Auch für Brotliebhaber: Diese Leckereien gibt es in der "Mikrobäckerei" Larotî in Campos
Zwei Köche und eine Event-Spezialistin betreiben das Geschäft mit hohen Bio-Ansprüchen

V. li.: Frederico Stuppia, Juan Ocampo und Anita Bunge mit einer Auswahl aus ihrem Angebot. | FOTO: NELE BENDGENS
Gutes Brot ist eines der wichtigsten Produkte unter den Lebensmitteln. Insofern stellen wir gerne herausragende Bäckereien der Insel vor, die diesem Anspruch gerecht werden. Und mehr als das. So wie die „Mikrobäckerei“ Larotî in Campos, die sich auf der quer durch den Ort führenden Hauptstraße befindet, unter Insidern auch gerne mal die „Pomar-Straße“ genannt, weil sich hier auch die Zentrale der Traditionsbäckerei Pomar befindet. Im Larotî arbeitet ein argentinisches Trio.

Juan Acampo bei der Vorbereitung der reinsortigen Bio-Brote. / NELE BENDGENS
Eröffnet hat die Bäckerei das Ehepaar Anita Bunge (40) – sie hat deutsche Vorfahren, daher der Name, und spricht auch Deutsch – und Juan Ocampo (43). Bunge war früher in der Marketing- und Event-Abteilung großer Hotels beschäftigt. Das war auch der Grund, weshalb das Paar nach Mallorca kam. Er arbeitete als Koch, sogar als Chefkoch, etwa im Restaurant Tess de Mar (Hotel Sa Creu Nova) in Campos oder im Hotel Cal Reiet in Santanyí.
Ein Herz für selbst gebackenes Brot
In den Hotelküchen stand selbst gebackenes Brot bei ihm schon früh auf der To-do-Liste, doch die Pandemie verstärkte seine Lust aufs Backen noch einmal zusätzlich. Die beiden fingen mit dem heimischen Ofen an und verkauften bald auch an Freunde und Bekannte. „Wir haben auch Plätzchen gemacht und die sozusagen als Test-Cookies verschenkt – mit Erfolg. Auch meine Tochter schenkte ihrer Lehrerin Plätzchen, was zur Folge hat, dass die gesamte Lehrerschaft nun bei uns einkauft“, erzählt Anita Bunge.
Die hohe Qualität sprach sich herum, die Auftragslage wurde besser und besser. Grund genug, nach einem geeigneten Geschäft zu suchen. „Wir wurden fündig, aber es war ein normales Ladenlokal, wir mussten alles einbauen, bis hin zum Lüftungsschacht. Doch wir haben Gott sei Dank einen verständnisvollen Vermieter, der uns half “, erinnert sich Bunge. 2024 kam Frederico Stuppia (43) hinzu, der einer der Chefkoch-Nachfolger von Ocampo im Tess de Mar war und auch schon im Andana von Maca de Castro gearbeitet hat.

Sitzmöglichkeiten vor der offenen Backstube. / NELE BENDGENS
Mehr Zeit für die Familie
Ein weiterer, wenn nicht gar der Hauptgrund für Ocampo, und auch für Stuppia, den Wechsel von der Restaurantküche in die Bäckerei anzustreben, liegt in der Familie. „Die Pandemie war schlimm, hat aber auch ermöglicht, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, und das will ich nicht mehr missen“, erzählt der Vater einer siebenjährigen Tochter. Köche hätten familienfeindliche Arbeitszeiten, alle Abende und Feiertage seien sie im Einsatz, und sie sähen Frau und Kind zu selten.
Jetzt gäbe es klare Arbeitszeiten von fünf Uhr morgens bis mittags, dann würde er seine Tochter von der Schule abholen, mit ihr essen und spielen, und am Wochenende etwa an den Strand fahren. „Meine natürlich immer noch vorhandene Leidenschaft fürs Kochen lebe ich zu Hause aus und bei Dorffesten, dann grillen und kochen wir vor dem Geschäft, und die ursprüngliche Idee, eine Rotisserie mit Take-away-Essen vom Spieß zu eröffnen – daher ja auch der Name Larotî – lebt dann in kleinem Maße wieder auf.“
Wichtig: Bio-Qualität
Klar war aber auch, welches Brot das Trio backen wollte, nämlich Sauerteigbrot in Bio-Qualität, deshalb beziehen sie Mehl vom französischen Bio-Müller Stéphane Carayon und seiner Firma Farines Bellver Ric aus Sant Llorenç de Cardassar. Auch alle anderen benötigten Zutaten stammen von biologisch arbeitenden Firmen und Bauern. Insgesamt sind es etwa ein Dutzend Brotsorten aus Mehlen wie Vollkorn, Weizen, Roggen, Dinkel, Xeixa, Kamut, Senatore Capelli, Buchweizen oder Johannisbrot. Alle Brote sind reinsortig, die Mehle werden also nicht gemischt (4,75–7,50 Euro/Kilo). Die Backstube ist offen einsehbar, man kann bei der Arbeit zuschauen. Larotî liefert das Brot auch an einige Restaurants im Südosten.
Hinzu kommen etwa 15 verschiedene Gebäckteile wie etwa Zimtschnecken, Mandelrolle, Mandelbiskuit, Johannisbrotcreme-Schnitte, Bananenbrot, Zitronenküchlein, Croissants oder argentinische Alfajores. Diverse Kekse und ein wechselnder Kuchen, am Testtag ein wunderbarer gedeckter Apfelkuchen, sowie Müsli ergänzen das Angebot (1,50–4 Euro). Wer es herzhafter mag, wählt aus den Sandwiches (Brioche-Sandwich mit Schinken und Käse, Mozzarella-Tomaten-Rucola-Pesto-Sandwich auf Focaccia-Brot oder Pastrami-Sandwich, 6 Euro). An zwei kleinen Tischen und einigen hohen Hockern lässt sich das Gekaufte auch vor Ort verzehren und dazu ein Arabay-Kaffee, T’Estim-Tee oder eine köstliche Bio-Limonade von Lemonaid trinken.
Bestes Brot: Larotî Micropanadería Bio, geöffnet Di.–Sa. 8–14 Uhr. C/. Convent, 15, Campos. Tel.: 684-41 36 41, FB: Laroti - Micropanadería & Tienda Gourmet
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