Four Seasons Formentor vertraut auf Omakase-Küche und Sternekoch Javier Hoebeeck
Fine Dining auf Mallorca: Im neuen Shima gibt es japanisch-peruanische Gerichte. Mit am Herd steht der ehemalige Küchenchef vom Fusion 19

Im "Shima", eins der Restaurants im Four Seasons Formentor wird Nikkei-Küche serviert. / martina zender
Das Fusion 19 im Norden Mallorcas ging im Spätherbst in die Winterpause – allerdings bereits ohne den Mann, dem das Restaurant seine Auszeichnung durch die Michelin-Redaktion für die Jahre 2023, 2024 und 2025 zu verdanken hat: Javier Hoebeeck, der frühere Chefkoch des Lokals.
Zwar geht ein Michelin-Stern laut Regelwerk an das Restaurant und nicht an den Koch, daher verblieb die Auszeichnung im Fusion 19. Doch während sich dort nun zwei ehemalige Souschefs an der Fortführung der Sterneküche versuchen – angeblich unterstützt von einem renommierten Sternekoch als Berater –, ist Hoebeeck derzeit „sternelos“. Das stört ihn jedoch nicht: „Aber das kann ich verkraften“, sagt der 34-Jährige, der mit seinen zwei Lokalen namens Übeck in Manacor und Palma weiterhin kulinarisch überzeugt. „Ich bin ja noch jung, und ich hoffe, dass noch viele Sterne meinen Weg begleiten werden.“
Kulinarische Führungsrolle im Four Seasons
Die Voraussetzungen dafür könnten kaum besser sein: Hoebeeck ist jetzt die Nummer zwei in der Küche des Four Seasons Resort Formentor. Dort sind derzeit drei Restaurants geöffnet: das Mel, Hauptrestaurant mit internationaler Küche, das Quiosc in Poolnähe mit Paella, Burgern, gegrilltem Fisch und Salaten, sowie das Shima – japanisch für „Insel“ – mit Nikkei-Küche, einer Fusion aus japanischer und peruanischer Küche. Das Shima öffnete Mitte April, offiziell eingeweiht wurde es am 8. Mai. Im Juni folgt ein weiteres Restaurant direkt am Strand: das Llum i Sal, mit Fokus auf Fischgerichte und einer modernen, jungen Küche.

Die weitläufige Terasse mit Blick auf Park und Meer. / Four Seasons
Zusammenspiel zweier Spitzenköche
Verantwortlich für die gesamte kulinarische Leitung ist Executive-Chefkoch Francesco Manelli, der bereits in vielen Four-Seasons-Häusern weltweit tätig war. Zu seinen Aufgaben zählen nicht nur die kulinarische Konzeption, sondern auch die Organisation zahlreicher Veranstaltungen und Bankette, das Personalmanagement – rund 70 Köche arbeiten im Hotel – sowie die Abstimmung mit der Hotelleitung und die administrativen Prozesse.
Javier Hoebeeck steht ihm als operativer Küchenchef zur Seite. „Wir ergänzen uns perfekt und entscheiden vieles gemeinsam“, sagt der Sohn einer Mallorquinerin und eines Belgiers. In enger Zusammenarbeit mit Manelli entwickelt er Konzepte und Speisekarten für die einzelnen Lokale sowie Veranstaltungen – und steht in allen Küchen regelmäßig selbst am Herd. Besonders gerne im Shima, das er wegen seiner Vielseitigkeit besonders schätzt.

