Zimtschnecken mal anders: Wie ein Café auf Mallorca den Cinnamon-Roll-Trend neu interpretiert
Mit „Edibles Cinnamon Rolls“ will ein vielgereister Iraner auch in Palma einen internationalen Trend etablieren

Mit Datteln, Dulce de Leche oder ganz klassisch: Bis zu zwölf Sorten Zimtschnecken gibt's zum Verkosten. / Nele Bendgens
Cinnamon Rolls, oder wie man sie auf Deutsch nennt, Zimtschnecken, sind längst mehr als nur ein süßes Hefegebäck. Sie sind ein weltweiter Trend, ein Dauerbrenner unter den Backwaren – lecker, beliebt und zeitlos. In Schweden wird ihnen sogar ein eigener Feiertag gewidmet: Seit 1999 feiern die Schweden am 4. Oktober den „Tag der Zimtschnecke“ (Kanelbullens Dag).
Vom Fan zum Gründer: Iman Zucker und seine Leidenschaft
Iman Zucker, ein 33-jähriger Iraner, ist viel herumgekommen: Er lebte in Dubai, Malaysia, Marbella und Barcelona, bevor er sich vor drei Jahren auf Mallorca niederließ. In Dubai wohnte er einst direkt neben einer Filiale der internationalen Kette Cinnabon, die durch ihre Kombination aus Cinnamon Rolls und Kaffee berühmt wurde. „Damals wurde ich zum Fan“, erzählt Zucker, der in Barcelona zwei Studienabschlüsse machte – einen in Hotelmanagement und einen in Digital Marketing.

Besitzer Iman Zucker (33). / Nele Bendgens
Erfahrung und ein gutes Gespür für Trends
Nach dem Studium arbeitete Zucker in mehreren Unternehmen und brachte kreative Ideen ein – so stammt etwa die Idee zur auffälligen, mit Blumen geschmückten Fassade der Café-Kette Brunchit von ihm. Die Kette betreibt mittlerweile 16 Standorte in Spanien und Portugal. „Social Media spielt eine immer größere Rolle. Es ist ideal, wenn man sein Geschäft als fotografischen Hotspot gestaltet – wie bei Brunchit“, erklärt Zucker.
„Edibles Cinnamon Rolls“ – grün und durchdacht
Im Februar 2024 machte er seinen Traum vom eigenen Café wahr: In Santa Catalina, einem beliebten Stadtteil von Palm, eröffnete er „Edibles Cinnamon Rolls“. Von Anfang an war klar: Dieses Café soll nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell auffallen. Die Markenfarbe Grün zieht sich durch das gesamte Konzept – vom Logo, den Wandgrafiken, Tischen mit grün-weißem Keramik-Mosaik über Hocker, Markisen, Fensterläden, Speisekarten bis hin zum Toilettenpapier. Alles in Grün. „Grün ist die Farbe der Hoffnung, der Natur, der Zukunft“, sagt Zucker.
Mehr als nur süß – das Café-Konzept
Das Herzstück von Edibles sind Cinnamon Rolls und hochwertiger Kaffee. Doch das Sortiment geht weit darüber hinaus: Zucker bietet auch natürliche Nahrungsergänzungsmittel mit Bio-Zutaten an – darunter Ashwagandha, Pilzmischungen, Matcha-Tee in Pulverform, Müsli-Mischungen sowie besonders cremige Erdnuss-Bananen- und Dattel-Mandel-Aufstriche.
Der Kaffee stammt von der Kaffeerösterei Ineffable aus Sevilla, deren Produkte vielfach ausgezeichnet wurden. Im Angebot sind verschiedene Spezialitäten wie Ice Latte, Chai Latte, Matcha Latte und Coldbrew. Ein besonderes Highlight sind die „To go“-Varianten, die in transparenten PET- oder Aluminiumdosen abgefüllt und mit einer speziellen Maschine versiegelt werden – wie klassische Getränkedosen.
Zimtschnecken in vielen Varianten
Die Stars des Cafés bleiben aber die Cinnamon Rolls. Zucker hat viel ausprobiert und eigene Rezepturen entwickelt – mit dem Anspruch, dass sie nicht zu süß, sondern harmonisch und ausgewogen schmecken. Insgesamt umfasst das Sortiment zehn bis zwölf Varianten, von denen wochentags etwa sechs, am Wochenende sogar mehr angeboten werden.

Bis zu zwölf Varianten werden im Laden angeboten. / Nele Bendgens
Zu den beliebtesten Sorten zählen neben dem Klassiker auch kreative Varianten wie Apfelstreusel, Dulce de leche, Banoffee mit Banane, Himbeercreme mit weißer Schokolade, Tiramisu, eine Cheesecake-Version mit Marmelade sowie eine Zimtschnecke à la Dubai-Schokolade. Gebacken wird täglich frisch – die Preise liegen bei 4 bis 5 Euro pro Stück.
Mehr als ein Hype
Was einst in einer Cinnabon-Filiale in Dubai begann, ist für Iman Zucker heute ein kreatives Gesamtkonzept auf Mallorca. Mit einem stimmigen Markenauftritt, einem Gespür für Design, Trends und Geschmack sowie einem nachhaltigen Ansatz zeigt er, wie viel Potenzial in einem einzigen Gebäckstück steckt – wenn man es richtig in Szene setzt.
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