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Die besten Restaurants auf Mallorca im Jahr 2025: Hier hat die MZ am liebsten gegessen

Neu eröffnet oder auch neu entdeckt – in diesen Lokalen hat es uns im bald vergangenen Jahr gut geschmeckt!

Ivan Crespo und Carlos Hubert: Das Kochduo des Calma y Caos in Palma nahe den Avenidas

Ivan Crespo und Carlos Hubert: Das Kochduo des Calma y Caos in Palma nahe den Avenidas / Nele Bendgens

Das Top Quartett

Ein Restaurant, das erst im November eröffnet hat, gehört zu meinen vier Highlights des Jahres: Dos Trazos von Oksana Fedun und Raimundo Rincón in Sa Pobla. Kreative Gerichte, herzliche Atmosphäre, elegant-minimalistisches Lokal – die Kombination hat uns begeistert. Ihr Acht-Gang-Menü wechselt regelmäßig und wird auch nicht vorab veröffentlicht. Es soll ja eine Überraschung bleiben. Natürlich wird auf Befindlichkeiten und Allergien eingegangen, sofern diese bei der Reservierung angegeben werden. Hier nur ein Beispiel ihrer Kunst: Ein Tartar aus geräucherten Sardinen mit gerösteten Pinienkernen in der Mitte des Tellers wird umringt von eingelegten roten Zwiebelringen, Trockentomaten sowie osmotisierten (also entwässerten) und daher formbaren Gurkenscheiben. Angegossen wird ein verflüssigter Kopfsalat. Fantastisch! Ganz neu: Das Lokal hat nun auch mittags geöffnet! Für zwei Vorspeisen, eine Hauptspeise und Nachtisch zahlt man lediglich 20 Euro. Facebook: Dos Trazos Mallorca.

Ebenfalls ganz wunderbar schlemmen kann man im Calma y Caos des Kochduos Ivan Crespo und Carlos Hubert in Palma nahe den Avenidas und somit mit einem Parkhaus ums Eck. Die beiden sind alte Freunde, waren auch schon mal im Eagle-Restaurant des Golfclubs Bendinat gemeinsam aktiv, und haben nun ihr neues Restaurant aufgemacht. Sie bieten optisch, aromatisch und geschmacklich einzigartige Gerichte, die auch durch harmonische Kontraste überraschen. Ein Beispiel: Hinter dem Gerichtenamen “Salmoon” verbergen sich Würfel des nach nordischer Art 48 Stunden lang mit Salz, ein wenig Zucker und Gewürzen gebeizten Lachses, wobei Crespo bei den Gewürzen dehydrierte Rote Bete, Ingwer, geräucherten Paprika, grünen Pfeffer und Kardamom mischt. Dazu Hummus, eingelegtes Gemüse und Lachskaviar. Oder die gebratenen Jakobsmuscheln mit Algenmarmelade, Chorizo-Stückchen und kurz gebratenem Oktopus. Infos: calmaycaos.com

Nächstes Highlight diesen Jahres war für mich das Kno-Ma. Izakya-Besitzer Dani Celis hat sich mit seinem zweiten Lokal, dem elegant-minimalistisch eingerichteten Kno-Ma, noch einmal übertroffen. Während das Izakaya auf gehobene, moderne japanische Küche setzt und damit spanienweit Platz 1 und weltweit Platz 2 bei der Tripadvisor-Liste im Bereich “Gehobene Küche” belegte, steht das Kno-Ma nur zwölf Gästen offen, die rund um den Arbeitsplatz des Chefkochs Miguel Rodríguez und seines Assistenten an einer Theke sitzen und von ihm eine puristische Traditionsküche mit vorzugsweise Fisch und Meeresfrüchten serviert bekommen. Der emsige und professionelle Maître und Sommelier Javier Gómez komplettiert das kleine Team. „Im Izakaya verwenden wir nur hochwertige, sorgsam ausgewählte Produkte, aber für das Kno-Ma sind die Produkte noch spezieller, noch exklusiver“, versichert Betreiber Dani Celis. Infos: knoma.es.

Im Kno-Ma gibt's puristische Traditionsküche mit vorzugsweise Fisch und Meeresfrüchten.

Im Kno-Ma gibt's puristische Traditionsküche mit vorzugsweise Fisch und Meeresfrüchten. / Kno-Ma

Angélica Pastrana kochte einst genial in ihrem Lokal Flor de Lis, nach dessen Schließung arbeitete sie weltweit als Privatköchin. In diesem Jahr hat sie mit ihrem Partner wieder ein eigenes Lokal, die GastroBar by Angélica Pastrana in Sa Vileta. Geboten wird ein Mix aus Gerichten ihrer Heimat Kolumbien, anderen lateinamerikanischen Ländern, aber auch mediterrane Kreationen. Ein Beispiel: Gut gewürzte und marinierte Oktopus-Tentakel auf einem Püree-Mix aus hiesigen Kartoffeln und Maniok (yuca) und bedeckt mit knusprigen Yuca-Streifen. Infos Facebook: GastroBar By Angélica Pastrana.

