Rückkehr nach Pandemiezeiten: Dieses Restaurant im Arbeiterviertel von Palma überrascht
Chef Marcos Rebolo bietet mit seinem "Karma Go" im Osten von Palma eine Einkehr- und Take-away-Option

Garant für gutes Essen: Marcos Rebolo in seinem neuen Lokal Karma Go. / Martina Zender
Es war einmal ein gutes Restaurant samt traumhaft schönem Garten in Pont d’Inca: das 2020 geschlossene Karma. Seit den Pandemiezeiten gibt es Karma Catering (für 16–150 Personen oder mit Privatkoch vor Ort ab sechs Personen) und nun – seit Mitte November vergangenen Jahres – auch das Karma Go in Palmas Stadtviertel Es Rafal Nou. Chef Marcos Rebolo Presedo sorgt dank seiner Kochkünste für positive Auswirkungen auf sein Leben und Schicksal – glaubt man der Bedeutung des Wortes Karma.

Appetit-Hörnchen. / Martina Zender
Restaurant mit Take-away-Option
Wir begleiten diesen Chefkoch und seine kulinarischen Wege schon seit Längerem und waren stets zufrieden. Der mittlerweile 43-jährige Galicier aus La Coruña, der in Santiago de Compostela mit 18 eine Kochschule besuchte und seit seinem 21. Lebensjahr als Koch für seinen Lebensunterhalt sorgt, hat als sein neuestes Projekt ein Restaurant mit Take-away eröffnet. „Eigentlich war es nur als Take-away gedacht, aber dann fragten mich einige, ob sie nicht auch hier essen könnten, und so entwickelte sich das ‚to go‘ zu einem ‚stay‘ “, sagt Rebolo.

Schwarzer Reis mit Sepia und Sobrassada. / Martina Zender
Überschaubares À-la-carte-Angebot
Im dem hellen Ecklokal mit schwarzen schmiedeeisernen Gittern vor den Fenstern finden insgesamt 16 Leute Platz. Wenn es wieder wärmer ist, kann Rebolo vor dem Lokal noch einmal vier Tische aufstellen für weitere 16 Personen. Ob als Mitnahme nach Hause oder zum Essen vor Ort gibt es ein überschaubares À-la-carte-Angebot sowie ein dreigängiges Mittagsmenü für 12 Euro. „Ich gehe täglich auf den Markt, dreimal die Woche auf den in Pere Garau, und schaue, was es aktuell gibt.
Das ist mein Hobby, man könnte auch sagen, Teil meines Berufs – zumindest verstehe ich ihn so“, sagt Rebolo. Darüber hinaus hat er natürlich auch Lieferanten, und zwar viele. „Denn keiner hat alle Varianten etwa von Fleisch, sodass ich mich an ihren jeweiligen Spezialitäten orientiere.“

Reis mit Hummer, Garnelen und Muscheln. / Martina Zender
Am Testtag ließ sich beim Mittagsmenü unter Linsensuppe, Kichererbseneintopf oder Tortilla als Vorspeise wählen. Als Hauptspeise gab es die Paella des Tages, ein frito de matanzas oder paniertes Hühnerschnitzel. Dazu Nachtisch und Wasser.

Kleine Jakobsmuscheln mit Guacamole. / Martina Zender
Große Auswahl an Reisgerichten
À la carte bestellen lassen sich Kroketten, Tintenfisch-Carpaccio, zamburiñas (kleine Jakobsmuscheln) mit Guacamole und Wasabi-Kaviar, Cannelloni gefüllt mit Ochsenschwanz, Bacalao mit Tumbet oder Spanferkel. Rebolos Spezialität aber sind Reisgerichte: von der klassischen Paella Valenciana über Exoten wie eine Variante mit Pluma iberica, Pilzen und Kimchi bis hin zur Edelversion mit Hummer, Garnelen, Muscheln und Kalmar.

Kroketten. / Martina Zender
Eine Küche mit Tradition und Niveau
Demnächst gibt es auch ein Samstagabend-Menü: fünf Gänge mit Vorab-Snacks für 28 Euro, mit Weinbegleitung 42 Euro. „Die Karma-Go-Küche ist Tradition mit Niveau, am Samstagabend wird es ausgefallener, kreativer“, verspricht Rebolo. Die Preise: Vorspeisen 7–12 Euro, Hauptspeisen 12–18 Euro, Reisgerichte 15–22,50 Euro, Desserts 2,50–3 Euro. Apropos: Die Reisgerichte kann man auch per Lieferservice Uber Eats bestellen.

Reis mit Fleisch und Pilzen. / Martina Zender
Unbezahlte Freiheit im eigenen Lokal
Noch sind es nahezu ausschließlich Einwohner des Viertels, die bei ihm essen oder Essen holen. „Aber es kommen auch schon Gäste, die mich von anderen Lokalen her kennen oder vom Catering“, meint Rebolo. Unter den „anderen“ Lokalen waren etwa – neben seinem eigenen Karma – das Es Fetget bei Son Servera, das Soma in Porto Cristo oder das The Merchants in Palma, wo er zwei Jahre als Chefkoch arbeitete. Das Wichtigste für ihn: „Nach all den Jahren, in denen ich gut bezahlt, aber fremdbestimmt arbeiten musste, mache ich nun, was und wie ich es will – das ist unbezahlbare Freiheit.“
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