Javier Hoebeeck, einer der Chefköche im Four Seasons Formentor / Four Seasons
Ein eigenes Restaurant in Aussicht
Lange wird Hoebeeck diese breit gefächerte Rolle wohl nicht mehr in vollem Umfang ausfüllen, denn für das kommende Jahr ist ein viertes Restaurant geplant, das unter seiner alleinigen Führung stehen soll. Dort wird er seinen eigenen Stil – wie bereits im Fusion 19 – noch weiterentwickeln können. Die Erwartungen sind hoch, nicht zuletzt bei Feinschmeckern und Michelin-Inspektoren. „Man lässt mir dabei relativ freie Hand, weil alle – natürlich auch ich – wieder auf einen Stern hoffen. Aber ohne Druck“, erklärt Hoebeeck.
Feine Omakase-Küche im Shima
Im Shima werden verschiedene Omakase-Menüs angeboten – mit sieben oder zehn Gängen (je nach Auswahl 95 bzw. 140 Euro). Beide Varianten gibt es auch als vegetarisch-vegane Menüs (95 bzw. 110 Euro). „Omakase“ bedeutet übersetzt „Ich überlasse es Ihnen“ – man begibt sich also in die Hände der Köche, die frei entscheiden, was serviert wird.
Schon der erste Gang beeindruckt: ein Gebäckstück in Fischskelettform, auf dem verschiedene Jalapeño-Cremes angerichtet sind. Es folgt ein Tiradito vom Hamachi (Bernsteinmakrele) in Leche-de-tigre-Sauce, begleitet von Mais, Chili, gerösteter Avocado und Süßkartoffelwürfeln. Auch das Thunfisch-Ceviche überzeugt. Anschließend folgen Sushi-Kreationen: ein Nigiri mit Jakobsmuschel, ein Gunkan mit Thunfischbauch, dem hochwertigsten Teil des Fisches, sowie ein Maki mit Mango, Avocado und Thunfisch, garniert mit Süßkartoffel-Stroh.

Die Sushi-Varianten. / Martina Zender
Herzhaftes Finale und süßer Abschluss
Weiter geht es mit Buchweizennudeln, serviert mit Gemüse, Hummerstückchen und Dashi-Sojasauce. Zwei Fleischgänge runden das Menü ab: ein Wagyu-Rindfleischspieß mit Sesam sowie zart geschmortes Rinderfilet mit Wokgemüse. Den süßen Abschluss bilden ein Schoko-Kokos-Meringue-Dessert sowie zwei Mochi-Varianten.

Geschmortes Rindfilet mit Wokgemüse. / Martina Zender
Kulinarik auf höchstem Niveau – mit Aussicht
Das alles entsteht in einer offenen Showküche, in der auch zwei peruanische Köche arbeiten. Wie es einem Four Seasons entspricht, wird ausschließlich mit hochwertigsten Produkten gearbeitet. „Hier macht das Einkaufen Spaß, weil hier nicht primär aufs Geld, sondern vor allem auf die Qualität geachtet wird“, sagt Hoebeeck. Der Service ist erstklassig, das Interieur dezent asiatisch, die Bar ein Hingucker. Von der weitläufigen Terrasse blickt man auf die Parkanlage des Hotels Formentor – und durch die Kiefern hindurch schimmert das Meer. Eine einzigartige Atmosphäre, die dem kulinarischen Anspruch in nichts nachsteht.
Abonnieren, um zu lesen
- Sturmtief 'Regina' im Anflug: Wetterdienst gibt Warnstufe Gelb für Mallorca aus
- So kann es nicht weitergehen': Wo Mallorca bereits Anfang März aus allen Nähten platzt
- Rekord eingestellt: Nächstes Sturmtief zieht nach Mallorca und vertreibt Frühlingswetter
- Alles nur Show': Mallorca-Auswanderer Herbert Hauer rechnet mit Reality-TV ab
- Frau auf Superyacht eines Deutschen auf Mallorca tot aufgefunden - Polizei ermittelt
- Nach erstem Geschäft an der Playa de Palma: Hier eröffnet auf Mallorca bald ein weiterer Aldi
- Konflikt in Nahost lässt Preise steigen: So teuer ist Benzin und Diesel momentan auf Mallorca
- Auswandern nach Mallorca – und dann allein: Der stille Alltag eines Deutschen Mitte 80