem Daruma (einem Stand im Mercat de l’Olivar) oder aber auch mit dem Izakaya von Dani Celis die richtigen Lokale. Früher am Carrer d’Espartero ansässig, ist das Izakaya in schickere und repräsentative Räumlichkeiten eine Ecke weiter gezogen, womit auch das Angebot sich entsprechend verfeinert hat – von der früheren Hausmannskost zur japanischen Haute Cuisine. Mein Tipp: Gyozas gefüllt mit Entenfleisch und Foie gras, darüber knuspriger cecina (Rinderschinken), Hoisin-Sauce und Schaum aus Yuzu und Gurkenwasser. In den alten Räumlichkeiten wird in der kleinen „Schwester“, dem Izakayita, noch „normal“ japanische Küche geboten, etwa mit Ramen-Varianten (izakayamallorca.com, izakayta.es).

Die Bar La Tabernita fing an als Bar, dann wurde sie zur Gastro-Bar und seit der Pandemie ist sie auch ein Restaurant, spezialisiert auf hochwertige Fleischgerichte vom Grill. Das Lokal liegt im Gewerbegebiet Can Valero (Instagram: Bar La Tabernita).

An der gleichen Straße findet sich auch das Morralla von Enrique Erazo, dem doppelten TaPalma Gewinner von 2024 und Emanuel Paggi. Auch dieses Lokal ist eine Ausnahmeerscheinung für ein Gewerbegebiet. Exzellente Reis- und Fleischgerichte sowie feine Vorspeisen begeistern ebenso wie das ungewöhnliche Ambiente dank interessanter Wandgemälde (FB: Morralla Restaurante).

Quer über die Insel

In Selva hat am Kirchplatz das Selvatge eröffnet – mit Claudio Lemos als Chefkoch, der fantastische mediterran-sephardische Küche anbietet. Geschäftspartnerin ist die Agromallorca-Chefin Isabel Vicens, die die Küche mit guten Produkten beliefert. Gegessen wird im geschmackvollen Inneren oder auf der wunderschönen Terrasse. Mein Tipp: Aubergine mit selbst gemischtem Ras-el-Hanout-Gewürz, mariniertem Gemüse und Lachs (selvatge.com).

Auch das neue Restaurant Cabra Blanca by Klaus Menze in Santa Maria del Camí ist etwas für Feinschmecker... Der anspruchsvolle Besitzer und Chefkoch arbeitete vor seiner Selbtstsändigkeit in mehreren Zwei- und sogar Drei-Sterne-Restaurants. Anspruchsvoll sind nicht nur das Ambiente, sondern auch seine Gerichte. Mein Tipp: gebeizter und geräucherter Wolfsbarsch als Carpaccio mit getrockneten Olivenbröseln und einer Paprika-Sherryessig-Vinaigrette (cabrablanca.eu).

Blumenkohl im Cabra Blanca.

Blumenkohl im Cabra Blanca. / Nele Bendgens

Terragust nennt die Kooperative Terracor ihren Outdoor-Gastro-Zweig Degusta bei Manacor. Genutzt werden hier vorrangig die landwirtschaftlichen Produkte von Terracor sowie Bio-Fleisch, Wildfang-Fisch und Bio-Käse von anderen Erzeugern. Im Hofladen kann man sich mit entsprechenden Produkten eindecken. Mein Tipp: Das Zucchini-Carpaccio mit Käse, Mandeln und Vinaigrette (terragust.com).

Auch Marcos Servera, ein Koch, der mit seinem Konzept Ritma sozusagen mobil unterwegs ist – im Sommer ist es die fantastische Ausblick-Terrasse des Hotels Can Verdera in Fornalutx, im Winter sind es die Räumlichkeiten von Moltak in einer der Mühlen am Rande des Santa-Catalina-Viertels – weiß zu begeistern. Ein fantastischer kreativer Koch, dessen ausgefallene Menüs und attraktives Tischdekor im Gedächtnis bleiben (ritmamallorca.com).

Schon seit bald sechs Jahrzehnten in Sa Pobla erfolgreich ist die Bar Casa Miss. Neben ihren Tapas ist sie auch durch den hauseigenen Wermut „Miss Vermút“ bekannt – 2024 als bester der Balearen ausgezeichnet. Es gibt ihn auch mit Orangenschaum (barcasamiss.com).

Vegetarisch-Vegan

Neue Highlights der vegetarisch-veganen Küche sind die Lokale Mouna in Palma und Bellaverde in Port de Pollença, das neue Betreiber in diesem Jahr von Gründerin Svenja Gallé übernommen haben. Im Bellaverde werden die kreativ-veganen Speisen im Garten unter Feigenbäumen serviert, im Mouna in einem schicken Interieur und auch schon zum Frühstück. Mein Tipp: in Apfelsaft und Ingwer geschmorte Möhren mit gerösteten Süßkartoffeln, Oliven und Buchweizen auf Hummus (mouna.es und restaurantebellaverde.com).

Frühstück & Bar

Frühstücken einmal anders. Das lässt sich in Sa Coma im Dito der charmanten Französin Diana Aici, die Gerichte à la Algerische Waffel mit Huhn, Früchte-Bowls oder Samossa-Teigtaschen kreiert, die nicht nur wunderschön und farbenfroh aussehen, sondern auch besonders gut schmecken (ditocafeteria.es).

Ebenfalls lecker war das opulente und abwechslungsreiche Frühstück im Little Brunch an der Promenade der Playa de Palma, eröffnet von dem Ehepaar Bergerhauser (FB: Little Brunch Mallorca).

Als neue Gastro-Bar, die sowohl Cocktails in ausgefallenen, extra für das Lokal gemachten „Gläsern“ als auch witzig-leckere Gerichte serviert, das Ganze in einem opulenten Zirkus-Interieur, gefällt schließlich auch das Arlequin in Palma. Mein Tipp: die als Popcorn „verkleideten“, in Teig umhüllten, karamellisierten und frittierten Blumenkohl-Röschen (arlequingroup.es).

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