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Pizza und Pasta mit Charme: Das Il Bistrot in Manacor begeistert mit authentischer Küche aus dem Piemont

Die Besitzerin des gemütlichen kleinen Lokals bereitet alles selbst und alleine vor den Augen der Gäste zu

Eine der Pasta-Varianten im Il Bistrot.

Eine der Pasta-Varianten im Il Bistrot. / Nele Bendgens

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Ein hübscher kleiner Platz in Manacor, nahe der zentralen Kirche Nostra Senyora dels Dolors. Vormittags sind dort zwei kleine Markthallen geöffnet, und samstags findet man auf der Plaça Constitució, umgangssprachlich auch Plaça de Verduras genannt, Stände von Bauern mit ihren Produkten. Einige Cafés und kleine Lokale umgeben den Platz, wie etwa das Lokal Las delicias de la abuela mit kolumbianisch-venezolanischer Küche, die klassische Bar-Cafetería Bar Can Joan, ein Kebab-Imbiss, ein Frühstücks- und Tagescafé namens Born-i-Bo – und auch das Il Bistrot mit italienischen Spezialitäten.

Der Außenbereich auf der Plaça Constitució.

Der Außenbereich auf der Plaça Constitució. / Nele Bendgens

Geführt wird es von der aus Turin stammenden Anna Elisabetta Petronella (46), von allen nur Elisabetta genannt. Sie kann in diesem Herbst bereits das zehnjährige Bestehen von Il Bistrot feiern. „Schon mit 19 Jahren habe ich mich bei meinem ersten Aufenthalt in die Insel verliebt und war in den folgenden Jahren häufig im Urlaub hier“, erzählt sie. Als ein ehemaliger Chef ihr eine Partnerschaft für ein Lokal anbot, meinte sie, es müsse entweder in Turin oder auf Mallorca sein. Sie entschieden sich für die Insel – und hatten Erfolg. Nach drei Jahren trennten sich die beiden freundschaftlich, und die engagierte Italienerin machte alleine weiter.

"Sie macht alles mit Liebe"

Bei Tripadvisor feiert man das gemütliche kleine Lokal und die Besitzerin, die alles selbst und alleine vor den Augen der Gäste zubereitet mit Kommentaren wie „alles vom Feinsten“, „supernette Gastgeberin“, „jedes Gericht hat uns verführt“, oder „sie macht alles mit Liebe“. Die Authentizität ihrer Gerichte wird auch von italienischen Gästen gelobt. Ihre kommunikative Ader war die Basis ihres früheren Berufs, den sie nach einem Sprachen- und Psychologiestudium startete. „Ich arbeitete viele Jahre in der Tourismusbranche, habe in den verschiedensten Ländern den Gästen bei Problemen geholfen und neue Destinationen des Reiseveranstalters quasi ‚zum Laufen‘ gebracht“, erzählt sie. Dann aber zog es Elisabetta an den Herd, wo sie bis heute gerne steht.

Arbeitete lange im Tourismus, bevor sie in die Gastronomie wechselte: Elisabetta Petronella.

Arbeitete lange im Tourismus, bevor sie in die Gastronomie wechselte: Elisabetta Petronella. / Nele Bendgens

Die Gäste sitzen entweder im gemütlichen Inneren oder an den Tischen auf der Plaza und lassen sich die selbst gemachten Leckereien schmecken. Da gibt es etwa Pizza, aber keine normale, sondern eine im Tegamino-Stil. Der sei typisch für ihre Heimatregion Turin, sagt sie. Dafür bereitet Petronella den Teig am Tag zuvor zu, wobei die Fermentation im Sommer aufgrund der Wärme nur rund acht bis zehn Stunden benötigt, im Winter hingegen 48 Stunden.

