Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Es Cub: Wie ein alter Schiffscontainer zur charmanten Weinbar wurde

Die Winzerin Bàrbara Mesquida Mora geht mit Es Cub einmal mehr unkonventionelle Wege

Im "Es CUB" in Porreres gibt es Wein und Tapas in der Natur.

Im "Es CUB" in Porreres gibt es Wein und Tapas in der Natur. / Nele Bendgens

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Gut, dass Bàrbara Mesquida, die Besitzerin der Bodega Mesquida Mora am Ortsrand von Porreres, Dinge aufbewahrt statt sie zu entsorgen. So auch einen alten Übersee-Schiffscontainer mit eingebautem Kühlaggregat, in dem sie früher die frisch geernteten Trauben lagerte, bis ein Kühllager direkt auf dem Bodega-Gelände eingerichtet wurde.

Danach stand der Container lange Zeit ungenutzt herum – bis Bàrbara Mesquida auf die Idee mit Es Cub, dem „Würfel“, kam. Der zartgrün gestrichene Container wurde entkernt, die Kühlung entfernt und stattdessen eine kleine Küche eingebaut. Seit Mitte April bewirten dort Itziar Seara und Josep Clar, die früher das Restaurant Cascall in Palma betrieben. Von Freitag bis Dienstag servieren sie zwischen 12 und 18 Uhr kleine, feine Speisen.

Wein aus dem eigenen Haus

Auf der Karte stehen sieben verschiedene Bioweine der Bodega. Insgesamt gibt es eigentlich neun Weine, doch zwei davon sind bereits ausverkauft. Mit den steigenden Temperaturen ab Mitte oder Ende Juni ändern sich die Öffnungszeiten: Dann öffnet Es Cub abends von 18 bis 23 Uhr.

Idyllische Lage mit tierischer Begleitung

Der Garten rund um den Container bietet verschiedene, teils überdachte Sitzgelegenheiten mit weitem Blick über die Landschaft. Auf der einen Seite liegt ein Sozialgarten des Dorfes, auf der anderen der eigene Nutzgarten, aus dem sich auch die Köche bedienen dürfen. Die ländliche Ruhe wird nur gelegentlich vom Gackern einiger Hühner und Gänse unterbrochen. In einer Voliere lebt ein Fasanenpärchen, auf der angrenzenden Wiese grast ein vor dem Schlachter gerettetes Pferd. Es ist eine ruhige, einfache, fast märchenhafte Umgebung.

l Im Grünen gelegen, wie es sich für ein Gartencafé gehört.  l Winzerin Bàrbara Mesquida Mora (re.) mit  den Köchen Itziar Seara und Josep Clar.  l  Burger-Brötchen mit „pulled pork“.    | FOTOS: NELE BENDGENS

Im Grünen gelegen, wie es sich für ein Gartencafé gehört. / NELE BENDGENS

Kleine Karte, große Sorgfalt

Das Angebot ist bewusst überschaubar. Serviert werden unter anderem iberischer Schinken, balearischer Käse und Anchovis aus Santoña in Kantabrien. Es gibt Hummus, geräucherte Aubergine mit Dukkah-Gewürz, Aioli, Mahón-Käse und Spinatblättern, sowie ein Burger-Brötchen gefüllt mit zart geschmortem pulled pork, Tomaten und Zwiebeln. Auch ein besonderer Kuchen darf nicht fehlen – eine Art Flan nach dem Rezept von Itziar Searas baskischer Mutter.

Das Gartencafé zum Weingut

Burger-Brötchen gefüllt mit zart geschmortem pulled pork, Tomaten und Zwiebeln. / Nele Bendgens

Da die Küche im Container sehr klein ist, bereitet Josep das Fleisch zu Hause vor und Itziar wärmt es vor Ort auf. Auch der Kuchen wird in der heimischen Küche gebacken. Josep ist nicht immer vor Ort, da er inzwischen auch als Privatkoch arbeitet – „was mir ebenfalls viel Freude macht“, wie er sagt.

Von der Stadt aufs Land

Ihr eigenes Restaurant haben die beiden schon vor einiger Zeit geschlossen. Bàrbara Mesquida war damals als Gast dort und war so angetan, dass sie sie einlud, in ihrer Mühle Son Porquer zu kochen. Dort veranstaltet sie im Sommer regelmäßig Events mit fünfgängigen Menüs und Weinbegleitung. Die Köche wechseln, aber Miquel Gelabert vom Can March in Manacor ist besonders häufig dabei. Auch Seara und Clar ergänzten das Küchenteam bereits im vergangenen Jahr.

Leger, lokal und mit Musik

„Ich wollte noch etwas Leichtes, Lockeres und Preisgünstigeres anbieten“, erklärt Mesquida. So kam es zur Idee, den Garten gastronomisch zu nutzen. Schon 2024 startete sie mit einem Schweizer Paar und deren Foodtruck, die Baos und Tacos anboten. Da diese in diesem Jahr verhindert sind, und das Cascall seine Türen schloss, fragte Mesquida bei Itziar und Josep an – und die sagten zu.

Besonders stimmungsvoll dürften die kommenden Sonntage werden, denn dann gibt es kleine Jazzkonzerte mit wechselnden Musikern. Der Eintritt kostet 14,50 Euro – ein Glas Wein ist inklusive.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents