Inselprodukte in Bio-Qualität von der eigenen Finca – zwei Deutsche erfüllen sich einen Mallorca-Traum
Can 2 pedros ist das Projekt zweier Deutscher, die noch große Pläne haben

Nele Bendgens
Eine schön gelegene und stilvoll eingerichtete Finca auf dem Land bei Sineu. Dort leben Peter Schmalen (63) und Peter Lehnert (51). Der eine hatte sich schon in jungen Jahren als Koch selbstständig gemacht und betrieb fast 30 Jahre ein bekanntes Feinschmeckerlokal in Trier, die Schlemmereule. Der andere ist studierter Modedesigner und Innenarchitekt mit Diplom und Projekten auf Mallorca und in Deutschland. „Wir wollten auf Mallorca leben, aber mit Beschäftigung“, meint Schmalen. „Einfach nur so das Landleben genießen ist zwar schön, aber kann nicht alles sein.“
Nach vielen Urlauben und einer Ferienwohnung in Cas Català wurden sie in der Inselmitte fündig. Nun sind sie komplett hierhergezogen – und setzten ihren Plan bereits in großen Teilen um: „Wir bringen mit unserer Marke ‚can2pedros‘ hochwertige Inselprodukte in Bioqualität auf den Markt“, sagt Schmalen. Dazu gehören zwei verschiedene Olivenöle, Honig und ein Pedrocello – die umbenannte Version eines Limoncello-Likörs, den sie sowohl in einer Zitronen- als auch zusätzlich in einer Orangenvariante anbieten.
Demeter-zertifizierte Weine
Hinzu kommen drei Demeter-zertifizierte Weine, die in Kooperation mit der Bodega Can Feliu bei Porreres entstehen: ein Weißwein zu hundert Prozent aus Chardonnay-Trauben, eine Cuvée aus Chardonnay, Sauvignon blanc, Premsal und 20 Prozent Viognier und ein Rosé Wein aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Sauvignon blanc. Die Produktion ist zurzeit überschaubar: Noch sind es „nur“ 400 normalgroße und 40 Magnum-Flaschen pro Sorte. Weiteres ist aber in Planung.
Die beiden planen zudem den Vertrieb fremder Produkte. „Es gibt bestimmt auf der Insel kleinere Erzeuger, die ihre Waren bislang selbst vermarkten, sich aber auch vorstellen könnten, das mit uns zu machen“, sagt Schmalen. Die Vertrieb läuft bislang vorrangig über ihren Online-Shop www.can2pedros.com, aber auch über den Direktverkauf an Feinkostläden und Restaurants in Deutschland. „In all den Jahren haben wir natürlich ein großes Netz an guten Bekannten in der Gastronomie aufgebaut, die unseren Qualitätsanspruch schätzen und daher auch unsere Produkte nutzen“, so Schmalen.
Des Weiteren haben die beiden Fincabesitzer auch einen großen Gemüse- und Kräutergarten angelegt. In einem hübschen Hühnerstall unter den Zitrusbäumen leben sechs Hühner plus ein Hahn. Die Selbstversorgung betrifft auch die Energie durch Sonnenkollektoren und den Wasserspeicher. „Wir sind quasi autark“, vermelden beide stolz.

Wein, Likör und Olivenöl sind Teil des bisherigen Angebots. | FOTO: NELE BENDGENS
Olivenöl und Honig
Eines der beiden Olivenöle stammt von 200 als zweijährige Bäumchen gepflanzten und 20 alten Bäumen und ist ein Mix aus Arbequina-, Picual- und Empeltre-Oliven. Früh geerntet, frisch mit leicht pikanter Note im Abgang. Der Ertrag der noch jungen Bäume ist noch nicht so groß, die 80 Liter sind schon verkauft und verbraucht. Das andere Olivenöl – aktuell etwa 2.000 Liter – wird aus Koroneiki-Oliven gewonnen. Dafür haben die beiden Deutschen ein Grundstück bei Santa Eugènia gepachtet. Abgefüllt ist das Öl in Steingut-Flaschen, die eine Manufaktur im Westerwald produziert.
Der bekannte Imker Biel Coll von der Firma Mel Vici hegt und pflegt die fünf Bienenstöcke auf ihrem Gelände. Die emsigen Tierchen erfreuen sich an etwa 600 Lavendelsträuchern, die das Duo gepflanzt hat sowie einigen Johannesbrot-, Zitronen- und Orangenbäumen. „Unsere Sommeredition schmeckt eindeutig nach Lavendel, während bei der dunkleren Winteredition des Honigs Johannisbrot dominiert“, sagt Lehnert.
Hofladen in Planung
Doch damit nicht genug, denn während Schmalen sich vorzugsweise den kulinarischen Produkten widmet, kennt auch Lehnerts Kreativität keine Grenzen. „Uns schwebt auch eine Erweiterung der Marke um von mir designte und gefertigte Accessoires vor, die etwa einen schön gedeckten Tisch zieren wie Servietten, Geschirr oder attraktive Deko-Artikel.“
In Planung für dieses Jahr ist weiterhin die Einrichtung eines Hofladens und Verkostungsraums samt Terrasse inmitten des davorliegenden Olivenhains. „Zu den Verkostungen unserer Produkte werden wir ab und an auch Essen anbieten, natürlich gekocht von mir“, erzählt Schmalen. Und auch Lila-Portals-Chef Stefan Zälke, ein guter Freund der beiden, richtet mit ihnen nicht nur ein Event im Februar in seinem Restaurant aus , sondern plant ebenfalls Lila-Events auf der Finca der beiden.
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