Die besondere Pizza schmeckt fantastisch

Der Teig besteht aus Hartweizengrieß (semola) und speziellem, glutenfreiem Weizenmehl – beides bezieht sie von einem italienischen Importeur – sowie Wasser und Salz. Die Teigmasse kommt dann in eine besondere Form, eine kleine eingefettete Eisenpfanne mit etwas höherem Rand, der sogenannten tegame, und wird danach je nach Variante oder Gästewunsch belegt und im Ofen bei rund 300 Grad einige Minuten gebacken. Was herauskommt, schmeckt fantastisch, der Boden ist fluffig und leicht. Es gibt 18 „rote“ Versionen, wobei als Basis Tomatensauce, Mozzarella und Oregano fungieren.

Bei der „weißen“ Pizza-Variante – es sind neun – wird auf die Tomatensauce verzichtet. Die Käsesorten wie Parmesan, Scamorza, Gorgonzola, Büffelmozzarella oder Pecorino sowie der Guanciale Fiorucci, ein besonderer hochwertiger, luftgetrockneter und ungeräucherter Speck aus der Schweinebacke, kommen aus Italien, wenn möglich sogar aus der Provinz Piemont, ihrer Heimat, ebenso wie das Bier Baladin. Gemüse und Kräuter hingegen kauft Elisabetta auf dem Markt vor der Haustür.

Besondere Pizza, die fabelhaft schmeckt.

Besondere Pizza, die fabelhaft schmeckt. / Nele Bendgens

Vier Nudel-Typen, alles selbst gemacht

Gelernt hat sie diese Art des Pizzamachens von ihrem früheren Geschäftspartner Franco, während für den zweiten Schwerpunkt, die Pasta-Gerichte, Rezepte aus ihrer Familie Pate standen. Jede der vier Nudel-Typen – inklusive der Agnolotti, also den kleinen, mit Fleisch vom Rind oder Schwein gefüllten Teigtäschchen, beziehungsweise die Gnocchi – sind selbst gemacht und mit speziellen Gerätschaften selbst geformt. Die für die Spaghetti genutzte Teigrolle aus Metall etwa ist hundert Jahre alt. „Heute nutzt man Varianten aus Holz oder sogar Kunststoff, aber ich habe noch alte Rollstäbe, die sind schwerer und effektiver“, meint Elisabetta. Man kann den Nudeltyp und eine der sieben Saucen frei wählen.

Des Weiteren gibt es ein paar Salate, unterschiedlich belegte Bruschetta, Tagesgerichte und natürlich Desserts wie das exzellente selbst gemachte Tiramisu oder die Focaccia mit Nutella. Im Winter wird die Karte durch Spezialitäten wie Lasagne, Minestrone oder bagna cauda ergänzt.

Simpel, aber sensationell: die Farinata

Ein kleines überraschendes Highlight am Schluss: die sogenannte Farinata. „Auch das ist eine Spezialität aus Turin. Dafür mischt man Kichererbsenmehl mit Wasser und gibt etwas Salz hinzu. Das kommt ebenfalls in einer tegame in den Ofen, und nach ein paar Minuten gibt man entweder Gorgonzola oder Zwiebelringe obenauf und backt sie fertig“, sagt Elisabetta Petronella. Klingt simpel, schmeckt aber sensationell und erinnert leicht an Kartoffel-Reibekuchen. Ideal zum Teilen und als Vorspeise.

Spezialität aus Turin: Farinata mit Zwiebelringen.

Spezialität aus Turin: Farinata mit Zwiebelringen. / Nele Bendgens

Die Preise sind mehr als fair: Vorspeisen wie Farinata oder Bruschetta 5–14 Euro, Pizza 7–14 Euro, Pastagerichte 13–14 Euro, Desserts 5–8 Euro.

Fabelhaft: Il Bistrot, geöffnet Mo.–Sa. 18–23 Uhr (ab Herbst einige Tage auch mittags). Plaça Constitució, 10, Manacor. Tel.: 666-67 13 95, Facebook: Il Bistrot Manacor 

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