Projekte von Sterneköchen

Javier Hoebeeck, ehemaliger Sternekoch des Fusion 19 und aktuell im Chefteam vom Four Seasons Formentor, konnte gerade das Vierjährige seines eigenen Lokals Übeck in Manacor feiern, im Dezember letzten Jahres folgte ein weiteres Übeck in Palma. Der Stil: Unprätentiös, jung, kreativ. Gekocht wird mediterran-asiatisch-mexikanisch oder frei nach Hoebeecks Motto: Menja global, producte local – global essen mit lokalen Produkten. Infos: ubeckmallorca.eatbu.com

Andreu Genestra hat mit seinen eigenen Lokalen, dem Sternelokal Andreu Genestra und dem Aromata, bereits viel zu tun, aber er lässt es sich auch nicht nehmen, weiteren Projekten seinen Stempel aufzudrücken, wie etwa dem Foradada mit Blick auf das berühmte Loch im Felsen und das Meer (Sonnenuntergang inklusive!), direkt neben dem Erzherzog Ludwig Salvator-Schloss Son Marroig. Sein kochender Statthalter vor Ort ist Lluís Got Torres. Und der zaubert Leckereien wie Albóndigas (Hackbällchen) vom Fleisch eines schwarzen Schweins der Can-Company-Herde, die gemeinsam mit Tintenfischstückchen geschmort werden, dazu eine Sauce aus dem Fleischsud, Knochen, Schweinefüßchen, Brot, Mandeln, Anis, aber auch mit Tintenfisch-Sud und -Tinte. Infos: foradadarestaurant.com

Spanisches mit Stil

Nacho Velasco ist der neue im Bunde der früheren El Txoko-Betreiber, nachdem Starkoch Martín Berasategui ausgestiegen ist. Und mit diesem Tausendsassa funktioniert das nun La Rosa Catalina benannte Lokal an der Plaça del Pont prächtig. Serviert wird modern aufgepeppte Traditionsküche. Infos: larosacatalina.com

Ebenfalls völlig unexperimentell, sondern klassisch kocht man in der Casa Rustica in Paguera, wo die Betreiber des Brisas del Mediterráneo an der Playa de Palma – zwei Ehepaare einer Familie – ihr zweites Lokal eröffnet haben. Infos: casarusticapaguera.com

Nahe des Mallorca Fashion Outlets in Marratxi findet sich das Ca’s Cavallet des Ehepaars Antonia Planas und José Pons (sie betreiben auch das Can Reüll und das Can Costa in Valldemossa) auf einer 21.000 Quadratmeter großen Finca, natürlich auch mit einem dazugehörigen Parkplatz. Spanische Küche, angereichert mit Premiumfleisch wird geboten. Infos: cascavallet.com

Erst in diesem Jahr besucht habe ich das Alemany im Hotel Ca’ Bisbe in Sóller, das Chefkoch Joan Alemany schon im März 2024 übernommen hat. Er wandelt wie sein großes Vorbild Josef Sauerschell, für den er über fünf Jahre lang gearbeitet hat, auf dessen Spuren, kocht mit lokalen Produkten auf französischer Basis. Ein Beispiel: Geschmorte Artischocke mit einer Ibérico-Schinken-Bechamel, Kaisergranate und Artischocken-Sahnecreme mit Pinienkernen. Infos: alemanyrestaurant.com

Joan Alemany ist Chefkoch im Alemany im Hotel Ca’ Bisbe in Sóller, das er im März 2024 übernommen hat.

Joan Alemany ist Chefkoch im Alemany im Hotel Ca’ Bisbe in Sóller, das er im März 2024 übernommen hat. / Nele Bendgens

Matias N. Provvidenti, der leider sein Restaurant Shaka geschlossen hat (das Maleva an der Plaça Raimundo Clar aber weiter betreibt), hat die kulinarische Leitung der Cantina Can Olivo in Port Adriano übernommen. Die Karte ist breit gefächert und sehr durchsetzt mit Inspirationen, die Provvidenti auf seinen Reisen gesammelt hat. Ein Beispiel: Ravioli aus einem mit Tintenfischtinte angereicherten Nudelteig, gefüllt mit Lachs und Garnelen an einer exquisiten Sauce aus Meeresfrüchte-Karkassen, gemischt mit Sahne und Bourbonvanille aus Madagaskar. Infos: canolivo.es

Vegetarisch-vegane Köstlichkeiten

Immer wichtiger sind gute vegetarisch-vegane Lokale geworden. Neben dem Bellaverde in Port de Pollença, was schon seit letztem Jahr von neuen Besitzern auf hohem Niveau weitergeführt wird, oder dem Mouna an der Plaça Drassana in Palma – ebenfalls gewürdigt im letzten kulinarischen Rückblick – war es diesmal das Restaurant Cal Reiet’s Table im Hotel Cal Reiet Holistic Retreat bei Santanyí, was uns begeistert hat. Das schweizerisch-schwedische Besitzerpaar hat mit seinem neuen Chefkoch Alejandro González Gómez eine gute Wahl getroffen. Er ist zwar kein Vegetarier, aber Diabetiker Typ 1, muss deshalb auch auf seine Ernährung achten und nutzt vorrangig Bio-Produkte für seine Gerichte. Geschmeckt haben uns vor allem die würzigen geschmorten Möhren mit Mais in Texturen (Mais-Miso-Sauce, Mousse, Kroketten) und pico de gallo (Tomate, Zwiebel, Koriander) oder auch der Cannellone aus Selleriescheiben anstelle von Nudelteig, gefüllt und belegt mit einem Pilzmix, Lauch sowie Porree und umrahmt von einer köstlichen Sauce aus Pilzen, Sahne, Ingwer und Knoblauch. Infos: calreiet.com

