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Widerlich gut: Auf Mallorca eröffnet ein Museum für ekliges Essen

Im Disgusting Food Museum gibt es ab Mai Käse mit Maden, Tomatensaft mit Schafsauge und fermentierten Haifisch

Schlangen in destilliertem Reiswein mit Honig und Kräutern eingelegt.

Schlangen in destilliertem Reiswein mit Honig und Kräutern eingelegt. / Disgusting Food Museum

Sarah López

Sarah López

Zuerst Malmö, dann Berlin – und jetzt Mallorca: Ab dem 15. Mai wird voraussichtlich in der Altstadt von Palma das Disgusting Food Museum (Ekel-Essen-Museum) mutige Besucher willkommen heißen. Ungewöhnliches Essen rund um den Globus erwartet dort die Besucher.

Die "Köstlichkeiten"

Wer sich reintraut, kann 120 skurrile Gerichte aus verschiedenen Kulturen kennenlernen. „Sie können über sie lesen, riechen und sie sehen“, erklärt Andreas Ahrens, Gründer des Disgusting Food Museum. Zudem können im Erdgeschoss des Ausstellungsgebäudes 25 widerliche Gerichte aus der ganzen Welt probiert werden – etwa Insekten, mit Maden versetzter Käse oder extrem scharfe Chilisorten. Auch ein Getränk aus Deutschland hat es aufs Podium des ekligen Genusses geschafft: Sauerkrautsaft. „Das Angebot in Palma wird sich von den anderen Museen unterscheiden – es wird andere Käsesorten oder Insekten geben“, erklärt Ahrens.

Ein Schafsauge in Tomatensaft

Ein Schafsauge in Tomatensaft / Disgusting Food Museum

Kotztüte inklusive

Das Ticket ist einen Brechbeutel – wie man sie aus dem Flugzeug kennt. „Es passiert oft, dass unsere Gäste davon Gebrauch machen müssen“, erzählt der Gründer lachend. In Malmö gebe es sogar einen „Spuck-Zähler“, der aktuell 500 Erbrechen registriert habe. „Wir erwarten in Palma ebenfalls den einen oder anderen Vorfall.“

Inspiration durchs Reisen

Vor sechs Jahren eröffnete der Schwede das erste Museum in seiner Heimatstadt Malmö. Das in Palma soll das dritte Eklige-Essens-Museum werden. Die Inspiration kam ihm durchs Reisen und durch das Probieren lokaler Köstlichkeiten, die in seiner Kultur als ekelerregend angesehen wurden. „Mit den Museen möchte ich auch vermitteln, dass wir andere Kulturen nicht dafür verurteilen sollten, was sie essen. Jeder Kultur hat ein Gericht, das anderen seltsam vorkommen würde“, sagt Ahrens. Auch die Zukunft der Nahrungsmittelindustrie ist ein Thema, das ihn besonders interessiert – insbesondere Insekten als Proteinquelle.

Irgendwo auf der Welt werden auch Fledermäuse gegessen

Irgendwo auf der Welt werden auch Fledermäuse gegessen / Andreas Ahrens

Ahrens war schon länger auf der Suche nach der perfekten Stadt für die Neueröffnung der Museums-Franchise. Ihm waren diese Faktoren besonders wichtig: eine größere Stadt, tourismusorientiert und ohne ähnliche Projekte – Palma passte perfekt in dieses Bild. „Am Ende stand die Wahl zwischen Palma und Málaga. In Palma haben wir das Refugi-Gebäude im Carrer Sindicat gefunden, was sich gut für das Projekt eignete." In dem schmuckvollen Gebäude in der Einkaufsstraße war bis vor einiger Zeit ein Laden für Outdoor-Produkte untergebracht.

Am 15. Mai geht’s los

Im Moment wird das Gebäude in der Innenstadt von Palma noch renoviert. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Disgusting Food Museum am 15. Mai im Carrer Sindicat, 21 seine Türen öffnen. Der Eintritt wird rund 20 Euro kosten und ein Food-Tasting beinhalten.

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