Promi-Magnet und Kultküche: Betreiberwechsel im Celler Son Toreó in Sineu nach 93 Jahren
Nach 93 Jahren gibt die Familie Fuster Alomar das Kultrestaurant Son Toreó ab – doch Fans der mallorquinischen Küche können aufatmen.

Die Fassade des Celler Son Toreó in Sineu / Redaktion DM
Es gibt Restaurants, die mehr sind als nur ein Lokal, in dem Speisen serviert werden. Der ehemalige Celler von Son Toreó in Sineu ist eine dieser Institutionen. Das Restaurant in dem Gebäude der alten Weinkellerei ist tief verankert im kollektiven Gedächtnis des Ortes und zudem auf ganz Mallorca bekannt. Nach 93 Jahren hört die Betreiberfamilie nun auf.
Speisekarte bleibt bestehen
Vier Generationen der Familie Fuster Alomar waren es, die in den vergangenen Jahrzehnten im Celler das Sagen hatten. „Im Laufe seiner Geschichte war es ein Bezugspunkt der mallorquinischen Küche, nicht nur innerhalb der Gemeinde Sineu, sondern auf ganz Mallorca“, hieß es vor einigen Tagen in einer Pressemitteilung des Rathauses Sineu. Bürgermeister, Gemeinderätinnen - eine ganze Abordnung der Gemeindeverwaltung war gekommen, um der Familie Fuster Alomar einen Blumenstrauß zum Abschied zu überreichen.

Die Geschwister Guillem, Joana und Toni Fuster Alomar bei der offiziellen Verabschiedung / Rathaus Sineu
Doch Liebhaber der mallorquinischen Küche und der Familienrezepte, die seit Jahren an den Herden von Can Toreó zubereitet werden, können beruhigt sein: Das bekannte Restaurant wird seine Küche am 7. Januar wiedereröffnen - mit anderen Eigentümern, aber denselben Mitarbeitern und vorerst mit derselben Speisekarte, die einige der berühmtesten Gerichte des beliebten Restaurants aus Sineu umfasst.
Mittelalterlicher Ursprung
Für fast 3 Millionen Euro war das Gebäude mittelalterlichen Ursprungs im Jahr 2023 auf den Markt gekommen. Inbegriffen: das Restaurant, die angrenzende Bar und der Keller der alten Kellerei, der vor einigen Jahren ebenfalls Restaurantbetrieb beherbergt. Die drei Geschwister, die das Geschäft bis dato führten – Guillem, Toni und Joana –, hatten mehrfach erklärt, dass der einzige Ausweg der Verkauf des Gebäudes sei. Quellen von Son Toreó haben jedoch informiert, dass das Geschäft übertragen wurde, die neuen Betreiber den Komplex aber nicht gekauft haben. Vorerst werden das Restaurant und die daneben gelegene Bar wiedereröffnet.
Die Geschichte der Familie Fuster Alomar in Son Toreó begann im Jahr 1933, als die Großeltern der drei heutigen Eigentümer das Geschäft gründeten. 1955 wurde es von den Kindern der Gründer übernommen, bis 1989 die drei Geschwister Fuster Alomar auf den Plan traten, deren Kinder ebenfalls bereits an der Spitze des beliebten Cellers standen. So haben vier Generationen derselben Familie das Geschäft über diese 93 Jahre hinweg getragen. Das Gebäude wurde 1974 von den Eltern der heutigen Eigentümer erworben, die es bis jetzt geführt haben.
Die Immobilie, in der sich der historische Celler befindet, blickt auf fast 800 Jahre Geschichte zurück. Tatsächlich stammen die ersten Dokumente, die Son Toreó erwähnen, aus dem Jahr 1240, kurz nach der katalanischen Eroberung Mallorcas. Das Gebäude bewahrt sogar noch einige Elemente aus der Zeit der muslimischen Herrschaft.
Mallorquinische Star-Gerichte fürs deutsche TV
Der Celler von Son Toreó ist dafür bekannt, einer der besten Hüter der traditionellen Rezepte der mallorquinischen Küche zu sein. Allem voran: das Stargericht "Frit mallorquí" und "Tumbet amb Llom". Mehrfach schauten auch deutsche Fernsehteams in den vergangenen Jahren den Köchen vom Celler über die Schulter.
Der Ruhm zog auch die Prominenz an. Zu den illustren Gästen zählte unter anderem die damals noch amtierende Königin Sofía, die Son Toreó vor Jahren besuchte. „Sie spazierte mit ihrer Tochter Elena, ihrem Schwiegersohn Jaime de Marichalar und weiteren Familienangehörigen, einschließlich des Sicherheitspersonals, durch Sineu, und als Doña Sofía stehen blieb, um unsere Fassade zu betrachten, ging ich hinaus, um sie zu begrüßen“, erzählt die scheidende Betreiberin Joana Fuster Alomar. „Was für eine schöne Fassade“, sagte die Königin von Spanien. Daraufhin wurde die ganze Familie eingeladen, hereinzukommen, um das Restaurant zu besichtigen und eine schöne Zeit dort zu verbringen. Am Ende kam ein Leibwächter auf die Besitzerin des Restaurants zu und gratulierte Joana Fuster Alomar: „Sie waren eine halbe Stunde mit der Königin zusammen – etwas, das kaum jemand von sich behaupten kann." /somo
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