Fastfood, aber besser

Burger dominieren das Fastfood-Angebot, aber es gibt auch Burger-Perlen, die aus der Masse herausstechen wie etwa das im April eröffnete Sinners des Ehepars Maris Cruz Zazali und Carles Brossa in Inca. Im dank Wandmalereien optisch orginellen Lokal gibt es leckere Burger mit hochwertigen Pattys und Buns. Infos Instagram: sinners_inca.

Üppige Döner mit feinen Saucen und selbstgemachtem Brot, aber mit Schweinefleisch oder Huhn, insofern ähneln sie eher den griechischen Gyros-Pita-Varianten, werden im NiNo’s in Palma serviert. Infos: ninoskebab.com

Einer der üppigen Döner von Nino's Kebab.

Einer der üppigen Döner von Nino's Kebab. / Nino's

Snacks mit Wein

Wer gute Weine sozusagen direkt an der Quelle genießen und auch etwas essen will, ist in den beiden Wein-Bistros Es Cub (Bodega Mesquida Mora in Porreres) und Gargo Wineroom (Bodega Selva Vins, spezialisiert auf Naturweine in Selva) goldrichtig. Im Ersteren kocht Josep Clar von dem früheren Cascall kleine Leckereien wie geräucherte Aubergine, belegt mit Dukkah-Nuss-Gewürz, Aioli, Mahón-Käse und Spinatblättern. Und in Selva sind es unterschiedliche pa amb olis mit so klingenden Namen wie Myotragus oder Talaiot, die von Winzer Carlos Rodríguez Furthmann und seiner Familie zubereitet werden. Infos: mesquidamora.com und selvavins.com

Weltküche auf Mallorca

Japanische Küche at it’s Best bekommt man im schön und stilvoll eingerichteten Take zu Beginn des Terreno-Viertels. Empfehlenswert auch das günstige dreigängige Mittagsmenü für 22 Euro. Infos Facebook: Take Sushiclub.

Das aktuell nobelste Hotel der Insel, das Four Seasons Formentor, bietet mit dem Shima ein Restaurant mit der sogenannten Nikkei-Küche, also der Kombination von japanischer und peruanischer Küche. Ein Beispiel: Tiradito vom Hamachi-Fisch (Bernsteinmakrele), umgeben von einer Leche-de-tigre-Sauce, dazu Mais, scharfe Chilistückchen, geröstete Avocado und Süßkartoffelwürfel. Infos: fourseasons.com/es-es/mallorca.

Das Shima ist ein Restaurant der sogenannten Nikkei-Küche, also der Kombination von japanischer und peruanischer Küche.

Das Shima ist ein Restaurant der sogenannten Nikkei-Küche, also der Kombination von japanischer und peruanischer Küche. / Shima

Die Gastrobar Emma in Santa Ponsa vom früheren kolumbianischen Chefkoch des Lila Portals, Anderson Mendoza, und der früheren Servicechefin vom Adelfas, Alba Miguel Mateos, serviert seit Ende April spanisch-kolumbianische Küche, wobei vieles vom Grill kommt. Ein Beispiel: Presa ibérica-Steak aus dem Schweinenacken auf Apfelpüree mit Cidre, Apfelstücken, Pak Choi und Pedro-Ximénez-Sauce. Infos Instagram: gastrobar_emma.

Peruanische Küche gibts seit Januar 2025 im Mamacona in Manacor, inklusive einigen Gerichten und Drinks mit dem peruanischen lilafabenen Mais. Ein Beispiel ohne Mais: Gebratener Adlerfisch in pikanter Sauce mit Garnelen, Kalmarringen und Muscheln, dazu yuca (Maniok) und Reis. Infos: mamacona.es

Das Yumee in Playa de Muro schließlich gibts zwar schon seit Frühjahr 2024 an der großen Hauptstraße, die von Port d’Alcúdia bis Playa de Muro und weiter nach Can Picafort führt, aber ich habe es (leider) erst in diesem Jahr entdeckt. Und zwar mit großer Freude. Die Besitzerin und Chefköchin Ahlam Bari kocht einen genialen Mix aus japanischer mit marokkanischer Küche. Klingt schräg, schmeckt fantastisch. Ein Beispiel: Die Sushi-Tempura-Rolle „Yumee“ ist gefüllt mit knusprigem Hähnchen und karamellisierten Zwiebeln, aromatisiert mit marokkanischen Gewürzen, Rosinen, Avocado und Mango-Currysauce. Infos Facebook: Yumee.mallorca.

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