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Palmas Gastro-Geheimtipp mit Bodega-Einblick und Klassikern

La Paloma und Chez Camille: Zwei Lokale, ein Koch und ein Besitzer in Palmas touristischem Lonja-Viertel

Jakobsmuscheln mit Erdnusssauce.

Jakobsmuscheln mit Erdnusssauce. / LP/CC

Jakobsmuscheln vom Grill mit Erdnusssauce. Perfekt gegarter Wolfsbarsch auf einer Creme aus weißem Spargel mit Bimi und Dillsauce. Eine weitere Variante mit Wolfsbarsch, diesmal als Ceviche mit Avocado, Maracuja und Süßkartoffelcreme. Aber auch Klassiker wie delikate Schinkenkroketten mit Zitrus-Mayonnaise, Lachsfilet vom Grill mit Gemüse und altem Senf oder Lammschulter auf Kartoffelpüree stehen auf der Karte. Alles zu finden im Restaurant La Paloma in Palmas stark vom Tourismus geprägten Lonja-Viertel.

Wolfsbarsch-Ceviche mit Avocado und Süßkartoffeln.

Wolfsbarsch-Ceviche mit Avocado und Süßkartoffeln. / LP/CC

Ein 32 Jahre lebendiges und erfolgreiches Restaurant – das muss man erst einmal schaffen in der doch in vielen Fällen kurzlebigen Gastronomie-Welt. Auch die Autorin dieses Artikels war schon vor 28 Jahren zufriedener Gast und konnte somit die Entwicklung des Lokals verfolgen. Kontinuität in Bezug auf Qualität, Produkte und Service sind die Eckpfeiler dieses Erfolgs.

Ein ehemaliges mittelalterliches Haus

Mikael Appelquist übernahm das 1938 in einem mittelalterlichen Haus eröffnete La Paloma 1993. Bei der aufwendigen Renovierung behielt der Schwede die Marès-Wände bei und fügte eine Zwischenebene sowie einen Extra-Raum im Stockwerk darüber hinzu. Zu den damaligen und späteren Verschönerungen gehören verschiedene ausgefallene Lampen und Kronleuchter, verschnörkelte Metallgitter, ein übergroßes Fenster zum Carrer Apuntadores und die freigelegte Holzdecke.

Auch das Chez Camille ist attraktiv, gleichzeitig aber gemütlich eingerichtet. Einige Ecken entfernt vom La Paloma kam es 2012 hinzu. Appelquist hatte vier Jahre zuvor die irische Bar Mac Gowan’s übernommen und in den dann umgebauten Räumlichkeiten und einer Erweiterung ins Nebenhaus das Restaurant eingerichtet. Auch hier sorgt ein Obergeschoss für weitere Kapazitäten. Die Speisekarte und das Preisgefüge ist in beiden Lokalen sehr ähnlich, und es gibt viele Gerichte, die man hier wie dort genießen kann.

Die gekonnt restaurierten schönen alte Räume in La Paloma.

Die gekonnt restaurierten schönen alte Räume in La Paloma. / LP/CC

Als Koch verantwortlich für beide Lokale ist seit März dieses Jahres der gebürtige Ecuadorianer Alexander Pincay (37), der zuvor acht Jahre für die Restaurantgruppe Forn Projects in Lokalen wie Forn, Koa oder Ombu gearbeitet hat. Gerade erst gewann er mit seiner Tapa Donasada bei der TaPalma den Preis für das beste, mit Sobrassada gefertigte Häppchen.

"Wir legen auch Wert auf unsere Klassiker“

Appelquist lässt ihm freie Hand, wenn es um die Entwicklung neuer Gerichte geht. „Sie müssen uns nur schmecken, wenn wir sie im Vorfeld probieren“, erklärt der Schwede die Entscheidungsfindung. „Aber neben diesen modernen Gerichten, die aktuelle Tendenzen und Techniken aufgreifen, und in der Alexander auch Produkte und den Küchenstil seiner Heimat einfließen lassen kann, legen wir auch Wert auf unsere Klassiker.“ So dürfe die auch von der Autorin dieses Artikels mehrfach genossene Lammschulter auf Kartoffelpüree nicht fehlen. „Sie war und ist ein Favorit der Gäste“, so Appelquist. Und die kamen anfangs eher aus den deutschsprachigen und englischsprachigen Ländern, aktuell jedoch ist es ein Mix aus aller Welt, inklusive Gästen aus den USA, Korea, Polen und Saudi-Arabien. „Die Amerikaner trinken etwa Piña Colada zum Rinderfilet – wenn es ihnen schmeckt, wunderbar“, sagt Appelquist. Aber auch Mallorquiner kämen schon seit Jahrzehnten, hätten hier Verlobung, Hochzeit, Taufe und Hochzeit ihrer Kinder gefeiert.

Beliebte Klassiker

Lammschulter auf Kartoffelpüree. / LP/CC

Alle eint die Lust auf Abwechslung – mal Tradition, mal modern. Alexander Pincay: „Mir macht es Freude, den mediterran-regionalen Erzeugnissen mit meinen südamerikanischen Produkten und Gewürzen einen besonderen Touch zu geben, sie etwas ungewohnter zu kombinieren.“ Dem Zeitgeist geschuldet, auch wenn sie – laut Appelquist – nicht so stark angenommen werden, sind die neuen vegetarischen Gerichte wie Rote-Bete-Tatar mit Avocado und Apfel, die Kürbisravioli mit Basilikum-Pesto und Taleggio-Käsecreme und im Chez Camille der Salat mit Ziegenkäse aus dem Ofen mit Walnüssen und Honig.

Kroketten, Pimientos de Padrón und Crema Catalana

Nicht spottbillig, aber laut Appelquist gut nachgefragt sind die Menüs mit Klassikern der Küche. Im La Paloma kostet es 39,50 Euro. Dafür gibt es eine Wurst-Käseplatte, Chorizowurst in Wein, Kroketten und Garnelen in Knoblauchöl. Gefolgt von einem Entrecôte mit Pommes frites und Pimientos de Padrón sowie einer Pannacotta mit Aprikosensauce. Im Chez Camille zahlen die Gäste 36 Euro für Brot mit Tomate und Olivenöl, Serranoschinken, Kroketten, Garnelen in Knoblauchöl, Entrecôte mit Pommes frites und Pimientos de Padrón sowie eine Crema Catalana.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die gut zusammengestellte Weinkarte, zumal einige, mit Glas abgedeckte „Löcher“ im Boden des La Paloma einen Einblick in die Keller-Bodega bieten. Und auch die Cocktails sind einen Versuch wert, wie etwa der Hauscocktail La Paloma Signature, bestehend aus Tequila, Grapefruitsaft, Agavenlikör und Limone.

Die À-la-carte-Preise: Vorspeisen/Tapas 8,50–21 Euro, Hauptspeisen 16–30 Euro, Desserts 7–9 Euro.

Lonja-Institutionen

La Paloma

geöffnet täglich 17–23 Uhr.

C/. Apuntadores, 16, Palma.

Tel.: 971-72 17 45

lapaloma.es.

Chez Camille

geöffnet Do.–Mo. 15–23 Uhr.

C/. de la Mar, 18, Palma.

Tel.: 971-72 16 22

chezcamille.es

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