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Export nach Deutschland: Olivenöl-Ernte 2025 auf Mallorca deutlich besser als im Vorjahr

Gute Ernte: Das Oli Novell, das neue Olivenöl, ist da

Die bei der Präsentation der D.O. Oli de Mallorca zur Verkostung bereitgestellten Olivenöle.

Die bei der Präsentation der D.O. Oli de Mallorca zur Verkostung bereitgestellten Olivenöle. / NELE BENDGENS

Das Olivenöl der Insel hat sich in den vergangenen Jahren unter der Kontrolle des Verbands D.O. Oli de Mallorca (gegründet 2002) nicht nur zu einem hochwertigen Qualitätsprodukt, sondern auch zu einem Exportschlager entwickelt. Zwischen 30 und bis zu 60 Prozent der Produktion einzelner Betriebe gehen ins Ausland, vor allem nach Deutschland. Vorausgesetzt, es gibt genügend Öl zum Exportieren. Im vergangenen Jahr war das nicht der Fall: Eine magere Ernte führte dazu, dass das wenige auf Mallorca produzierte Olivenöl fast vollständig auf der Insel verblieb. Die Ernte im Herbst 2025 fiel jedoch deutlich besser aus. Zwar erreichte sie nicht das Rekordniveau von 2023, übertraf aber die schwache Ernte von 2024 deutlich.

Im Dezember stellten die Produzenten nun das neue native Olivenöl extra, das oli novell, im Rahmen einer Präsentation vor. Vertreter der Olivenölfirmen kamen dafür im Hof des Casal Solleric in Palma zusammen – begleitet vom Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt, Joan Simonet, dem Generaldirektor für Agrar- und Lebensmittelqualität sowie regionale Produkte, Joan Llabrés, der Stadträtin für Wirtschaft, Handel, Selbstständige und Stadterneuerung von Palma, Guadalupe Ferrer, sowie Mitgliedern des Regulierungsrats der D.O. Oli de Mallorca. Unter ihnen befand sich auch der Präsident der D.O., Joan Mayol, der selbst die Öle Verderol und Algebici produziert.

Rund zwölf Öle der etwa 80 von der D.O. vertretenen Marken standen zur Verkostung bereit, darunter Produkte von Aubocassa, Solivellas, Verderol, Treurer, Son Mir, Olis Sóller und Son Moragues. Die Hersteller gewannen sie aus den von der D.O. zugelassenen Olivensorten Arbequina, Picual und Mallorquina/Empeltre. Experten prüften die Öle auf Reinheit, chemische Inhaltsstoffe, Geschmack und Konsistenz. Nur kalt gepresstes natives Olivenöl extra in erstklassiger Qualität erhält das Gütesiegel D.O. Oli de Mallorca.

Stolze Hersteller: Gruppenfoto mit Politikern bei der Präsentation.  | FOTO: NELE BENDGENS

Stolze Hersteller: Gruppenfoto mit Politikern bei der Präsentation. | FOTO: NELE BENDGENS

Qualitätsschub durch weniger Schädlinge und passende Witterung

Das diesjährige native Olivenöl extra weist laut Joan Mayol eine hervorragende Qualität auf. „Vor allem deshalb, weil wir in diesem Jahr deutlich weniger Ausfälle durch Schädlinge wie die Olivenfruchtfliege hatten. Wir haben gelernt, sie besser zu bekämpfen, zudem hat die Sommerhitze ihre Ausbreitung gebremst. Der Regen kam spät – aber nicht zu spät“, erklärt Mayol. Er hebt die besonderen Eigenschaften des frisch auf den Markt gekommenen Öls hervor, das rechtzeitig zu den Festtagen verfügbar war. „Öl zu verschenken heißt, Gesundheit und Tradition zu verschenken. Und es bereitet lange Freude, denn eine Flasche Öl leert sich nicht so schnell – auch wenn wir uns das manchmal wünschen“, sagte der D.O.-Präsident.

Insgesamt verarbeiteten die elf von der D.O. zertifizierten Ölmühlen der Insel rund 450 Millionen Oliven, was etwa 5.200 Tonnen entspricht. Daraus entstanden mehr als 700.000 Liter Olivenöl. Voraussichtlich rund 490.000 Liter davon können die Produzenten mit der geschützten Ursprungsbezeichnung (D.O.) qualifizieren und vermarkten. Mayol ergänzt einen weiteren Aspekt: „Nicht nur das Öl zählt. Jeder Olivenbaum produziert im Laufe seines Lebens etwa 29.000 Kubikmeter Sauerstoff. Auch die Schönheit, die diese Bäume unserer Landschaft verleihen, ist ein unschätzbares Erbe.“

Auch die anwesenden Vertreter der Olivenölproduzenten zeigten sich optimistisch. Tiffany Blackman, Repräsentantin von Aubocassa, einem der renommiertesten Olivenölhersteller der Insel, betont, dass das Öl in diesem Jahr besonders aromatisch ausfalle. Aubocassa exportiert sein Olivenöl in 29 Länder und verkauft bis zu 60 Prozent seiner Produktionsmenge im Ausland. Weltweit steht Japan an der Spitze der Abnehmer, europaweit ist es Deutschland. Als einziges Unternehmen der Insel gehört Aubocassa der exklusiven spanischen Vereinigung Grandes Pagos d’Olivar an, der lediglich sieben Produzenten hochwertiger Premium-Olivenöle angehören. „Das verschafft uns den Vorteil, unser Öl auch auf dem spanischen Festland gut zu verkaufen“, sagt Blackman.

Exportfokus und prominente Unterstützung in Deutschland

Andere Produzenten konzentrieren sich dagegen stärker auf den Absatz auf der Insel und im Ausland. „Es ist einfacher, unser Öl in Deutschland als auf Mallorca oder auf dem Festland zu verkaufen“, bestätigt Sebastià Solivellas von der gleichnamigen Ölmühle. In Deutschland fungiert Starkoch Tim Mälzer als bekanntes „Werbegesicht“ für Solivellas. Mälzer verwendet seit Jahren eine eigens für ihn zusammengestellte Olivenölmischung in seinen Restaurants.

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