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Grillparty auf Mallorca ins Wasser gefallen? Wir hätten da einen Tipp für Sie

Mit gleich zwei Restaurants namens Grøenk– eines in Deià und ein weiteres in Fornalutx – weiß ein ungarisches Paar mit „ehrlicher Küche“ in der Serra de Tramuntana zu überzeugen

Testportion Rinderfilet - frisch vom Grill

Testportion Rinderfilet - frisch vom Grill / Nele Bendgens

Deià im Winter: Ruhe und Gelassenheit prägen die Atmosphäre. Man findet problemlos einen Parkplatz und muss sich nicht durch die Menschenmengen drängen, die sonst das Künstlerdorf an den Hängen der Serra de Tramuntana besuchen. Mittendrin liegt ein Restaurant mit großer Terrasse und einem Raum im ersten Stock, der sich für besondere Gruppenessen mit zehn bis maximal 24 Personen eignet.

Gemütlich und ganzjährig

Nach einem langen Umbau eröffneten Balázs Turi und Emese Juhász hier im Mai 2025 das täglich geöffnete Grøenk – ein rustikal-stilvolles, gemütliches Restaurant mit Steinwänden, sichtbaren Deckenbalken, Kerzenschein und Kunstwerken der Malerin Julie Mai. Der Name wirkt ungewöhnlich. „Es ist ein Fantasiename ohne konkrete Bedeutung“, erklärt Balázs Turi, der das Restaurant gemeinsam mit seiner Frau führt. Die beiden betreiben auch ein gleichnamiges Lokal in Fornalutx, das sie rund ein Jahr zuvor eröffneten. Beide Restaurants sind ganzjährig geöffnet und somit auf Mallorca eher die Ausnahme.

Der Käsekuchen des Grøenk.   | FOTO: BENDGENS

Im Restaurant Grøenk in Deià. / Nele Bendgens

Nur gelegentlich gibt es Gulasch

Vom Namen lässt sich kein Rückschluss auf den Küchenstil ziehen: Obwohl das „ø“ an Dänemark erinnert, findet sich nichts Dänisches auf der Karte. Auch die ungarische Herkunft der Betreiber spielt kulinarisch nur eine Nebenrolle. Gelegentlich tauchen Gulaschsuppe, Hühnergulasch oder Palatschinken als Tagesgerichte auf, zudem veranstalten die beiden spezielle ungarische Abende. Der nächste findet am 12. Februar im Grøenk in Fornalutx statt.Auf den Tisch kommt ansonsten „ehrliche Küche“, wie Turi und Juhász sagen. Die mediterranen Gerichte konzentrieren sich auf den Holzkohlegrill. Fleisch – darunter gereiftes Rind aus Galicien und Iberisches Schwein aus der Extremadura – bildet ebenso eine Basis wie Fisch. Aus dem Schweinefleisch bereitet das Team ein Schnitzel Wiener Art mit Panko-Kruste und Kartoffelsalat zu, außerdem kommen hausgemachte Burger-Pattys mit selbst gebackenen Buns auf den Grill. Auch Wolfsbarsch darf aufs Feuer.

Als Vorspeisen bieten sich iberische Schinkenkroketten mit Stückchen und Käsecreme statt dominanter Béchamel an, dazu Suppe, Tintenfisch-Tentakel mit Kartoffeln oder ein Caesar Salad. Zum Dessert empfehlen sich Tiramisu und Käsekuchen.

Hatten genug von der wirtschaftlichen und politischen Lage in Ungarn: Emese Juhász und Balázs Turi.  | FOTO: NELE BENDGENS

Hatten genug von der wirtschaftlichen und politischen Lage in Ungarn: Emese Juhász und Balázs Turi. / Nele Bendgens

Keine Lust mehr auf Ungarn

Balázs Turi wuchs praktisch in Restaurants auf. Sein Vater betrieb in Budapest viele Jahre mehrere Lokale, dort lernte er auch selbst das Kochen. Obwohl Turi ein Studium mit Schwerpunkt Hotellerie und Gastronomie absolvierte, war er lange in anderen unternehmerischen Bereichen tätig – zuletzt als Gastronomielieferant. Mit der Covid-Pandemie brach dieses Geschäftsfeld jedoch weg. Gemeinsam mit seiner Frau eröffnete er 2021 zunächst ein Feinkostgeschäft. Da eine Küche vorhanden war, bauten sie parallel einen Restaurant- und Take-away-Betrieb auf. Der Erfolg stellte sich ein, doch der Traum vom Leben in einem anderen Land am Meer blieb bestehen.

„Die wirtschaftliche und politische Lage in Ungarn gefiel uns immer weniger. Mein Mann hatte zudem einen guten Freund auf Mallorca, der uns ständig von der Insel vorschwärmte. Also schauten wir uns hier um – und wurden schnell fündig“, erzählt Juhász.

Lokale Produkte

„Bevor wir unser erstes Restaurant eröffneten, besuchten wir Gastronomiemessen auf dem Festland und auf Mallorca die HoReCa. Außerdem recherchierten wir intensiv nach Lieferanten“, erzählt Emese Juhász. Beim Fleisch setzen die Betreiber bevorzugt auf Direktbezug vom Erzeuger, ergänzt durch Lieferungen von Comercial Vera. „Gemüse und Fisch beziehen wir von lokalen Produzenten“, ergänzt Turi.

Dazu trinken Gäste entweder den eigens für das Grøenk von der Bodega Macià Batle kreierten Weißwein „La Isla Bonita“ aus Premsal-Blanc-Trauben oder probieren den in Ungarn exklusiv für das Restaurant hergestellten Gin mit Yuzu und Kaffirlimettenblättern. Die Preise: Vorspeisen 13,50 bis 15 Euro, Hauptgerichte 19 bis 25 Euro, Desserts 9 bis 13 Euro.

Frühstück und Themenabende

Die Grøenk-Lokale sind ganzjährig geöffnet. In Deià ergänzt eine Frühstückskarte mit Eierspeisen, Müsli sowie Toast mit Avocado und Hummus das Angebot – praktisch für Urlauber in Ferienwohnungen. Zusätzlich organisieren die Betreiber etwa alle zwei Wochen Themenabende in Fornalutx und Deià, darunter Sushi-Nächte (25. Februar in Deià), vegetarisch-vegane Specials (29. Januar in Deià) oder ungarische Abende. Angeboten werden jeweils Drei-Gänge-Menüs für 35 Euro.

Für den vegetarisch-veganen Abend zeichnet Restaurantmanagerin Svenja Gallé verantwortlich. Der Name dürfte vielen bekannt vorkommen: Die aus Deutschland stammende Gallé gründete 2013 das vegane Restaurant Bellaverde in Port de Pollença und führte es bis Frühjahr 2024. Für kreative, ungewöhnliche und zugleich zugängliche Gerichte ist damit bestens gesorgt.

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