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Schlechte Noten für Mallorcas Gastronomie: Kontrollen decken erhebliche Mängel in den Restaurants auf

Die neuen Ergebnisse der Lebensmittelsicherheitskontrolle werfen kein gutes Licht auf die kulinarischen Betriebe. Die mangelnde Qualität sei unter anderem der Arbeitsbelastung im Sommer und der mangelnden Motivation der saisonalen Arbeiter geschuldet

In 2024 wurden knapp über 1.500 Restaurants auf Mallorca inspiziert.

In 2024 wurden knapp über 1.500 Restaurants auf Mallorca inspiziert. / Manu Mielniezuk

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Die neuen Ergebnisse der Lebensmittelsicherheitskontrolle (Inspección de Seguridad Alimentaria) auf Mallorca sind alles andere als appetitlich. Viele Gemeinschaftsküchen auf den Balearen – von Restaurants über Hotels bis hin zu Schulen – weisen Mängel in den Einrichtungen und insbesondere Fehler im Umgang mit Lebensmitteln sowie in der Arbeitsweise auf. Aus den Daten für das Jahr 2024 geht hervor: Nur 28 Prozent dieser Betriebe erhalten die Note „gut“, in 14 Prozent der Betriebe ist die Situation so schlecht, dass sie ein Risiko für die Kunden darstellt, und 58 Prozent der Gemeinschaftsküchen bestehen die Kontrolle nur knapp.

Im vergangenen Jahr wurden 1.951 Kontrollen in Einrichtungen auf den Balearen durchgeführt, davon 1.632 auf Mallorca. Diese Inspektionen ergaben, dass in zwei Prozent der Betriebe eine sehr schlechte Situation vorlag, die eine unmittelbare Gefahr für die Kunden darstellte. In zwölf Prozent der Fälle wurde die Situation als schlecht oder sehr schlecht eingestuft, mit schweren oder sehr schweren Mängeln. Ein weiterer kritischer Punkt: Die Ergebnisse sind seit Jahren konstant schlecht, was darauf hindeutet, dass in diesem Bereich kaum Fortschritte erzielt wurden.

Was in den Küchen schiefläuft

Die Analyse der festgestellten Mängel ergab, dass in 44 Prozent der Kantinen betriebliche Fehler vorlagen. Dazu gehören Missachtungen der Hygienevorschriften oder Probleme mit der Kühlkette. Besonders während der Tourismussaison ist die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter hoch.

Bei 37 Prozent der Restaurants handelte es sich um strukturelle Probleme, beispielsweise um Mängel in den Anlagen wie unzureichende Kühlkapazitäten, fehlendes Warmwasser oder unzureichende Abluftsysteme. Jedoch nur bei 0,36 Prozent ging es um den schlechten Zustand der servierten Speisen.

Sanktionen und Betriebsschließungen

Im vergangenen Jahr wurden auf Mallorca insgesamt 232 Verfahren mit Sanktionsvorschlägen eingeleitet. Die durchschnittliche Geldstrafe beträgt in solchen Fällen rund 2.500 Euro.

Die schwerwiegendsten Verstöße führten zu 44 Betriebsschließungen. Der gravierendste Fall im Jahr 2024 war eine Lebensmittelvergiftung in einem Hotel, in dem eine organisierte Rentner-Reisegruppe untergebracht war.

Warum schneiden Mallorcas Restaurants so schlecht ab?

Das mallorquinische Gastronomiegewerbe räumt ein, dass eine Reihe von Bars und Restaurants von Betreibern geführt wird, die während der Urlaubssaison möglichst viel Geld verdienen wollen, ohne auf die Qualität ihrer Dienstleistungen zu achten. Nicht nur die mangelnde Motivation der Saisonarbeiter beeinflusst die Qualität, sondern auch die Tatsache, dass ,,Küchen für eine bestimmte Anzahl von Gästen ausgelegt sind. In der Hauptsaison kann sich diese Zahl um das Fünf- bis Sechsfache erhöhen. Viele Betriebe sind auf diesen Andrang nicht vorbereitet, was zu Fehlern führt", erklärt die Leiterin der Abteilung für Ernährungssicherheit der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Zudem betrachten einige Menschen die Gastronomie als eine Art „Zufluchtssektor“, wodurch Betriebe von Personen geführt werden, die zuvor in anderen Branchen tätig waren. Dies führt dazu, dass viele Unternehmer zwar guten Willen zeigen, aber nicht über ausreichende Kenntnisse verfügen. Dies erklärt den hohen Anteil an Betrieben ohne gravierende Mängel, aber mit zahlreichen kleineren Problemen.

"Wir haben als Gesellschaft ein sehr niedriges Hygieneniveau"

Margalida Buades, die Leiterin der Abteilung für Ernährungssicherheit, kritisiert im "Diario de Mallorca" den Zustand vieler Betriebe scharf: „Wenn ich in Europa reise, vertraue ich darauf, dass ich in keinem Restaurant oder Café eine Lebensmittelvergiftung bekomme. Es kann nicht sein, dass bei uns 74 Prozent der Kantinen eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellen. Wir haben als Gesellschaft ein sehr niedriges Hygieneniveau, und das muss sich ändern.“

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Restauración-CAEB, Juan Miguel Ferrer, hält die Ergebnisse der Lebensmittelinspektionsberichte nicht für repräsentativ für die Gastronomie auf den Balearen. Er betont, dass das allgemeine Qualitätsniveau gut sei.

Ferrer räumt ein, dass es im Sommer einige Betreiber gebe, die nur kurzfristig Gewinne erzielen wollen, ohne auf Qualität zu achten. Er sieht dies jedoch als Ausnahme. Ebenso sei die hohe Arbeitsbelastung in der Branche nur an wenigen Sommerwochenenden spürbar und nicht als generelles Problem zu betrachten. Er betont, dass die Branche bestrebt sei, die Vorschriften einzuhalten.

Er erkennt die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit mit der Lebensmittelsicherheitskontrolle an und spricht sich für eine „freundliche“ Bereitstellung von Informationen und Schulungen aus. Bereits existierende Selbstbewertungssysteme für Betriebe reichen seiner Meinung nach nicht aus, um Inspektionen zu vermeiden.

Ferrer weist darauf hin, dass der Gastronomiesektor stark zersplittert sei und aus vielen kleinen Unternehmen bestehe. Daher sei es wichtig, den Zugang zu Informationen über Lebensmittelsicherheit zu verbessern. Gespräche mit dem Gesundheitsministerium sollen helfen, Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich auszubauen. /slr

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